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Hopfentee als Kaltschale#

Brauerei Murau#

Ich vermute, Sie kennen die Redensart, Bier sei ein Volksnahrungsmittel. Das meint heute in der Regel, jemand hält Bier für ein unverzichtbares Genußmittel, das man als geradezu volkstümlich bezeichnen könnte. Sozialgeschichtlich ist das sehr zutreffen. Und zwar in einem ganz grundlegenden Sinn.

Während sich einst in der agrarischen Welt der Most zum Haustrunk schlechthin entwickelt hatte, betonte das urbane Leben ganz andere Anforderungen. Die oftmals problematischen hygienischen Verhältnisse in wachsenden Zentren machten es für die Menschen schwierig, sauberes Wasser zu erhalten, von dem ihre Gesundheit nicht gefährdet würde. Sie ahnen schon, Bier bot einen Ausweg.

Es ist freilich, anders als Spirituosen, von begrenzter Haltbarkeit. In der steirischen Landeshauptstadt mag viele Menschen zum Beispiel die Eisteichsiedlung ein Begriff sein, von der wir an Eisteiche erinnert werden. Wozu gab es die?

Bevor die Welt elektrisiert wurde, nutzten man solche Gewässer im Winter zur Eisproduktion, um die Blöcke dann in Eiskellern einzulagern. Das erlaubte über Monate die Kühlung von Bier und allerhand Lebensmitteln.

Aber die Braukunst liefert uns sehr viel länger das erwähnte Volksnahrungsmittel. Als der Mensch im Neolithikum seßhaft wurde, führte ein langer Prozeß des Kreuzens von Wildgräsern zu dem, was wir heute als Getreide kennen. Funde und Forschung weisen darauf hin, daß die Erträge anfangs sehr gering waren, völlig unzureichend, um eine Familie über den Winter zu bringen.

Daraus ergab sich die interessante These, daß Getreide damals nicht zum Brotbacken, sondern zum Bierbrauen verwendet wurde. Es ist übrigens ein Getränk, das sie in den unterschiedlichsten Kulturen rund um die Welt finden. So läßt sich damit eine schöne Weltreise der Geschmäcker arrangieren, denn vielfach ist gar nicht bekannt, wie unterschiedlich Bier aus anderen Gegenden schmecken kann. Die Steiermark erscheint dabei begünstigt, weil ja gutes Wasser die unverzichtbare Basis für hochwertiges Bier ist.

Die Welt des Murauer Bieres kann man im erneuerten Brauereimuseum und in der Schaubrauerei erkunden. Bock, Märzen, Pils, Zwickl, das sind alles tradierte Begriffe, wie auch der Radler. Produkte mit (Sozial-) Geschichte. Daher das plausible Motto „Altes bewahren und Mut zum Neuen“.

Sieht man sich die Branche und ihre Wurzeln genauer an, wird nachvollziehbar, daß das kein Werbetext ist, sondern eine treffende Skizze: „Tradition, Qualität, Regionalität, Innovation und Nachhaltigkeit. All das steckt in unseren Produkten und das schmeckt man auch! Saubere Luft, reinstes Wasser, Hopfen und Malz sind die Zutaten für unser bestes und einzigartiges Murauer Bier.“