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Christophorus, hl.#

Christophorus

Christophorus ist seit frühchristlicher Zeit die Bezeichnung des „wahren Christen“, der Christus in sich trägt, besonders Märtyrer und Bekenner. Der Heilige stammte vermutlich aus Lykien (Türkei), wo er um 250 als Märtyrer starb.

Die älteste Legende erzählt von „Reprobus“ (der Verworfene, ein hundsköpfiger Riese), der die Taufe empfing. Die Legende wurde im Abendland mehrfach umgedichtet, hier hieß der Riese „Offerus“ (sich Aufopfernder) und trug Reisende über einen Fluss. Er wollte dem Mächtigsten dienen, gab sich jedoch weder mit dem König noch mit dem Teufel zufrieden. Als er ein Kind über das Wasser bringen wollte, überstieg dies seine Kräfte. Nun erkannte er den Allmächtigen: aus Offerus wurde Christophorus, der Christusträger. 

Das Heiligengedächtnis wird seit dem 5. Jahrhundert am 24. Juli begangen. „Christophorus, Märtyrer in Kleinasien“ ist ein nicht gebotener Gedenktag im Regionalkalender. Der Heilige zählt zu den Vierzehn Nothelfern.

Darstellungen zeigen Christophorus als Riesen, der mit dem Jesuskind auf der Schulter einen Fluss überquert. Dabei ergrünt sein Stock und wird zu einem Baum. Die Allegorie auf die Taufe entfaltete sich in der mittelalterlichen Frömmigkeit zur überlebensgroßen bildhaften Darstellung in Fresken an der Außenseite von Gotteshäusern. Wer ein solches Bild auch nur von weitem sah, wähnte sich an diesem Tag eines unversehenen Todes sicher. Seit dem 16. Jahrhundert prägte man Taler mit seinem Bild - Vorläufer der Plaketten in den Autos.

Christophorus ist der Patron der Athleten, Autofahrer, Bergleute, Brückenbauer, Buchbinder, Fährleute, Färber, Flößer, Frauen, Fuhrwerker, Gärtner, Hutmacher, Kinder, Lastträger, Obsthändler, Pilger, Piloten, Reisenden, Schatzgräber, Schiffer, Seeleute, Zimmerleute; für Wohlstand; gegen Augenleiden, Feuer- und Wassergefahr, Gewitter, Hagel, Pest, plötzlichen Tod, Wunden, Zahnschmerzen.

Alte und neue Bräuche haben mit den Patronaten zu tun. Priester sprachen den Christophorussegen bei verschiedenen Gefahren, während Schatzgräber auf ihr eigenes magisches Ritual, das „Christoffeles-Gebet“, vertrauten. Christophorus-Bruderschaften nahmen sich u.a. der Pilger an (z.B. in St. Christoph am Arlberg, seit 1386) und hatten oft adelige Mitglieder. Der Brauch der Fahrzeugsegnungen kommt aus Frankreich. Er geht auf eine 1899 gegründete Bruderschaft zurück, deren Mitglieder sie in der Pfarre St. Christophe in Paris durchführten. In Österreich hatte das Ritual in St. Christophen (Niederösterreich) Vorbildwirkung. Die „Autoweihe“ (jetzt „Wallfahrt der Verkehrsteilnehmer“) besteht hier seit 1928. Damals hatte der Wiener Taxifahrer Viktor Heidrich die Fahrzeugsegnung in der Normandie kennengelernt und den Pfarrer von Sankt Christophen, Karl Koch, dazu motiviert. Höchste geistliche Würdenträger, wie Kardinal Theodor Innitzer spendeten den Christophorus-Segen. Den Höhepunkt erreichte die "Autoweihe" in den 1960er- Jahren.

Der Christophorus-Sonntag (Tag des Straßenverkehrs) mit Gottesdiensten und Fahrzeugsegnungen ist Anlass einer Spendenaktion der Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft (MIVA). Sie begann 1959 mit dem Slogan "Einen Groschen für jeden unfallfrei gefahrenen Kilometer für ein Missionsfahrzeug", der sich auf 1/10 Cent geändert hat. 2020 wurden damit 82480 Transportmittel im Wert von 4,9 Mio. € in 53 Ländern angeschafft.


Quellen: 
Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis. Atzenbrugg 2010. S. 131f.
Bautz: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Hamm 1990. Bd. I/Sp.1012-1014 (ISBN 3-88309-013-1)
Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1970. S. 88f.
Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen (Bearb. Josef Gelmi). Innsbruck 1988. S. 191f.
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S. 130
MIVA

Bild: Monumentales Wandgemälde hl. Christophorus, um 1500. Pfarrkirche Kirchschlag in der Buckligen Welt (Niederösterreich). Foto: Alfred Wolf, 2002