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Karneval#

Das Kirchenlatein nannte den Eintritt in die Fastenzeit carnislevamen, Fleischwegnahme. Daraus entwickelte sich carne vale, das scherzhaft als "Fleisch lebe wohl" gedeutet wurde. Karneval taucht um 1700 in der deutschen Sprache auf.

Der Rheinische Karneval geht dort auf 1823 zurück. Im Jahr davor fanden sich einige Kölner zu einem "Festordnenden Komitee" zusammen, um das nach den Franzosenkriegen darnieder liegende Brauchtum zu erneuern. Mit Gründlichkeit (und Humor) organisierten sie die Persiflage eines feierlichen Herrschaftsempfangs, mit einem zeremoniellen, aus 15 Gruppen bestehenden Maskenzug. Dabei nahmen sie traditionelle - weltliche wie kirchliche - Elemente auf, die seit der römischen Antike bekannt waren, und schufen doch eine neue Festgestaltung. In den Karnevalsvereinen spielt das "närrische Equipment" eine wichtige, identitätsstiftende Rolle. Dazu zählen die Narrenzahl elf, die Repräsentanten wie ein Prinzenpaar und -garde, Narrenkappen und Rufe. Weitere Elemente sind die Karnevalssitzungen, bei denen die verkleideten Darsteller aktuelle Ereignisse witzig aufs Korn nehmen . Da die Veranstaltungen vom Fernsehen übertragen werden, kommen auch immer mehr Showelemente dazu. Der "Rosenmontag" (Faschingmontag), an dem sie stattfinden, soll nicht nach den Rosen, sondern vom tollen Rasen benannt worden sein.

Anders als der Fasching beginnt der Karneval am Martinstag, am 11.11. um 11 Uhr 11. Ein Elferrat leitet die Veranstaltungen, die oft 11 Minuten nach der vollen Stunden anfangen. Wieso gerade Elf zur Narrenzahl wurde, dafür gibt es verschiedene Deutungen: Die Kölner hätten ein elftes Gebot erfunden, das "Ei, lustig, fröhlich !" lautete. Im Mittelalter sei sie zum Inbegriff der Sünde und "verkehrten Welt" geworden, weil sie die Zehnzahl der göttlichen Gebote überschritt, ohne die Zwölfzahl der Apostel zu erreichen. Auch mit dem bürgerlichen Gesetzbuch Napoleons wird sie in Zusammenhang gebracht, das im 11. Kapitel Bestimmungen über die Entmündigung Unzurechnungsfähiger enthält. Die Narrenkappe als Erkennungszeichen der Vereinsmitglieder sollte Einheit und Gleichheit der "Brüder" symbolisieren. Die Karnevalsrufe "Alaaf" ("über alles hinaus") und "Helau" (hellblau, im Gegenssatz zu " blau" - volltrunken) haben regionale Varianten gefunden.

In Österreich pflegen rund 100 Faschingsgilden das "Karnevalsbrauchtum". Die ersten haben sich 1962 - von Salzburg und Oberösterreich ausgehend - zum "Bund Österreichischer Faschingsgilden, Vereinigung für Fasching- Fasnacht- und Carnevals-Brauchtum in Österreich" zusammengeschlossen. Jede Gilde pflegt ihren eigenen Gruß, in Wien-Döbling z.B. "Dö-Dö - bling-bling!"

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Bilder:
19. Wiener Faschingsumzug 2012. Fotos: Doris Wolf


Siehe auch:
Währinger Faschingszug