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Silvesterpfad. Foto: Doris Wolf 31.12.2013
Silvesterpfad. Foto: Doris Wolf 31.12.2013

Papst Silvester I. († 31.12. 335) erlebte die grundlegende Umstellung des römischen Staates zum Christentum. 314 wurde Silvester Bischof von Rom. In seine Amtszeit fällt der erste Bau der Peterskirche ebenso wie das Konzil von Nicäa (325). Eine Legende erzählt, dass er Kaiser Konstantin vom Aussatz geheilt und getauft habe. Er wird im päpstlichen Ornat dargestellt, gilt als Patron der Haustiere und für gute Futterernte. In den Kirchen wird bei der “Silvesterandacht” allerdings nicht der Heilige gefeiert, sondern Rückblick gehalten, für das abgelaufene Jahr gedankt und um Segen für das kommende gebetet. 

Die Silvesternacht ist die lauteste des Jahres. Zu den Bräuchen des Überganges von einem Jahr ins andere zählen Lärm (Neujahrsblasen bzw -schießen) oder Glockengeläute (Pummerin), Licht (Feuerwerke), Orakel, Glückwünsche und -symbole. Mit Bleigießen sucht man das Schicksal des kommenden Jahres zu ergründen. Der Pyrotechnikhandel erwirtschaftet um Silvester 80 % seines Umsatzes.

Bei der im Frühjahr 2016 durchgeführten IMAS-Umfrage "Traditionen und Bräuche" (Archiv Nr. 016041) gaben 92 % an, Silvester zu kennen und 84 %, selbst zu feiern. Vorgegebene Stichworte: Glücksbringer, Feuerwerk, Walzer tanzen. Im Dezember 2016 wurden 500 Wienerinnen und Wiener über ihre Pläne zu Silvester befragt. Vier von fünf Wienern feiern den Jahreswechsel, mehr als ein Drittel hat Vorsätze für 2017. 43 Prozent verschenen Glücksbringer. Ein Drittel tanzt um Mitternacht im Walzertakt ins neue Jahr. Ebenso ein Drittel wartet auf das Läuten der Pummerin. 28 Prozent der Befragten gießen Blei. Durchschnittlich gibt jeder Wiener ab 15 Jahren am Silvesterabend 45 Euro für Essen, Trinken, Raketen oder Glücksbringer aus, das entspricht einem Gesamtwert von etwa 70 Millionen Euro für die Wiener Wirtschaft.

Am 27. Wiener Silvesterpfad, am 31. Dezember 2016, nahmen 650.000 Menschen teil. Live-Musik spielte auf elf Bühnen an neun Plätzen in der Innenstadt, im Prater und in der Seestadt Aspern. 117 Gastronomie- und Verkaufsstände säumten den Pfad. Die Veranstaltungen wurden auf den Stephansplatz und den Rathausplatz übertragen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, waren 400 Polizisten, 300 Security-Mitarbeiter und 19 Kameras im Einsatz. Es gab keine nennenswerten Zwischenfälle. Polizisten verteilten kostenlos 1.400 Taschenalarme. Die Geräte, die 110 Dezibel produzieren, sollen Täter abschrecken und die Umgebung aufmerksam machen. Die Wiener Berufsfeuerwehr verzeichnete in der Silvesternacht 170 Einsätze.

2013 erfand Richard Werner in Altenwörth an der Donau (Niederösterreich) das Silvesterschwimmen. Aus anfangs vier wurden 48 Teilnehmer und 500 Zuschauer, die mehr als € 3000,- für eine notleidende Familie spendeten. Die Strecke, die von den Männern und Frauen in der eisigen Donau zurückzulegen war, betrug 33 Meter.


Quellen:
Helga Maria Wolf: Das neue BrauchBuch. Wien 2000. S. 308 f.
2016
"Österreich", 27.12.2016
Silvesterpfad 2016
Silvesterschwimmen