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Notiz 023: Das Daisy-Jubiläum#

von Martin Krusche

Preiswert, mit Fahrkomfort und Schmutzschutz, all das bei geringen Betriebskosten, stimmt schon. Das ist die Daisy, die größere Schwester der Stangl-Puch. Ich hab zur Sicherheit gerade im alten Klassiker von Fritz Ehn nachgeschlagen („Das goße Puch Buch“). Paßt! Ist so. Die Puch DS 50 kam 1959, also im gleichen Jahr wie der Steyr-Puch Haflinger, auf den Markt. Jubiläum!

Die Blaue Zweisitzer als Meilensteinchen der Volksmotorisierung. (Foto: Martin Krusche)
Die Blaue Zweisitzer als Meilensteinchen der Volksmotorisierung. (Foto: Martin Krusche)

Die Grazer haben den Halbschalen-Rahmen der MS 50 modifiziert, unter der Sitzbank ein Staufach aufgemacht. Schürze und Trittbretter als Wetterschutz. (Die gibt es vereinzelt auch bei der Stangl-Puch.) Später durfte es auch eine DS 50-Version mit Sturzbügel statt Schürze sein. Vorne ersetzte eine Schubschwinge die Teleskopgabel.

Das Kürzel DS besagt Doppelsitzer-Schalenrahmen. Davon wurden ein paar Abwandlungen gebaut und außerdem eine inzwischen weitgehend vergessene DS 60 mit etwas mehr Kraft angeboten. Die merkwürdigste Variante ist gewiß jene Tandem-Daisy, bei der hinten eine zweite Tretkurbel zum Mitstrampeln einlud, falls der zarte Gebläsemotor stellenweise überfordert war. In der Praxis eher unbrauchbar, was die Tandem-Version zur Rarität macht.

Sammler Josef Laller hat die hintere Tretkurbel der seltenen Tandem-Daisy duch Fußraster ersetzt. (Foto: Martin Krusche)
Sammler Josef Laller hat die hintere Tretkurbel der seltenen Tandem-Daisy duch Fußraster ersetzt. (Foto: Martin Krusche)

Die DS 50 war mein erstes amtliches Moped, weil mein Geld für eine Puch MC 50 nicht gereicht hat. Was soll ich sagen? Sie war in den frühen 1970ern entsetzlich uncool.

Da kamen bei uns schon japanische Viertakter-Mopeds daher und manch italienische Fuffzgerl-Konkurrenz, die natürlich einen sehr viel stärkeren Auftritt möglich machte. Honda, Yamaha, Garelli, Gilera und solches Zeugs. Das heißt, ich tat mir als finanziell unterdotierter Lehrbub selbst leid.

DS 50 V: Variante mit Stürzbügel vor zwei Spitzenprodukten, links dahinter die Puch 250 TF, rechts eine Puch MC 50.. (Foto: Martin Krusche)
DS 50 V: Variante mit Stürzbügel vor zwei Spitzenprodukten, links dahinter die Puch 250 TF, rechts eine Puch MC 50.. (Foto: Martin Krusche)

Dafür war meine Daisy eben billig, robust und nicht kleinzukriegen. Puch hatte sie als Leichtroller angepriesen, was ein wenig ungenau ist. Ich meine, den Scooter unterscheidet der freie Durchstieg vom Moped oder Mofa. Den gab es erst beim Nachfolger, der Puch R 50. Aber das ist nicht so rasend wichtig.

Die Daisy hat heuer zugleich mit dem Haflinger ihren Sechziger, wozu sich der G-Wagen mit seinem Vierziger gesellt.

Sie ist ein bewährter Klassiker und ein Meilensteinchen der Volksmotorisierung. Gelegentlich sehe ich heute Youngsters auf einem Exemplar daherkommen. Heute ist sie eben nicht mehr uncool. Und sie ist einer der Einstiegspunkte, an dem junge Leute in der Youngtimer-Szene mitziehen können, weil sie eben leistbar und technisch überschaubar ist. Zum Moped-Thema siehe hier auch Notiz 020: "Fuchzgerl, Reixn und Mopettn"!