Jennersdorf

Jennersdorf
Wappen von Jennersdorf
Jennersdorf (Österreich)
Jennersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Jennersdorf
Kfz-Kennzeichen: JE
Fläche: 37,9 km²
Koordinaten: 46° 56′ N, 16° 8′ O46.93777777777816.14242Koordinaten: 46° 56′ 16″ N, 16° 8′ 24″ O
Höhe: 242 m ü. A.
Einwohner: 4.215 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 111,21 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8282, 8380
Vorwahl: 03329
Gemeindekennziffer: 1 05 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 5a
8380 Jennersdorf
Website: www.jennersdorf.eu
Politik
Bürgermeister: Wilhelm Thomas (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
15
5
4
1
15 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Jennersdorf im Bezirk Jennersdorf
Deutsch Kaltenbrunn Eltendorf Heiligenkreuz im Lafnitztal Jennersdorf Königsdorf Minihof-Liebau Mogersdorf Mühlgraben Neuhaus am Klausenbach Rudersdorf Sankt Martin an der Raab Weichselbaum BurgenlandLage der Gemeinde Jennersdorf im Bezirk Jennersdorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Die Pfarrkirche in Jennersdorf
Die Pfarrkirche in Jennersdorf
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Jennersdorf (ungarisch Gyanafalva, slowenisch Ženavci) ist eine österreichische Stadt und Bezirkshauptstadt des Bezirks Jennersdorf im Burgenland, mit 4215 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt im Raabtal im südlichen Burgenland am Ufer der Raab, ungefähr 4 km Luftlinie von der steirischen und der ungarischen Grenze entfernt. Die nächstgelegenen Städte sind die ungarische Grenzstadt Szentgotthárd (St. Gotthard), und die steirischen Städte Fürstenfeld und Fehring.

Ortsteile

Entsprechend der Einteilung nach Katastralgemeinden und Ortschaften bilden

die Ortsteile. Weitere Gemeindeteile sind

  • Laritzgraben und
  • Rax-Bergen.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung als Janafalu erfolgte 1187 in einer Bulle Papst Urbans III.. Der Name leitet sich von „Ženavci“ ab, das am besten mit „Frauendorf“ übersetzt werden kann. Da es damals im Ungarischen kein „zs“ (das dem slowenischen ž heute entspricht) gab, wurde der Laut durch „gy“ ersetzt und an die Stelle der Endung „-vci“ („-dorf“) trat das ungarische „-falu“ („-dorf“).

Der Ort stand bis 1848 im Eigentum vom Kloster Szentgotthárd.[1] Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Ab 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gyanafalva verwendet werden.

Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Jennersdorf ist seit 1921 Bezirksvorort und wurde 1977 zur Stadt erhoben. Das Stadtmotto lautet: „Jennersdorf, die Stadt an der Therme.“

Bevölkerungsentwicklung


Stadtwappen

Blasonierung: In einem durch einen schräglinken goldenen Wellenbalken von Rot und Grün geteilten Schild in Rot ein goldenes Kreuz, in Grün eine dreiseitige goldene Pyramide.

Das Kreuz stammt aus dem Stiftswappen von St. Gotthard in Ungarn, zu dessen Herrschaft Jennersdorf über sieben Jahrhunderte gehörte. Die dreiseitige Pyramide symbolisiert das Dreiländereck Österreich – Ungarn – Slowenien. Der Wellenbalken ist ein Symbol für den Fluss Raab, der durch die Stadt fließt.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,02 %
(+2,94 %p)
19,45 %
(-3,13 %p)
14,83 %
(+3,61 %p)
6,69 %
(+2,23 %p)
2007

2012

  • Bürgermeister ist Wilhelm Thomas von der ÖVP.
  • Stadtrat: Neben dem Bürgermeinster gehören Vizebürgermeister Bernhard Hirczy, sowie die Stadträte Franz Dax, Manfred Gilly, Johann Hirczy, Franz Wolf und Harald Zieger dem Stadtrat an. Amtsleiterin ist Judith Kinzl.
  • Gemeinderat: Die Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 5, ÖVP 15, FPÖ 1, Grüne 4.

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Jennersdorf: römisch-katholisch, 1780-1800 erbaut, barock, neugotischer Schnitzaltar von 1904

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Faschingsumzug: in Jennersdorf findet jedes Jahr ein Faschingsumzug mit unterschiedlich gestalteten Traktoranhängern statt

Wirtschaft

Es existieren Betriebe der Textilindustrie (Vossen Frottierwaren), des Lebensmittelgroßhandels, der Lederverarbeitung (Boxmark), Optoelektronik (Ledon Lighting, Lumitech und Lexedis), des Bauwesens (hagebau Niederer) und ein Technologiezentrum.

Verkehr

Der Bahnhof liegt an der Steirischen Ostbahn (Graz Hbf – Grenze bei Mogersdorf), die weiter nach Budapest Keleti pu als Ungarische Westbahn führt. Mit dem REX gibt es direkte Verbindungen von und nach Wiener Neustadt Hauptbahnhof und Wien Südbahnhof über Szombathely und Sopron.

Bildung

  • Kindergarten
  • Sonderschule - Sonderpädagogisches Zentrum (SPZ)
  • Volksschulen in Grieselstein, Henndorf und Jennersdorf
  • Hauptschule mit angeschlossener Polytechnischen Schule
  • Bundeshandelsschule für Informationstechnologie (i-NOVA BHAS)
  • Bundesoberstufenrealgymnasium Jennersdorf

Öffentliche Einrichtungen

Freizeit und Sport

  • Freibad
  • Skatepark
  • Fußballplatz
  • Raabtal-Radwanderwege
  • Kanufahren: auf der Raab
  • Judo: Im Turnsaal der VS Jennersdorf

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Jennersdorf

  • Georg Fiedler (1898–1983), österreichischer Politiker (ÖVP) und Landwirt
  • Richard Rezar (1922-2000), österreichischer Politiker (FPÖ) und Kaufmann
  • Erich Wonder (*1944), österreichischer Bühnenbildner
  • Felix Luckmann, österreichischer Politiker (NSDAP)

Ehrenbürger

  • Bgm. a.D. Anton Brückler, Bürgermeister (1967 bis 1992), (1993)
  • Dr. Josef Csencsits, (2007)
  • Msgr. EKR Alois Luisser, Stadtpfarrer, (2000)

Galerie

Literatur

  • Anton Gangl: Jennersdorf – eine Stadtgeographie. Diplomarbeit, Universität Graz 1987
  • Josef Loibersbeck: Jennersdorf und sein Hinterland. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 28/1966. Eisenstadt 1966, S. 32–46
  • Hans Ponstingl, Josef Schöntag: Jennersdorf. Europäischer Verlag, Wien 1961

Weblinks

 Commons: Jennersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Margit Pflagner in Burgenland-80-Farbbilder, Seite 92
Blick vom Tafelberg auf die Stadt Jennersdorf