Liebenfels

Dieser Artikel behandelt die österreichische Marktgemeinde Liebenfels. Für das gleichnamige Schloss in der Schweiz siehe Schloss Liebenfels, für den Okkultisten Jörg Lanz von Liebenfels.
Liebenfels
Wappen von Liebenfels
Liebenfels (Österreich)
Liebenfels
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Sankt Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Fläche: 58,89 km²
Koordinaten: 46° 44′ N, 14° 17′ O46.73805555555614.286944444444491Koordinaten: 46° 44′ 17″ N, 14° 17′ 13″ O
Höhe: 491 m ü. A.
Einwohner: 3.305 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 56,12 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9556
Vorwahl: 0 42 15
Gemeindekennziffer: 2 05 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 9
9556 Liebenfels
Website: www.liebenfels.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Köchl (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(23 Mitglieder)
11 SPÖ, 7 BZÖ, 4 ÖVP, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Liebenfels im Bezirk Sankt Veit an der Glan
Althofen Brückl Deutsch-Griffen Eberstein Frauenstein Friesach Glödnitz Gurk Guttaring Hüttenberg (Kärnten) Kappel am Krappfeld Klein Sankt Paul Liebenfels Metnitz Micheldorf Mölbling Sankt Georgen am Längsee Sankt Veit an der Glan Straßburg Weitensfeld im Gurktal KärntenLage der Gemeinde Liebenfels im Bezirk Sankt Veit an der Glan (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Pflausach
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt des Malteserordens in Pulst
Schloss Rosenbichl
Pfarrkirche Heiliger Martin in Sörg
Start des Vierbergelaufs in Sörg
Ortschaft Zweikirchen
Kirchlein in Wasai
Filialkirche in Sankt Leonhard

Liebenfels ist eine Marktgemeinde mit 3305 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Sankt Veit, dem historischen Zentralraum von Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Liebenfels liegt 6 km westlich der Bezirkshauptstadt Sankt Veit an der Glan und direkt nördlich der Landeshauptstadt Klagenfurt. Das Gemeindegebiet umfasst vor allem die Hügel- und Mittelgebirgslandschaft der Wimitzer Berge. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 1.338 m (Schneebauerberg), der tiefste - an der Glan bei Liebenfels - auf 477 m ü. A..

Gliederung

Liebenfels ist in elf Katastralgemeinden gegliedert: Freundsam, Glantschach, Gradenegg, Hardegg, Liebenfels, Liemberg, Pflausach, Rosenbichl, Rottschaft Feistritz, Sörg, Sörgerberg

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 48 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Beißendorf (5)
  • Bärndorf (0)
  • Eggen I (39)
  • Eggen II (6)
  • Freundsam (37)
  • Gasmai (2)
  • Glantschach (365)
  • Gößeberg (9)
  • Graben (9)
  • Gradenegg (94)
  • Grassendorf (20)
  • Grund (4)
  • Hardegg (6)
  • Hart (40)
  • Hoch-Liebenfels (21)
  • Hohenstein (47)
  • Kraindorf (27)
  • Kulm (7)
  • Ladein (11)
  • Lebmach (82)
  • Liebenfels (712)
  • Liemberg (76)
  • Lorberhof (14)
  • Mailsberg (7)
  • Metschach (7)
  • Miedling (51)
  • Moos (7)
  • Pflausach (61)
  • Pflugern (38)
  • Pulst (376)
  • Puppitsch (10)
  • Radelsdorf (126)
  • Rasting (4)
  • Reidenau (56)
  • Rohnsdorf (106)
  • Rosenbichl (29)
  • Sankt Leonhard (24)
  • Sörg (72)
  • Sörgerberg (58)
  • Tschadam (27)
  • Waggendorf (213)
  • Wasai (48)
  • Weitensfeld (74)
  • Woitsch (16)
  • Zmuln (15)
  • Zojach (63)
  • Zwattendorf (2)
  • Zweikirchen (150)

Nachbargemeinden

Steuerberg Frauenstein Frauenstein
Sankt Urban Nachbargemeinden Sankt Veit an der Glan
Glanegg Klagenfurt Maria Saal

Geschichte

Die frühesten Funde aus dem heutigen Gemeindegebiet stammen aus der Jungsteinzeit (Neolithikum): ein Lochbeil bei Unter-Kulm, ein Serpentin-Steinbeil aus Reidenau und insbesondere Keramik in St. Leonhard, Feistritz, Beißendorf und Glantschach.

Auf dem Schlosshügel von Hohenstein befand sich in der Antike ein Heiligtum der Noreia.

Die Kirche in Glantschach wurde 958/991 erstmals urkundlich erwähnt, die Burg Liebenfels 1333. In der frühen Neuzeit war das Gebiet von Sensen- und Hammerwerken geprägt.

Am 1.Januar 1958 entstand die Gemeinde Liebenfels aus der Zusammenlegung der Gemeinden Hardegg, Liemberg und Pulst. 1973 wurde die Gemeinde Sörg eingegliedert.

Bevölkerung

Liebenfels hat nach der Volkszählung 2001 3.274 Einwohner, davon sind 96,3 % österreichische und 1,4 % deutsche Staatsbürger. 88,0 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, zur evangelischen Kirche 4,5 % und zum Islam 1,2 %. 4,3 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Liebefels arbeitet einer der letzten Perchtenmaskenschnitzer Martin Weiß vulgo "Mote". Für die Masken wird ausschließlich heimisches Zirbenholz von der Hochrindl verarbeitet. Bis zu 30 Stunden Arbeit stecken in einer einzelnen Maske, die zumeist für Gruppen gefertigt werden [1] [2]. Mit dem Aufrechterhalten des Kunsthandwerkes wird die alpine Tradition des Perchtenlaufs lebendig gehalten.

Bauwerke

Aufgrund der Nähe zur alten Herzogsstadt St. Veit gibt es auf den Bergen etliche bemerkenswerte Bauwerke:

Naturdenkmäler

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Landschaftsschutzgebiete Haidensee-Hardegg (auch Gemeinde Glanegg, zusammen 240 ha, LGBl. 82/1970 und 60/1983) und Zmulner See (40 ha LGBl. 81/1970).

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Vierbergelauf: Alljährlich am sogenannten Dreinageltag, dem zweiten Freitag nach Ostern, findet dieser Flurumlauf über die vier heiligen Berge im Kärntner Zentralraum statt. Gut die Hälfte der Wegstrecke des Vierbergelaufs liegt auf Liebenfelser Gemeindegebiet, nämlich zwischen den Ortschaften Zweikirchen und Reidenau. Dabei nehmen Kreuzträger, Vorbeter und Fußvolk an dieser einzigartigen Wallfahrt teil. So wird zu Mittag als höchster der vier Berge, der Gößeberg, auch Veitsberg genannt, erklommen. Über Gradenegg und Sörg führt die Prozession nach Reidenau, von wo aus das Gemeindegebiet in Richtung Fachau und Lorenziberg verlassen wird.
  • An einem Hochsommer-Wochenende wird alljährlich ein Burgfest auf der Burgruine Liebenfels veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Liebenfels gibt es 641 Arbeitsplätze, davon 189 im Bauwesen, sowie 963 Auspendler (VZ 2001). Es gibt 175 landwirtschaftliche Betriebe (1999), davon 66 Haupterwerbsbetriebe. Die Gemeinde verfügt über drei Volksschulen, zwei Kindergärten und drei Freiwillige Feuerwehren.

Liebenfels wird durch die Ossiacher Straße (B 94) und die Landesstraßen L68 und L93a erschlossen. Der Bahnhof Liebenfels liegt an der Bahnstrecke Villach - Feldkirchen - St. Veit.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:[3]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Klaus Köchl (SPÖ).[4]

Wappen

Das Wappen von Liebenfels zeigt die namensgebende Burg mit den beiden charakteristischen, durch Schießscharten bewehrten Bergfrieden. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 30. Dezember 1966 verliehen (Neuverleihung 1973). Die Fahne ist Blau-Gelb-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In blau auf grünem, schwarz gefasstem Berg eine goldene Burg mit zwei durch Schießscharten bewehrten Bergfrieden, die eine Zinnenmauer verbindet (Form der Burg Liebenfels).“[5]

Persönlichkeiten

  • Simerl Krapfenbäck (eigentlich Simon Kramer), (1785 - 1809), Räuber, Sozialrebell
  • Hermann Göschler, (1915 - 1939), Wehrdienstverweigerer und Opfer des NS-Regimes
  • Walter Suppan, (* 1927), Politiker

Einzelnachweise

  1. Maskenschnitzerei auf Echt Kärnten
  2. Perchtengruppe Liebenfels Webauftritt
  3. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 20. März 2009
  4. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 20. März 2009
  5. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 172

Literatur

  • Dietmar Klier u. a.: Gemeindechronik Liebenfels. 1998.

Weblinks

 Commons: Liebenfels – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien