Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sooß

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sooß enthält die 4 denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Sooß im niederösterreichischen Bezirk Baden. 3 Objekte wurden per Verordnung (§ 2a des Denkmalschutzgesetzes[1]) unter Schutz gestellt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Denkmäler

Foto   Denkmal / Status Standort / GstNr. Beschreibung
Volksschule Datei hochladen Volksschule
ObjektID: 56459
Status: § 2a
Hauptstraße 29
Standort
KG: Sooß
GstNr.: 249/2
Das eingeschoßige lang gestreckte Schulhaus wurde 1874 erbaut. Der dreiecksübergiebelte Mittelrisalit des walmbedachten Baus weist ein Rundbogenportal sowie rundbogige Fenster auf; die Rechteckfenster in den Rücklagen sind gerade abgeschlossen.[3]

1996 wurde die Schule generalsaniert: Fasaden wie sämtliche Innenräume wurden neu gestaltet. Mit Einbeziehung der Schulleiterwohnung wurden vier Klassen und ein Turnsaal errichtet.[4]

Kath. Pfarrkirche hl. Anna, Friedhof und Mauern
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Kath. Pfarrkirche hl. Anna, Friedhof und Mauern
ObjektID: 55712
Status: § 2a
Thomas Wendt-Straße 305/3
Standort
KG: Sooß
GstNr.: 305/3
Das Bauwerk ist im Norden des Ortes auf freiem Feld inmitten des ummauerten, im Norden, Osten und Westen von einem Graben umgebenen Friedhofs gelegen. Die spätgotische Chorturmkirche (eine ehemalige Wehrkirche) ist erstmals urkundlich 1319 belegt; die Errichtung des Baus erfolgte laut Urkunde ab 1319.[5] Ursprünglich zur Pfarre Baden gehörig, wurde Sooß 1783 eigene Pfarre.
Das schlichte Langhaus wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, danach barock verändert. Der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sind die gedrungenen Strebepfeiler mit steilen Pulten, die schlichten barocken Korbbogenfenster, das mit einer kleinen Figur des Auferstandenen geschmückte schmiedeeiserne Giebelkreuz. Der aus dem späten 15. Jahrhundert stammende mächtige Chorturm mit eingezogener Glockenstube und Spitzhelm ist charakterisiert durch eckgequaderte Obergeschoße, Kaffgesims und Mauerschlitze in abgeschrägten Steinrahmen. Im Norden befindet sich ein zweigeschoßiger Sakristei- bzw. Oratoriumszubau, im Westen eine kleine Vorhalle.[3]

Zwischen Kirche und Wehrmauer befindet sich der (Orts-)Friedhof sowie, neben diesem angelegt, der sogenannte Cholerafriedhof, in dem die im Jahre 1831 an Cholera gestorbenen Sooßer begraben sind.[5][Anm. 1] Das dort befindliche, sekundärverwendete schmiedeeiserne Grabkreuz stammt aus der Hand des Wiener Glockengießers und Sooßer Wohltäters Andreas Klein († 1786 in Sooß) und dürfte bereits im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Das gusseiserne Friedhofskreuz wurde 1848 errichtet.[6]

Martinek-Kaserne
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Martinek-Kaserne
ObjektID: 101400
Status: § 2a

Standort
KG: Sooß
GstNr.: 192/1
Die vom österreichischen Architekten Leo Splett geplante Kaserne wurde zwischen Mai 1938 und Juni 1941 für eine Flagabteilung der Luftwaffe der Wehrmacht errichtet.[7]

Die weitläufige Anlage aus zahlreichen Gebäudekomplexen war 1945–55 Stützpunkt der sowjetischen Besatzung, 1956 wurde in der Artilleriekaserne Baden (so der offizielle Name 1956–63) eine Artillerietruppenschule,[7] 1957 ein Heereskraftfahrschule eingerichtet.

Die ein- bis zweigeschoßigen Gebäude, im rechten Winkel zueinander stehende Trakte, haben meist (zum Teil ausgebaute) Satteldächer. Im Nordosten des verbauten Kasernengeländes befindet sich, dem Kommandogebäude nächstgelegen, die segmentbogige Haupteinfahrt.[8]

Die Kaserne erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Sooß und Baden. Der Sooßer Anteil von ursprünglich acht Hektar[9] beträgt heute nur mehr 0,21 ha. Auf diesem befindet sich nahe dem südlichsten Quertrakt der Anlage eine an der Badner Straße in die Umzäunung eingelassene, im Regelfall unbesetzte Ein-/Ausfahrt, die bei Einsätzen sowie Anlieferungen genutzt wird.

Hauptartikel: Martinek-Kaserne
Teil der 1. Wiener Hochquellenleitung
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Teil der 1. Wiener Hochquellenleitung
ObjektID: 129172
Status: Bescheid

Standort
KG: Sooß
GstNr.: 400/1

Legende

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:[2]

Foto: Fotografie des Denkmals. Klicken des Fotos erzeugt eine vergrößerte Ansicht. Daneben finden sich zwei Symbole:
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Denkmal / Status: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Der Status darunter gibt an, ob das Objekt per Bescheid oder mittels Verordnung (gemäß § 2a Denkmalschutzgesetz)[1] unter Schutz gestellt wurde. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter sind die Katastralgemeinde (KG) und die Grundstücksnummer (GstNr.) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Adresse. Außerdem ist es möglich, die Tabelle nach der Katastralgemeinde zu sortieren.

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Literatur

  • Viktor Wallner: Häuser, Menschen und Geschichten – ein Badener Anekdotenspaziergang. Gesellschaft der Freunde Badens, Baden 2002.
  • Peter Aichinger-Rosenberger (u.a.): Niederösterreich südlich der Donau. Band 1: A bis L. Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, topographisches Denkmälerinventar. Berger, Horn/ Wien 2003, ISBN 3-85028-364-X.
  • Peter Aichinger-Rosenberger (u.a.): Niederösterreich südlich der Donau. Band 2: M bis Z. Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, topographisches Denkmälerinventar. Berger, Horn/ Wien 2003, ISBN 3-85028-365-8.
  • Walter Pfeifer: Die Pfarrkirche und die Pfarrer zu Sooß. Aus: Karl Maurovitsch (Zusammenstellung): Chronik der Marktgemeinde Sooß. Um 1200 bis 2006. S.n., s.l. 2008 (?), S. 116. – Text online (PDF), abgerufen am 15. Mai 2012.

Weblinks

 Commons: Denkmalgeschützte Objekte in Sooß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.
  2. a b Niederösterreich – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz (Stand: 6. Juni 2012) (pdf)
  3. a b Aichinger-Rosenberger: Niederösterreich südlich der Donau, Band 2, S. 2265.
  4. Karl Maurovitsch (Zusammenstellung): Chronik der Marktgemeinde Sooß. Um 1200 bis 2006. S.n., s.l. 2008 (?), S. 101. – Text online (PDF), abgerufen am 15. Mai 2012.
  5. a b Pfeifer: Die Pfarrkirche und die Pfarrer zu Sooß, S. 116.
  6. Aichinger-Rosenberger: Niederösterreich südlich der Donau, Band 2, S. 2266.
  7. a b Wallner: Häuser, S. 179 f.
  8. Aichinger-Rosenberger: Niederösterreich südlich der Donau, Band 1, S. 220.
  9. Rettung aus der Wirtschaftsnot: Riesige Grundkäufe für den Kasernenbau. In: Badener Zeitung, Nr. 34/1938 (LIX. Jahrgang), 27. April 1938, S. 3. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt

Anmerkungen

  1. Auch der Afrikaforscher (und Ehrenbürger von Sooß) Oskar Lenz (1848–1925) fand hier seine letzte Ruhestätte. – Pfeifer: Die Pfarrkirche und die Pfarrer zu Sooß, S. 116.
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