Wernberg (Kärnten)

Wernberg
Wappen von Wernberg
Wernberg (Kärnten) (Österreich)
Wernberg (Kärnten)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 26,43 km²
Koordinaten: 46° 37′ N, 13° 56′ O46.62305555555613.939444444444590Koordinaten: 46° 37′ 23″ N, 13° 56′ 22″ O
Höhe: 590 m ü. A.
Einwohner: 5.449 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 206,17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9241
Vorwahl: 0 42 52
Gemeindekennziffer: 2 07 27
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bundesstraße 11
9241 Wernberg
Website: www.wernberg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Franz Zwölbar (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(23 Mitglieder)
11 SPÖ, 6 FPK, 3 ÖVP,
2 WGW, 1 Grüne
Lage der Marktgemeinde Wernberg im Bezirk Villach-Land
Arnoldstein Arriach Bad Bleiberg Feistritz an der Gail Feld am See Ferndorf Finkenstein am Faaker See Fresach Hohenthurn Nötsch im Gailtal Paternion Rosegg Sankt Jakob im Rosental Stockenboi Treffen am Ossiacher See Velden am Wörther See Weißenstein Wernberg (Kärnten) Afritz am See Villach KärntenLage der Gemeinde Wernberg (Kärnten) im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Renaissance-Schloss und Kloster Wernberg
Hauptportal des Schlosses Wernberg aus dem Jahr 1575
Pfarrkirche Heiliger Johannes der Täufer in Damtschach
Gottestal mit Mittagskogel
Ruine Eichelberg
Burg Sternberg
Filialkirche Heiliger Stefan in Föderlach

Wernberg (slowenisch Vernberk) ist eine Gemeinde mit 5449 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Villach-Land in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Wernberg liegt in den Ossiacher Tauern, östlich von Villach und zwischen Ossiacher See (im Norden), Wörthersee (im Osten) und Faaker See (im Süden des Gemeindegebiets).

Gemeindegliederung

Wernberg ist in die fünf Katastralgemeinden Neudorf (Nova vas), Sand (Pešče), Trabenig (Trabenče), Umberg (Umbar) und Wernberg (Vernberk) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 24 Ortschaften (in Klammern der slowenische Ortsname[1]) und die Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Damtschach (Domačale) (142)
  • Dragnitz (Dragniče)(58)
  • Duel (Dolje) (190)
  • Föderlach I (Podravlje) (722)
  • Föderlach II (86)
  • Goritschach (Goriče) (414)
  • Gottestal (Skočidol) (195)
  • Kaltschach (Hovče) (475)
  • Kantnig (Konatiče) (63)
  • Kletschach (Kleče) (48)
  • Krottendorf (Kročja vas) (99)
  • Lichtpold (Lihpolje) (239)
  • Neudorf (Nova vas) (248)
  • Ragain (Draganje) (145)
  • Sand (Pešče) (98)
  • Schleben (Šleben) (25)
  • Stallhofen (Štavf) (527)
  • Sternberg (Strmec) (86)
  • Terlach (Trnovlje)(126)
  • Trabenig (Trabenče) (288)
  • Umberg (Umbar) (242)
  • Wernberg (Vernberk) (593)
  • Wudmath (Vudmat) (55)
  • Zettin (Cetinje) (21)

Nachbargemeinden

Ossiach
Villach Nachbargemeinden Velden
Rosegg
Villach

Geschichte

Das Gemeindegebiet war wohl schon in der Antike besiedelt, worauf Relikte römischer Reliefs und Bauten hinweisen, die in der Pfarrkirche von Sternberg sowie in Föderlach und Gottestal gefunden wurden.

Die bisher älteste dokumentierte Erwähnung einer Ortschaft der Gemeinde findet sich in einer Urkunde des Stiftes St. Paul über die Burg Sternberg (als Sternberc) aus der Zeit um 1170/1180. Wernberg wird in einer Urkunde vom 17. November 1227 erstmals erwähnt, die den Abriss einer Draubrücke bei Wernberg sowie die Übergabe des Schlosses Wernberg an das Bistum Bamberg festlegt.

Die Gemeinde bildete sich 1850 aus vier Katastralgemeinden des Steuerbezirks Landskron, 1865 kam die Katastralgemeinde Umberg hinzu. 1922 erfolgten weitere Gebietskorrekturen, dabei verlor Wernberg Teile seines Gemeindegebiets an Villach, erhielt aber auch abgetretene Anteile von Velden und Rosegg.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Wernberg 4.837 Einwohner, davon sind 94,8 % österreichische Staatsbürger, unter den anderen Nationalitäten sind Deutschland (1,7 %), Bosnien-Herzegowina (1,0 %) und Kroatien (0,9 %) am stärksten vertreten.

77,3 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 11,7 % zur evangelischen und 0,4 % zur orthodoxen Kirche, 0,8 % sind islamischen Glaubens, 8,2 % ohne religiöses Bekenntnis.

Die Gemeinde Wernberg liegt am nordwestlichen Rand des gemischtsprachigen Gebietes in Kärnten. Die slowenische Prägung der Gemeinde zeigt sich unter anderem darin, dass sie von 1908 bis 1916 mit Matija Vospernik einen Vertreter der Slowenischen Partei zum Bürgermeister hatte. Noch bei der Volkszählung im Jahr 1951 gab ein Fünftel der Bevölkerung Slowenisch als Umgangssprache an, doch hat sich der Anteil der Kärntner Slowenen an der Gesamtbevölkerung aufgrund von Assimilationsdruck[2], Abwanderung und durch den starken Zuzug deutschsprachiger Bevölkerung aus dem nahegelegenen Villach massiv auf mittlerweile weniger als ein Prozent (48 von 4837 bei der Volkszählung 2001) verringert.

Zweisprachig, deutsch-slowenisch, werden im Rahmen des Dekanats Rosegg/Rožek auf dem Gebiet der Gemeinde Wernberg die Pfarrkirche Damtschach/Domačale und deren Filialkirchen Umberg/Umbar und Ragain/Draganje, die Pfarrkirche Gottestal/Skočidol und deren Filialkirche Föderlach/Podravlje sowie die Pfarrkirche Sternberg/Strmec geführt.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Profanbauten

Sakralbauten

  • Pfarrkirche hl. Margareta, Gottestal
  • Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer, Damtschach
  • Filialkirche hl. Stefan, Föderlach
  • Pfarrkirche hl. Georg, Sternberg
  • Filialkirche Hll. Peter und Paul, Kantnig
  • Filialkirche hl. Bartlmä, Ragain
  • Filialkirche hl. Matthäus, Umberg
  • Schlosskirche Wernberg
  • Kapelle, Stallhofen
  • Nischenkapelle, Friedhof in Damtschach

Sonstiges

  • Keltischer Kultplatz Viereckschanze nördlich von Terlach
  • Abwehrkämpfer-Denkmal: Auf einem Hügel östlich der Ortschaft Wernberg mit Panoramablick auf den Mittagskogel, den Dobratsch und Villach steht ein Marmorblock des KAB Wernberg aus dem Jahr 2002 zum Andenken für die Abwehrkämpfer von Wernberg. Die Inschrift lautet: „Wenn die Heimat reden könnte, würde sie Euch danken den Abwehrkämpfern der Gemeinde Wernberg“

Sport

In Föderlach befinden sich zwei Tennisplätze, ein Freibad und ein Fußballplatz. Die Fußballmannschaft von Wernberg heißt SV Wernberg. Der SV Wernberg zählt über 100 Mitglieder.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Wernberg hat 23 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Zwölbar (SPÖ).

Wappen

Das Wappen von Wernberg nimmt auf die lokale Herrschaftsgeschichte Bezug. Der vierfach gezinnte Schild steht für die vier Burgen Aichelburg, Damtschach, Sternberg und Wernberg. Alle befanden sich im Besitz der Khevenhüller, so dass aus deren Stammwappen der goldene Eichenzweig übernommen wurde. Die drei Sterne schließlich leiten sich vom Wappen der Sternberger Grafen ab.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 5. April 1995 verliehen. Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten

  • Helmut Haas (* 1950), Politiker, ehem. Gemeinderat in Wernberg, Vzbgm. in Hermagor, Abgeordneter zum Kärntner Landtag
  • Maria Pacis Irene Vögel (1931–2010), Ordensschwester in Wernberg und Missionarin in Kenia
  • Matija Vospernik (* 14. April 1873 in Oberjeserz/Zgornje Jezerce; † 23. Januar 1952 in Terlach/Trnovlje), slowenischer Bürgermeister von Wernberk/Vernberk.[4]
  • Reginald Vospernik (* 1937), Pädagoge

Literatur

  • Wilhelm Deuer: Burgen und Schlösser in Kärnten - Kulturwanderungen, 2. Band, S. 96-105; Verlag Johannes Heyn 2008, Klagenfurt, ISBN 978-3-7084-0307-6
  • Peter Wiesflecker: Wernberg - Aus der Geschichte einer Kärntner Gemeinde. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2001, ISBN 3-85366-967-0
  • Reginald Vospernik: Kronika Vospernikovih – Chronik der Familie Vospernik, Eigenverlag, Föderlach/Podravlje 2006.
  • R. Vospernik: Zweimal aus der Heimat vertrieben – Die Kärntner Slowenen zwischen 1919 und 1945 – Eine Familiensaga, Klagenfurt/Celovec 2011.

Einzelnachweise

  1. Paul Zdovc: Slovenska krajevna imena na avstrijskem Koroškem, razširjena izdaja. Die slowenischen Ortsnamen in Kärnten (Herausgegeben von: Slovenska akademija znanosti in umetnosti, Razred za filološke in literarne vede, Razprave/Dissertationes 21), Erweiterte Auflage, Ljubljana 2010. ISSN 0560-2920.
  2. Reginald Vospernik: Internierungen von Kärntner Slowenen im Jahre 1919, in: Carinthia I, 2007, S. 383-421;
    • Reginald Vospernik: Zweimal aus der Heimat vertrieben – Die Kärntner Slowenen zwischen 1919 und 1945 – Eine Familiensaga, Klagenfurt/Celovec 2011.
  3. Liste der Pfarren im Dekanat Rosegg/Rožek
  4. Reginald Vospernik: Kronika Vospernikovih – Chronik der Familie Vospernik, Eigenverlag, Föderlach/Podravlje 2006;.

Weblinks

 Commons: Wernberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien