Irr- oder Zellersee #

Irrsee
Nördlich des Mondsees, etwa 30 km östlich von Salzburg, wird der Irrsee im Osten von einer sanften Hügelkette und im Westen vom Irrsberg und Kolomannsberg eingerahmt. Nur im Süden stößt der Blick auf hohe Berge, auf die schroffe Drachenwand, auf Schober- und Schafberg. Die Moorlandschaft am Nordufer steht unter Naturschutz und ist ein Dorado für die Botaniker. Auf Grund seiner ruhigen Lage ist der See bei Sportfischern sehr beliebt. Er entwässert durch die Zeller Ache in den Mondsee. Sein größter Ort ist Zell am Moos an der Südostseite. Seinen Namen verdankt er angeblich dem Fund einer geschnitzten Marienstatue im moorigen Seeufer. Da die Statue große Ähnlichkeit mit der Mariazeller Muttergottes aufwies und im Moos gefunden wurde, nannte man den Ort daraufhin Zell am Moos. 

Sagen #

Wie der Irrsee entstand: Den Irrsee hat es nicht immer gegeben. An seiner Stelle soll vor langer Zeit das Schloss eines bösen, mächtigen Zauberers gesstanden sein. Die Wände bestanden aus Marmor mit Edelsteinen und Dach, Türen und Fußböden aus Gold. Er ließ die Bewohner der Umgebung öfters ins Schloss kommen, um sie zu quälen. Von dem einen verlangte er, dass er seinen Freund bestehle, ein anderer musste seine Feldarbeit liegen lassen, bis das Korn verfault war usf. Keiner wagte sich ihm zu widersetzen – mit Ausnahme der Bewohner von Ischl, dem kleinen Städtchen an der Traun. Das ärgerte den Zauberer maßlos und er studierte wochenlang seine Zauberbücher, wie er ihnen Schaden zufügen könne…Er kannte einen einfältigen Burschen, den er als Boten nach Ischl schicken woltte – und zwar mit einem Topf voll Flüssigkeit. Die Ischler sollten den Salzgehalt des Flüssigkeit prüfen, denn darauf verstanden sie sich als Salz-Bergleute recht gut. Der Topf dürfe aber nur in Ischl geöffnet werden. Der Bursche trug den Topf nach Ischl, doch dort wollte man mit dem Gefäß aber nichts zu tun haben, so dass er unverrichteterweise wieder zurückkehrte. Knapp vor dem Schloss überkam ihn die Neugierde und er nahm den fest verschlossenen Deckel ab: Da stürzte eine Wasserflut hervor und begrub bald alles unter sich. Das Schloss, welches in einer Mulde lag, begann als erstes zu versinken und der Zauberer, der dagegen in der Eile keinen Spruch in seinen Zauberbüchern fand, ertrank elendiglich. Das Wasser aber wurde zu einem wunderschönen See. 

Wandervorschlag #

Höhenweg entlang der See-Westseite: Der Weg ist mit der Markierungsnummer 88 bezeichnet und folgt in rund 800 Meter Seehöhe der gesamten Länge des Sees. Es gibt mehrere Einstiegspunkte, so etwa den Weiler Hausstätt am Südende des Irrsees, wo wir über Schusterberg zum Höhenrücken hinaufwandern und sodann in nördlicher Richtung – immer parallel zum Seeufer – weitergehen. Nach etwa zwei Drittel des Weges kann man über die Ruine Wildeneck zur Uferstraße absteigen oder bis zum Weiler „Gegend“ weitergehen. Zahllose wunderschöne Ausblicke ins Alpenvorland aber auch ins Gebirge lohnen die Wanderung. Je nach Ausdehnung ist man 3 bis 4 Stunden unterwegs. 

Landkarte: Freytag & Berndt Nr. 282

Steckbrief#

553 Meter Seehöhe, 5 k lang, 1 km breit, 32 m tief.
Kostenlose öffentliche Bäder am Ost- und Südufer. Badetemperatur bis 27 Grad.
Fischarten: Hechte, Zander, Maränen, Aale, Brachsen, Schleien.
Ruderbootsverleih, Segeln, Surfen. Elektro- und Motorboot-Fahrverbot.
Tauchsport: Seine Ufer sind völlig naturbelassen. Der See ist Privatbesitz des „Konsortiums Zellersee“ und Taucherlaubnis wird nur in Einzelfällen auf Anfrage gewährt.Als echter Moorsee sind die Sichtweiten im Wasser sehr gering; nur im Herbst beträgt die Sicht an die drei Meter. Es ist ratsam eine Unterwasserlampe mitzunehmen. Auf Grund des Moorbodens gibt es keinen Bewuchs, dafür erreichen die Fische – besonders Hecht und Forelle – aber gewaltige Ausmaße.

Information: Tourismusverband Mondsee-Land, Mondsee-Irrsee, Dr. Franz Müller Straße 3, 5310 Mindsee, Telefon: (06232) 2270, Fax: (06232) 4470, E-Mail: info@mondsee.at, Internet: www.mondsee.at




© Bild und Text Hilde und Willi Senft