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Krems an der Donau#

Krems
Wappen von Krems

Bundesland: Niederösterreich Krems an der Donau, Niederösterreich
Bezirk: Krems an der Donau, Statutarstadt
Einwohner: 24.627 (Stand 2017)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 203 m
Fläche: 51,61 km²
Postleitzahl: 3500, 3502, 3504, 3506, 3507
Website: www.krems.gv.at


Krems (links) und Mautern rechts
Die Donau in Österreich, Krems (links) und Mautern rechts gesehen von der Ferdinandswarte.
Foto: konwiki. Aus: Wikicommons

Krems liegt an der Mündung der Krems in die Donau, am Ausgang der Wachau und ist Schiffsstation.

In Krems befinden sich: Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht, -Gendarmeriekommando, Landesgericht und Gefangenenhaus, Arbeitsinspektorat, Arbeitsmarktservice, Finanzamt, Eich- und Vermessungsamt, Zollamt, Wasserstraßenverwaltung Mitte, Schifffahrtspolizei, Straßenbauleitung Niederösterreichs, Bundesbaudirektion, Landwirtschaftlich-chemische Bundesanstalt, Niederösterreichische Umweltschutzanstalt (Mülldeponie Gneixendorf), Niederösterreichisches Gebietsbauamt, Militärschießstätte Krems-Egelsee, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Bezirksbauernkammer, Gebietskrankenkasse, Zahnambulatorium, Krankenhaus, Volkshochschule, Institut für mittelalterliche Realienkunde Österreichs, Stadtsaal, Piaristenkolleg, 2 Bundesgymnasien und 3 Bundesrealgymnasien, Bundesoberstufenrealgymnasium, Oberstufenrealgymnasium des Instituts der Englischen Fräulein, Handelsakademie, 2 höhere gewerbliche Lehranstalten, Höhere Technische Lehranstalt, Donau-Universität Krems, Pädagogische Akademie der Diözese St. Pölten, Weinakad., FachhochS, Flugplatz Krems-Langenlois, altkatholische und neuapostolische Gemeinde, östlich von Krems Wärmekraftwerk Theiß (Kondensations- und Gasturbine, 552 MW, errichtet 1973), Niederösterreichische Landesmesse. 14.517 Beschäftigte (1991), davon rund 60 % im Dienstleistungssektor (persönliche, soziale und öffentliche Dienste, Handel, Hafen mit zahlreichen Speditionen). In der Produktion: stahlverarbeitende (unter anderem VOEST-Alpine Krems), chemische, Möbel- und Textilindustrie; Forstbetrieb der Österreichischen Bundesforste AG; Fremdenverkehr (115.759 Übernachtungen); Weinbau.

In Krems-Hundssteig wurde 1899 beim Lößabbau eine altsteinzeitliche Jägerstation mit mehreren Feuerstellen (um 35.000 v. Chr., eine der wichtigsten Fundstellen der Altsteinzeit in Österreich) entdeckt, aber damals nicht systematisch wissenschaftlich untersucht; rund 20.000 Stein- und Knochengeräte (Galgenberg bei Stratzing, Venus vom Galgenberg).

Urkundlich 995 erstmals erwähnt und um 1130 Stadt und Münzprägestätte ("Kremser Pfennig") war Krems vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert eine bedeutende Handelsstadt.

Sehenswert sind unter anderem:

  • Rest der mittelalterlichen Befestigung mit Steiner Tor (um 1480) und Pulverturm (1477)
  • Frühbarocke Pfarrkirche heiliger Veit (1616-30 von C. Biasino) als eine der größten und frühesten Barockkirchen in Niederösterreich mit teilweise gotischem Südturm, Ausstattung mit Wand- und Deckenbildern (1787) von M. J. Schmidt (genannt "Kremser Schmidt") sowie Altarblättern von M. Altomonte (1715) und F. A. Maulbertsch (1775), Grabsteine (17. Jahrhundert)
  • Spätgotische Bürgerspitalkirche (um 1470) mit Barockinventar
  • Frühgotisches, barock umgebautes ehemaliges Dominikanerkloster (1240-65), heute Weinstadtmuseum (vor allem archäologische Funde aus der Umgebung von Krems, Sammlung mittelalterlicher und barocker Plastik und Malerei aus Niederösterreich), ehemalige Klosterkirche (Baubeginn um 1240)
  • Institut der Englischen Fräulein (1722-24)
  • Spätgotische Piaristenkirche (urkundlich 1014, ab Mitte 15. Jahrhundert Neubau, Chorweihe 1457, Neuweihe nach Umbau 1508) mit reicher Barockausstattung (Fresken und Altarblätter von M. J. Schmidt)
  • Ehemaliges Piaristenkolleg (1636-41)
  • Auf dem Hohen Markt und in den anschließenden Gassen barockisierte, ursprünglich gotische und Renaissancebürgerhäuser
  • Ehemalige Freihäuser
  • Gozzoburg (12.-13. Jahrhundert, spätere Umbauten)
  • Rathaus (im Kern 15. Jahrhundert, Umbau 1548-52)
  • In Stein (urkundlich 1072/91, bis 1850 historische Doppelstadt mit Krems, dann bis 1938 selbständig, seit 1938 bei Krems) spätgotisch-barocke Pfarrkirche
  • Frühgotische Kirche in Förthof
  • Ehemalige Frauenbergkirche (um 1380)
  • Spätromanisch-frühgotische ehemalige Minoritenkirche und -kloster (13.-15. Jahrhundert) mit Fresken (14./16. Jahrhundert), heute Ausstellungszentrum
  • Rathaus (ab 1701, Fassadenumbau 1779) und Kunsthalle Krems
  • Göttweigerhofkapelle mit bedeutenden frühgotischen Fresken (1305-10)
  • Männerstrafvollzugsanstalt (seit 1852; 1839-48 Redemptoristinnenkloster)
  • Altes Rathaus (urkundlich 1470, bis 1701) und ehemaliges Mauthaus (1536)
  • Gotische und Renaissancebürgerhausanlagen (15.-17. Jahrhundert)
  • Ruine Rehberg und Schloss Gneixendorf (Aufenthalt von Ludwig von Beethoven 1826)
  • Zwischen Krems und Stein Vorstadt und mit ehemaligem Kapuzinerkloster und -kirche (nach 1614)


Kanal in Krems
Kanaldeckel Krems:
Foto A. Skylitsis

Weiterführendes#

Literatur#

  • E. Kranner, K. Antlitz einer Stadt, 1969
  • 1000 Jahre Kunst in Krems an der Donau, Ausstellungskatalog, 1971
  • Österreichisches Städtebuch, Band IV, Teil 2, Die Städte Niederösterreichs, 1976
  • H. Kühnel, Krems an der Donau, in: Historischer Städteatlas, 1991
  • R. Schweiger, Zauber der Architektur. Doppelstadt Krems-Stein und Mautern, 1993
  • H. Kühnel und F. Schönfellner, 1000 Jahre K., 1995


Krems war auch Hauptstadt des nationalsozialistischen Gaues "Niederdonau".

--Glaubauf Karl, Donnerstag, 5. August 2010, 10:36


Der historische Teil des wichtigen Artikels endet eigentlich mit dem 17. Jahrhundert !?!, obwohl sich auch nachher noch viel Wesentliches und den Charakter der Stadt Bestimmendes ereignet hat.

Krems verfügte auch über eine sehr große jüdische Gemeinde, die 1421 im Rahmen der "Wiener Gesera" vernichtet wurde. Erst im späten 19. Jahrhundert kam es zu einer jüdischen Neuansiedelung.

-- Glaubauf Karl, Sonntag, 10. April 2011, 18:55