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Linz#

Wappen von Linz.
Wappen von Linz
© Verlag Ed. Hölzel, Wien.

Bundesland: Oberösterreich
Bezirk: Linz
Einwohner: 210.118 (Stand 2023)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 266 m
Fläche: 96,11 km²
Postleitzahl: 4010, 402x, 403x, 404x
Website: www.linz.at
Stadtplan: Linz


Blick über Linz von der Franz-Josefs-Warte
Blick über Linz von der Franz-Josefs-Warte.
Foto: Thomas Ledl. Aus: Wikicommons, unter CC BY-SA 4.0

Linz, die Landeshauptstadt Oberösterreichs und drittgrößte Stadt Österreichs, liegt am Fuß des Pöstlingbergs zu beiden Seiten der Donau, die hier durch die "Linzer Pforte" aus dem Engtal des Granitplateaus in das Linzer Becken tritt.

Die Linzer Altstadt liegt am südlichen Donauufer und ist durch 2 Straßen- und 1 Bahnbrücke mit dem nördlichen Stadtteil Urfahr verbunden. Die Stadt ist von Anhöhen umgeben (Kürnberger Wald und Freinberg im Westen, Pöstlingberg im Nordwesten, Steyregger Wald und Pfennigberg im Nordosten) und erstreckt sich im Südosten über die Donauauen und die Mündungsebene der Traun.

Linz ist eine Statutarstadt und gliedert sich in 16 Stadtbezirke. Linz ist nicht nur Sitz der Oberösterreichischen Landesregierung und aller Landes- und Bezirksbehörden und Universitätsstadt, sondern (mit mehr als 12.000) Unternehmen auch Zentrum der stärksten Wirtschaftsregion Österreichs. Auch auf Grund des Donauhafens - einer von vier österreichischen Donauhäfen - ist die Stadt ein attraktiver Standort für Logistik- und Handelsbetriebe.

Hatte die Stadt lange Jahre den negativen Ruf einer staubigen Stahlstadt (Voestalpine AG Stahlwerke), entwickelte sie sich in den letzten Jahrzehnten zur einer Stadt, die heute für das "Ars Electronica Center" (1996), das Lentos Kunstmuseum (2003) und für zahlreiche Veranstaltungen und Festivals im Bereich von Kunst und Kultur (u.a. Linzer Klangwolke, Brucknerfest, "Ars Electronica", Filmfestival "Crossing Europe") bekannt ist.

2009 war Linz "Europäische Kulturhauptstadt" und wurde in das Netzwerk "Creative Cities" der UNESCO aufgenommen; seit 2014 trägt Linz daher den Titel "UNESCO-City of Media Arts".

Geschichte#

Die Bedeutung der Siedlung markiert der in Westostrichtung verlaufende Donauweg, der in Südnordrichtung von einer von der Adria zur Ostsee verlaufenden Transversale geschnitten wird. Altsteinzeitliche Gegenstände wurden vereinzelt gefunden, eine kontinuierliche Besiedlung des Linzer Raums ist seit der Jungsteinzeit verbürgt (Gräberfelder aus der frühen Bronzezeit, Urnenfelderzeit und Hallstattzeit im ehemaligen Ort St. Peter, heute Industriegelände, sowie keltische Wallanlagen auf dem Freinberg und dem Gründberg). Die Römer errichteten in der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. ein Kastell mit zugehöriger Zivilsiedlung (die nie Stadtrang erhielt) im Bereich Römerberg und westlich der Achse Hauptplatz-Landstraße. Die römische Bezeichnung "Lentia" leitet sich von der keltischen Wurzel "lentos" (= biegsam, gekrümmt) ab, was als Siedlung an der Flussbiegung (Donau) zu deuten ist. In St. Peter wurden zwei bairische Gräberfelder (7. Jahrhundert) entdeckt.

799 wurde der Ort "Linze" mit der Martinskirche und einem "castrum" (befestigte Ansiedlung, vermutlich westlich davon) urkundlich erstmals erwähnt. Die Raffelstettener Zollordnung weist Linz zur Karolingerzeit als zentralen Ort des Traungaus mit Markt- und Zollfunktion aus. Zirka 1205/06 kam die Siedlung von den Haunspergern an die Babenberger, die sie unter Anlage des Hauptplatzes erweiterten (Mauerring vom Schloss über Promenade und Graben bis zur Donau). Stadtcharakter entwickelte die Siedlung in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Stadtumwallung wurde nach einem Brand von 1800 abgetragen. 1497 wurde die erste Donaubrücke errichtet. Am Ende des 13. Jahrhunderts war Linz mit dem Sitz des Hauptmannes ob der Enns zum Verwaltungsmittelpunkt des Landes geworden. Herzog Albrecht VI. machte die Stadt zu seiner Residenz, Kaiser Friedrich III. lebte hier 1484/85 und 1489-93. Unter ihm wird Linz erstmals als "Hauptstadt" des Landes bezeichnet. Die Stadt blieb auch in der Folgezeit bevorzugter Zufluchtsort des Hofes bei Kriegsgefahr (Türken) und Seuchen (Pest).

Linz Hauptplatz
Linz Hauptplatz
© Österreich Werbung / Bohnacker
Linz
Linz
© Österreich Werbung / Beckel

Erste Ansätze der Reformation sind in den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts erkennbar; um 1600 setzte die Gegenreformation ein, die in der Folgezeit mehrere Orden nach Linz brachte. 1783/85 wurde Linz Bischofssitz. Seit dem Mittelalter hatte die Stadt mehrere Kriege und Belagerungen zu überstehen, von denen sich der Bauernkrieg unter Stephan Fadinger (1626), die Besetzung im Österreichischen Erbfolgekrieg (1741/42) und die dreimalige Besetzung in den Koalitionskriegen gegen Napoleon (1800/01, 1805/06, 1809) besonders nachteilig auswirkten.

Die wirtschaftliche Bedeutung manifestiert sich in 2 Jahrmärkten, die seit dem ausgehenden Mittelalter den Rang internationaler Messen besaßen. 1672 wurde mit der Linzer Wollzeugfabrik der erste Manufakturbetrieb der Monarchie gegründet. Die Pferdeeisenbahn von Linz nach Budweis (1832) bzw. nach Gmunden (1836) war die erste Schienenbahn des Kontinents und diente vornehmlich für den Salztransport, aber auch für den Personenverkehr. Die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Industrialisierung (Textilindustrie, Schiffswerft, Lokomotivfabrik, Nahrungs- und Genussmittelindustrie) führte zu Eingemeindungen: 1873 Lustenau und Waldegg, 1915 St. Peter, 1919 Urfahr und Pöstlingberg, 1923 Kleinmünchen, 1938 St. Magdalena und Ebelsberg, 1939 Keferfeld (Teil von Leonding).

Am 12. Februar 1934 nahm der Bürgerkrieg (Februarkämpfe 1934) von Linz seinen Ausgang. Während der NS-Zeit wurde die Stadt zu einem Zentrum der Rüstungsindustrie ausgebaut. Eine monumentale Verbauung der Donauufer und die Anlage einer Prachtstraße kamen nicht zur Ausführung. 22 Luftangriffe 1944-45 führten zu umfangreichen Zerstörungen.

Von 1945 bis 1955 gehörte Urfahr zur sowjetischen Besatzungszone und hatte eine eigene Stadtverwaltung. Mit dem Ausbau der Schwerindustrie nach dem 2. Weltkrieg (VÖEST, Stickstoffwerke, Schiffswerft) wurde Linz ein Zentrum der österreichischen Schwerindustrie.

Sehenswürdigkeiten#

Kirchliche Bauten

  • Alter Dom (1669-78), vermutlich von P. F. Carlone als Jesuitenkirche erbaut, mit Chorgestühl (1633) aus der Stiftskirche Garsten und Orgel (1789) von F. X. Chrismann aus Engelszell (A. Bruckner war 1855-68 hier Domorganist)
  • Kapuzinerkirche (1606-12, 1660-62 erweitert, seit 1784 Pfarrkirche) mit Altarbild von J. von Sandrart, gotische Madonna und Gedenkstein für den Türkensieger R. Montecuccoli
  • Karmeliterkirche (1674 und 1690-1726) mit Altarbildern von M. Altomonte, C. G. Carlone und C. von Reslfeld
  • Stadtpfarrkirche (1286 erwähnt; 1649-56 umgebaut, 1687-94 erweitert)
    • mit Altarbildern von C. von Reslfeld und in der Art des B. Altomonte sowie mit Grabstein Kaiser Friedrichs III. (Herz und Eingeweide hier beigesetzt)
    • an der Außenwand des Chors Johann-Nepomuk-Statue (1727) von G. R. Donner
  • Kirche der Barmherzigen Brüder (1713-16 Rohbau von J. M. Prunner, 1729-32 ausgebaut, 1743 geweiht) mit Altarbild von M. J. Schmidt und Spitalsanlage von 1908 und 1978
  • ehemalige Deutschordens-, heute Seminarkirche (1718-25 nach Plänen von J. L. von Hildebrandt unter J. M. Prunner erbaut), mit Altarbild von M. Altomonte
  • Elisabethinenkirche (1762-68) mit Fresken von B. Altomonte und M. Dollicher, klassizistische Fassade (Kloster 1745-49 und 1754-57 von J. M. Krinner und F. A. Pilgram), moderne Spitalsanlage seit 1957 in mehreren Etappen
  • Landhaus-, ehemalige Minoritenkirche (urkundlich 1288), Neubau 1751-58 von J. M. Krinner mit Altarbildern von M. J. Schmidt und B. Altomonte
  • Ursulinenkirche (1736-72 von J. Haslinger und J. M. Krinner) mit Altarbildern von B. und M. Altomonte, Ursulinenkloster (1690-1723 von G. und F. M. Pruckmayr) seit 1977 Landeskulturzentrum
  • Freinbergkirche (1829-40) mit Jesuitenkonvikt (1851-53 und 1860)
  • Neuer Dom, auch Mariendom (1862-1924 in Formen der französischen Kathedralgotik nach Plänen von V. Statz mit 135 m hohem Turm), ein Hauptwerk des Historismus in Österreich, mit Grablege der Linzer Bischöfe und Krippe
  • Pfarrkirche Heilige Familie (1907-12 von M. Schlager)
  • Herz-Jesu-Kirche (1901-03 von R. Jeblinger) mit Redemptoristenkloster (1899-1900)
  • Pfarrkirche Kleinmünchen (urkundlich 1290, Neubau 1905-06 von M. Schlager)
  • Friedenskirche in Urfahr (1933/34 und 1949-51 nach Plänen von P. Behrens, A. Popp und H. Feichtelbauer bzw. H. Foschum)
  • Michaelskirche am Bindermichl (1954-57, nach Plänen von F. Reischl)
  • Theresienkirche in Keferfeld (1959-62 von R. Schwarz)
  • Konradskirche auf dem Froschberg (1959-61 von G. Nobl und O. Kainz)
  • Leopoldskirche auf dem Auberg (1969-71 von G. Nobl)
  • evangelische Martin-Luther-Kirche (1842-44)
  • evangelische Versöhnungskirche in Dornach (1996/97 von R. Rainer)
  • Synagoge (1876/77, 1938 zerstört, 1966-68 Neubau von F. Goffitzer)
  • Martinskirche: diese westlich vom Schloss gelegene Kirche stellt ein kunstgeschichtlich besonders wertvolles Denkmal dar: der ursprüngliche Zentralbau (erste urkundliche Erwähnung 799) enthält einen römischen Ofen, Bauelemente und karolingische Ornamente aus dem 8. Jahrhundert, romanische und gotische Architekturteile, gotische Fresken und einen gotischen Chor aus dem 15. Jahrhundert

Linz
Linz: 1 Hauptplatz - 2 Alter Dom - 3 Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt - 4 Martinskirche - 5 Neuer Dom - 6 Ehemalige Deutschordenskirche - 7 Schloss - 8 Landhaus - 9 Bischofshof - 10 Landestheater - 11 Landesmuseum - 12 Brucknerhaus - 14 Botanischer Garten
© Verlag Ed. Hölzel, Wien

Weltliche Bauten

Alt-Linz weist ein vorwiegend barockes Stadtbild auf

  • Landhaus (1564-71) mit "Steinernem Saal", Renaissancenordportal (um 1570) und 3-geschossigem Arkadenhof (1568-74) mit Planetenbrunnen (1582), 1574-1627 Sitz der Landschaftsschule mit Johannes Kepler als Lehrer
  • Altes Rathaus (1513/14 Neubau, 1658/59 umgebaut)
  • Bischofshof (1721-26), als Kremsmünsterer Hof nach Entwürfen von J. Prandtauer erbaut
  • Kremsmünsterer Stiftshaus (1579/80 von C. Canevale)
  • Nordisches Stift (1608/09) von F. Silva, Ausbau 1675-77, seit 1973 Stadtmuseum Nordico; Prunerstift (1734-38), seit 1979 Musikschule
  • Landestheater mit Empirefassade (1802/03), Umbau des Großen Hauses 1955-58 und Neubau der Kammerspiele 1956-58 nach Plänen von C. Holzmeister
  • Kreuzschwesternschule (1926/27 nach Plänen von C. Holzmeister)
  • Krematorium mit Urnenhain (1926-31) von J. Schulte, H. Arndt und P. Theer
  • Tabakfabrik (1929-35) von P. Behrens und A. Popp
  • Disterwegschule (1929-31) von C. Kühne
  • "Nibelungenbrücke" (1938-40) von K. Schaechterle und F. Tamms
  • Brückenkopfbauten (1940-43) von R. Fick
  • VOEST-Brücke (1969-72)
  • Steyregger Brücke (1976-79)
  • Hauptbahnhof (1945-50) von A. Wilhelm
  • Nationalbankfiliale (1951-53 von E. Boltenstern und E. Wachberger)
  • Wirtschaftsförderungsinstitut (1960-66 von H. Aigner und E. Hismayr)
  • J.-Kepler-Universität (1964, seither laufend Erweiterungsbauten)
  • Brucknerhaus (1969-74 von H. und K. Siren)
  • Neues Rathaus (1979-85 von R. Falkner und A. Fürtler)
  • Design-Center (1991-93 von T. Herzog)
  • Ars Electronica Center - Museum der Zukunft (1994-96)

  • Schloss (urkundlich 1286, mit dem "castrum" von 799 vermutlich nicht identisch): mit Friedrichstor, Wappenstein (1481) und Trutzmauer;
    Neubau 1604-14, teilweise Zerstörung durch Brand 1800, zeitweilig Residenz (Albrecht VI., Friedrich III.);
    ab Joseph II. Verwendung als Lazarett, Strafanstalt, Kaserne und Flüchtlingslager;
    1959-66 adaptiert für das Landesmuseum Francisco-Carolinum;
    heute zeigt das Schlossmuseum Linz - als größtes Universalmuseum Österreichs - auf 18.000 Quadratmetern die Natur-, Kultur- und Technikgeschichte Oberösterreichs
  • Befestigungsanlage (1831-37): von Erzherzog Maximilian d´Este errichtet - ursprünglich 32 Rundtürme in Form eines "verschanzten Lagers" um die Stadt mit Fort Pöstlingberg
  • Bergschlössl (1718)
  • Auhof (Baukern 16. Jahrhundert, Fassade und Dach 18. Jahrhundert): heute Verwaltungsgebäude der Linzer Johannes-Kepler-Universität
  • Schloss Ebelsberg

Denkmäler#

Friedensobelisk (1650); Fadingersäule (1702 und 1769); Dreifaltigkeitssäule (1717-23); Stifterdenkmal (1902 von H. Rathausky); Stelzhamerdenkmal (1908 von F. Metzner); "Freude am Schönen" (1908 von A. Hanak); Forum Metall (Plastiken im Donaupark, 1977)

Weiterführendes#

Literatur#

  • Linzer Regesten, 1952ff.
  • Jahrbuch der Stadt Linz, 1935-37 und 1949-54
  • Historisches Jahrbuch der Stadt Linz, 1955ff.
  • Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz, 1955ff.
  • Kunstjahrbuch der Stadt Linz, 1961ff.
  • Linzer Archäologische Forschungen, 1962ff.
  • J. Schmidt, Die Linzer Kirchen (Österreichische Kunsttopographie 36), 1964
  • Österreichisches Städtebuch, Band I, Oberösterreich, 1968
  • A. Wied und andere, Die profanen Kunstdenkmäler der Stadt Linz. Die Altstadt, 1977
  • O. Constantini, Stadtführer Linz, 1980
  • W. Katzinger, Linzer Chronik, 1984
  • H. Thaler und andere, Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz (Österreichische Kunsttopographie 50), 1986
  • W. Knoglinger, 500 Jahre Linz Landeshauptstadt, 1989
  • O. Ruhsam, Historische Bibliographie der Stadt Linz, 1989
  • F. Mayrhofer und W. Katzinger, Geschichte der Stadt Linz, 2 Bände, 1990
  • H. Lackner und G. Stadler, Fabriken in der Stadt, 2 Bände, 1990
  • R. Zinnhobler, Kirche in Linz, 1990
  • H. Ebner, J. Ebner und R. Weißengruber, Literatur in Linz, 1991
  • S. Größing und andere, Sport in Linz, 1992
  • I. Andruchowitz, Schule in einer Provinzialhauptstadt, 1994
  • H. Schimek und F. X. Goldner, Stadt Bau Kunst, 1997