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Oberösterreich#

Wappen von Oberösterreich
Wappen von Oberösterreich

Fläche: 11.982,59 km²
Einwohner: 1.465.045 (Stand 2017)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Landeshauptstadt: Linz
Website: www.land-oberoesterreich.gv.at

Oberösterreich ist flächenmäßig das viertgrößte und bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland Österreichs und erstreckt sich vom Böhmerwald bis zum Dachstein und vom Inn bis zur Enns.
Es grenzt im Osten an Niederösterreich, im Süden an die Steiermark, im Südwesten an das Land Salzburg, im Westen an Deutschland (Bayern) und im Norden an Tschechien.

Oberösterreich hat sich einerseits in der vergangenen Jahren zu einem dynamischen Wirtschaftsraum entwickelt, andererseits machen Tradition und Brauchtum und die landschaftliche Vielfalt das Land an der Donau zwischen Böhmerwald und Dachsteingebirge zu einem beliebten Urlaubsland.


Das Bundesland hat eine langwierige Entstehungsgeschichte, was sich auch an Hand seines Namens erkennen läßt: der Name "Oberösterreich" tauchte (in lateinischer Form als "Austria superior") erstmals im 13. Jahrhundert auf, im 15./16. Jahrhundert nannte man das Gebiet "Land ob der Enns" oder "Landl", ab 1861 wurde es amtlich als "Erzherzogtum Österreich ob der Enns" bezeichnet und erst seit 1918 ist es das Bundesland "Oberösterreich".


Zahlen und Fakten#


3 Statutarstädte (Linz, Steyr, Wels), 15 Verwaltungsbezirke, 18 Gerichtsbezirke, 442 Gemeinden (davon 32 Städte und 151 Marktgemeinden);
Oberlandesgericht in Linz, Landesgerichte in Linz, Ried im Innkreis, Steyr und Wels

Übersichtskarte#

Oberösterreich Landkarte
Oberösterreich
© Verlag Ed.Hölzel

Oberösterreich unterteilt sich in Hausruck-, Traun-, Mühl- und Innviertel. Das Mühlviertel im Norden, Teil des Böhmischen Massivs (Österreichisches Granitplateau), greift mit den Höhenrücken Sauwald und Kürnberger Wald auf das Donau-Südufer über.

Die Donaulandschaft zerfällt in das Passauer Engtal, 3 Becken (Eferding, Linz, Machland) und Strudengau.

Das Alpenvorland südlich der Donau umfasst Innviertel, Hausruckviertel mit Hausruck- und Kobernaußer Wald, Traunviertel (Attergau und Traungau) und Traun-Enns-Platte.

Südlich folgen das Salzkammergut und die oberösterreichischen Eisenwurzen; an die schmale Sandsteinzone schließen sich entlang der südlichen Landesgrenze breit die Nördlichen Kalkalpen mit Schafberg, Höllengebirge, Traunstein, Kremsmauer und Sengsengebirge an, dahinter das verkarstete Tote Gebirge, fortgesetzt in Warscheneck, Pyhrgas und Dachstein.

Oberösterreich wird im Süden von den Donaunebenflüssen Inn (mit Salzach, Mattig, Ach, Antiesen und Pram), Traun (mit Ager, Alm und Krems) und Enns (mit Steyr) entwässert, im Norden von Kleiner und Großer Mühl, Rodl, Gusen, Aist und Naarn (ebenfalls zur Donau).

Das Salzkammergut besitzt zahlreiche Seen, darunter Attersee, Traunsee, Wolfgangsee, Mondsee, Hallstätter See und Irrsee; zu den kleineren zählen Gleinkersee, Ödseen, Almsee, Offensee, Laudachsee, Gosauseen, Nussensee, Schwarzensee, Langbathseen und Moorseen im oberen Innviertel (Ibmer Moos).

Wirtschaft#

War Oberösterreich Mitte des 20. Jahrhunderst noch weitgehend Agrarland, ist es heute eine dynamische Wirtschaftsregion und führendes Export- und Industriebundesland. Das Land ist - auch auf Grund seiner zentralen Lage in Österreich, der unmittelbaren Nachbarschaft zu Deutschland und Tschechien und einer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur - ein mitteleuropäischer Top-Wirtschaftsstandort.

Um die Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu stärken wurden seit 1998 mehrere Cluster- und Netzwerk-Initiativen eingerichtet, die die Bereiche Automobil, Kunststoff, Möbel und Holzbau, Ökoenergie, Lebensmittel, Gesundheitstechnologie, Mechatronik, Umwelttechnik, Informationstechnologie, Humanressourcen, Ressourcen- und Energieeffizienz abdecken.

Kunst & Kultur#

Oberösterreich besitzt zahlreiche Fundstätten aus frühgeschichtlicher Zeit (namensgebend für Mondseekultur, Attersee- und Hallstattkultur) und aus der Römerzeit (Lauriacum/Lorch, Lentia/Linz, Ovilava/Wels). Bedeutende Kunst- bzw. Bauwerke aus dem christlichen Frühmittelalter sind Tassilokelch und Codex Millenarius in Kremsmünster sowie die Martinskirche in Linz.

Aus der Romanik stammen Teile der Stiftskirchen Wilhering, Baumgartenberg, Lambach, Kremsmünster und Schlägl sowie der Karner in Mauthausen. In gotischem Stil wurden die Pfarrkirchen in Enns, Steyr, Braunau am Inn, Eferding und Mondsee, die Burgen Schaunberg, Prandegg und Ruttenstein sowie Bürgerhäuser in Steyr, Freistadt, Enns und Wels errichtet.
Auch die Flügelaltäre in St. Wolfgang im Salzkammergut, Kefermarkt, Hallstatt, Waldburg, Rauchenödt, Gampern und Gebertsham, die Altdorfer-Bilder im Stift St. Florian sowie Fresken in St. Leonhard bei Pucking entstanden in der Gotik.
Aus der Zeit der Renaissance haben sich erhalten: Bürgerhäuser in Steyr, Wels und Linz, der Ennser Stadtturm, die Schlösser Aistersheim, Würting, Weinberg, Greinburg und Hartheim sowie das Landhaus in Linz.
Barocke und Rokokokirchen und -profanbauten besitzt Oberösterreich in Reichersberg, Waldhausen, Schlierbach, Garsten, Gleink, Ranshofen, Suben, St. Florian, Kremsmünster, Spital am Pyhrn, Engelhartszell, Wilhering, Stadl-Paura, Christkindl, Linz und Steyr. Barocke Schlösser befinden sich in Aurolzmünster, Hohenbrunn (St. Florian), Zell an der Pram und Neuwartenburg. Als Künstler der Barockzeit traten in Oberösterreich besonders die Familie Schwanthaler und Johann M. Guggenbichler hervor. Empire- und Biedermeier-Bauten befinden sich in Bad Ischl und Ebensee.

In Oberösterreich gibt es zahlreiche Natur- und Landschaftsschutzgebiete, darunter 24 Europaschutzgebiete (Natura-2000-Gebiete u.a.), der Nationalpark Kalkalpen, 3 Naturparke und 562 Naturdenkmale.

Oberösterreich begeistert mit seiner landschaftlichen Vielfalt - vom Granit- und Gneishochland im Mühlviertel über den hügeligen Hausruck, das Alpenvorland bis zum Salzkammergut und den höchsten Gipfeln des Dachsteinmassivs.