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Zollfeld#

Kärnten, Teil des Klagenfurter Beckens, langgestreckte Talebene (10 km) der Glan zwischen Klagenfurt und St. Veit, von kleinen Wäldern, Hügeln und einzelnen Sümpfen durchsetzt; alte Kulturlandschaft, durch viele Jahrhunderte die politische, religiöse und kulturelle Mitte Kärntens Die "heiligen Berge", zum Teil einst Stätten heidnischer Kulte, heute Ziel der Vierberge-Wallfahrt, begrenzen das Zollfeld: im Süden der Ulrichsberg, im Osten der Magdalensberg (Helenenberg), gegen Norden der Gößeberg (auch Veitsberg) und der Lorenziberg. Am Süd-Rand des Zollfelds liegt Maria Saal. Der Name Zollfeld scheint um das Jahr 1000 auf.

Das Zollfeld wies bereits in frühgeschichtlicher Zeit eine dichte Besiedlung auf. Erste bekannte Siedlungen gehören der Hallstattzeit an, eine urgeschichtliche Wallburg befand sich auf dem Maria Saaler Berg. Später folgten die Kelten; auf dem Magdalensberg lag eine keltisch-frührömische Bergstadt, von rund 2,5 km² Fläche. Nördlich von Maria Saal legten die Römer die norische Provinzhauptstadt Claudium Virunum an. Spuren von 2 frühchristlichen Saalkirchen wurden auf dem nahen Gratzerkogel (503 m) ausgegraben. Nach der Völkerwanderung wurde die Bevölkerung vorübergehend wieder heidnisch. Chorbischof Modestus missionierte das Land erneut für Salzburg und errichtete um 750 zu Maria Saal eine Kirche. Um 830 erfolgte die Errichtung einer karolingischen Pfalz zu Karnburg (urkundlich 888). Nach der endgültigen Abtrennung Kärntens von Bayern wurde Kärnten 976 selbständiges Herzogtum. Aus dieser Zeit blieben im Zollfeld 2 bedeutende Denkmäler, betreffend die Einsetzung der Kärntner Herzöge, erhalten: der Herzogstuhl und der Fürstenstein (heute im Kärntner Landesmuseum in Klagenfurt).


--> Historische Bilder zu Zollfeld (IMAGNO)

Literatur#

  • S. Hartwagner, Das Zollfeld, 1957
  • W. Neumann, Der Kärntner Herzogstuhl im Wandel der Geschichte, 1985