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vom 06.07.2016, aktuelle Version,

Bruno Riedl

Bruno Riedl (* 2. April 1937 in Linz) ist ein oberösterreichischer Orgelbauer, der vor allem in den österreichischen Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Wien zahlreiche Orgeln errichtet hat.

Leben - Ausbildung - Wirkung

Bruno Riedl kam am 2. April 1937 in Linz als Sohn des Regierungsrates Franz Riedl und seiner Frau Margarethe zur Welt.[1] Er absolvierte die Volks- und Realschule (fünf Klassen Mittelschule). Oktober 1953 trat er die Lehre zum Orgelbauer bei den Orgelbaumeistern Gebrüder Matthäus (1885–1954) und Anton Mauracher (1896–1962) in Linz an, wechselte nach dem Tod von Anton Mauracher zu Orgelbaumeister Wilhelm Zika jun. (1905–1989), der die aus der Firma Breinbauer in St. Florian hervorgegangene Orgelbauanstalt Wilhelm Zika sen. nach dem Tod seines Vaters Wilhelm (1875–1955) leitete; diese firmierte ab 1956 unter dem Namen Oberösterreichische Orgelbauanstalt GmbH (Orgelbauanstalt St. Florian, Oberösterreich). Dort legte Riedl 1957 die Orgelbau-Abschlussprüfung ab.

1957 erweiterterte Riedl seine Kenntnisse in der Orgelbauwerkstätte Graf, Sursee, Schweiz. 1958 arbeitete Riedl als Intonateur bei der Orgelbaufirma Eisenbarth in Passau, Deutschland, und legte im selben Jahr seine Orgelbaumeisterprüfung ab; mit 21 Jahren war Riedl der damals jüngste Orgelbaumeister in Österreich.

1962 erwarb sich Riedl weitere Kenntnisse im französischen Orgelbau bei Orgelbaumeister George L'Hôte in Genf. Für ein Jahr war er dort Werkmeister.

Nach Ableisten des bis dahin mehrfach verschobenen Militärdienstes gründete Riedl 1965 eine Orgelbaufirma, in der bis 1980 mit rund acht bis zehn Mitarbeitern 60 mechanische Schleifladenorgeln entstanden.

Riedl war in der Oberösterreichischen Wirtschaftskammer als Innungsmeister für Orgelbau tätig und fungierte in der Österreichischen Wirtschaftskammer als stellvertretender Bundesinnungsmeister im Ausschuss der Musikinstrumentenerzeuger Österreichs. Er gründete 1978 die Vereinigung Österreichischer Orgelbaumeister.

Orgeln der Firma Riedl

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1971 Timelkam Katholische Pfarrkirche Timelkam II/P 24
St. Martin bei Linz II/P 19
1972[2] Sipbachzell Pfarrkirche Sipbachzell
II/P 12
Wels St. Josef Pernau II/P 22
Linz St. Peter II/P 13
Waidhofen an der Ybbs Stadtpfarrkirche II/P 30
Laa an der Thaya Stadtpfarrkirche II/P 25
1978 Bad Ischl Evangelische Pfarrkirche Bad Ischl II/P 22
1974 Steyr Evangelische Kirche II/P 18
1979 Grafenschlag Pfarrkirche hl. Martin II/P 15 Disposition
1980[3] Ulrichsberg Pfarrkirche St. Ulrich II/P 20
1980[3] Pichl bei Wels II/P 22
Wien Kagraner Pfarrkirche II/P
1985[4] Wien evang. Markuskirche II/P 15 Disposition

Die Riedl-Orgel der Markuskirche war 1985 die erste rein französisch
disponierte Orgel in Wien mit allerdings recht geringer Registeranzahl.[5] Eine noch während der Planungsphase angedachte Erweiterung um fünf Register
unterblieb trotz weitestgehend gelöster Finanzierungsfragen.[6]
2007 Renovierung und teilweiser Umbau (Absenkung der Pedalklaviatur,
Ersatz der zu kurzen geraden Pedalklaviatur durch eine "doppelt
geschweifte" Norm-Pedalklaviatur) durch Wolfgang Karner.

1991 Eibiswald Maria im Dorn II/P 26
1997 Gmünd Herz-Jesu-Kirche I/p 8
1997[7] Wien Pfarrkirche Altsimmering II/P 17

Einzelnachweise

  1. diese und die folgenden Angaben beruhen auf einem undatierten, maschinschriftlichen, von Bruno Riedl unterschriebenen Lebenslauf, der einem Orgelangebot aus 1980 beigelegt war
  2. Die neue mechanische Schleifladenorgel der Pfarrkirche Sipbachzell, O.Ö. Inserat. In: Singende Kirche. 20. Jahrgang, Nr. 1.
  3. 1 2 Österreichische Orgeldatenbank Karl Schütz. Abgerufen am 19. Juli 2010.
  4. Musik in der Markuskirche, Webpräsenz der evang. Pfarrgemeinde A.B. Wien-Ottakring (Memento vom 11. November 2014 im Internet Archive)
  5. vgl. dazu die Festschrift zur Orgelweihe in der Markuskirche, 1. Adventsonntag, 1. Dezember 1985, wo es im Beitrag von Bruno Riedl Die neue Orgel in der Markuskirche Wien-Ottakring heißt: "Zwei sehr beherzte junge Organisten machten mir den Vorschlag, ich solle mir den Bau einer französischen Orgel überlegen. Dieser Vorschlag wurde von mir begeistert aufgenommen, ..."
  6. vgl. dazu Riedls Äußerung in einem Schreiben vom März 1984, seine Werkstatt könne "endlich einmal etwas zur Durchführung bringen, von dem wir bisher nur träumten."
  7. Martin Wadsack: Die Orgeln des 11. Wiener Gemeindebezirks. Wien 2014, S. 16.
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