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vom 16.01.2020, aktuelle Version,

Bruno Riedl

Bruno Riedl (* 2. April 1937 in Linz; † 2. Juni 2019[1]) war ein oberösterreichischer Orgelbauer, der vor allem in den österreichischen Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Wien zahlreiche Orgeln errichtet hat.

Leben – Ausbildung – Wirkung

Bruno Riedl kam als Sohn des Regierungsrates Franz Riedl und seiner Frau Margarethe zur Welt.[2] Er absolvierte die Volks- und Realschule (fünf Klassen Mittelschule). Oktober 1953 trat er die Lehre zum Orgelbauer bei den Orgelbaumeistern Gebrüder Matthäus (1885–1954) und Anton Mauracher (1896–1962) in Linz an, wechselte nach dem Tod von Anton Mauracher zu Orgelbaumeister Wilhelm Zika jun. (1905–1989), der die aus der Firma Breinbauer in St. Florian hervorgegangene Orgelbauanstalt Wilhelm Zika sen. nach dem Tod seines Vaters Wilhelm (1875–1955) leitete; diese firmierte ab 1956 unter dem Namen Oberösterreichische Orgelbauanstalt GmbH (Orgelbauanstalt St. Florian, Oberösterreich). Dort legte Riedl 1957 die Orgelbau-Abschlussprüfung ab.

1957 erweiterterte Riedl seine Kenntnisse in der Orgelbauwerkstätte Graf, Sursee, Schweiz. 1958 arbeitete Riedl als Intonateur bei der Orgelbaufirma Eisenbarth in Passau, Deutschland, und legte im selben Jahr seine Orgelbaumeisterprüfung ab; mit 21 Jahren war Riedl der damals jüngste Orgelbaumeister in Österreich.

1962 erwarb sich Riedl weitere Kenntnisse im französischen Orgelbau bei Orgelbaumeister Georges Lhôte in Genf, wo er für ein Jahr als Werkmeister tätig war.

Nach Ableisten des bis dahin mehrfach verschobenen Militärdienstes gründete Riedl 1965 eine Orgelbaufirma, in der bis 1980 mit rund acht bis zehn Mitarbeitern 60 mechanische Schleifladenorgeln entstanden.

Riedl war in der Oberösterreichischen Wirtschaftskammer als Innungsmeister für Orgelbau tätig und fungierte in der Österreichischen Wirtschaftskammer als stellvertretender Bundesinnungsmeister im Ausschuss der Musikinstrumentenerzeuger Österreichs. Er gründete 1978 die Vereinigung Österreichischer Orgelbaumeister.

Orgeln der Firma Riedl

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1971 Timelkam Katholische Pfarrkirche Timelkam II/P 24
St. Martin bei Linz II/P 19
1972[3] Sipbachzell Pfarrkirche Sipbachzell II/P 12
Wels St. Josef Pernau II/P 22
Linz St. Peter II/P 13
Waidhofen an der Ybbs Stadtpfarrkirche II/P 30
1976 Ternberg Katholische Pfarrkirche Ternberg II/P 15
1977 Eben im Pongau Katholische Pfarrkirche Eben im Pongau
1978 Bad Ischl Evangelische Pfarrkirche Bad Ischl II/P 22
1978 Laa an der Thaya Katholische Pfarrkirche Laa an der Thaya II/P 25 Eingebaut in das alte Gehäuse aus dem Jahr 1728.[4]
1974 Steyr Evangelisch-lutherische Stadtkirche Steyr II/P 17 Erste Orgel 1898 von der Orgelbaufirma Lachmayr mit 8 Registern. Neubau durch Bruno Riedl im Jahr 1974 mit 17 Registern. Restaurierung durch Kaufmann Orgelbau im Jahr 2015 mit nun 18 Registern und 1116 Pfeifen
1979 Grafenschlag Pfarrkirche hl. Martin II/P 15 Disposition
1980[5] Ulrichsberg Pfarrkirche St. Ulrich II/P 20
1980[5] Pichl bei Wels II/P 22
Wien Kagraner Pfarrkirche II/P
1985[6] Wien evang. Markuskirche II/P 15 Disposition

Die Riedl-Orgel der Markuskirche war 1985 die erste rein französisch
disponierte Orgel in Wien mit allerdings recht geringer Registeranzahl.[7] Eine noch während der Planungsphase angedachte Erweiterung um fünf Register
unterblieb trotz weitestgehend gelöster Finanzierungsfragen.[8]
2007 Renovierung und teilweiser Umbau (Absenkung der Pedalklaviatur,
Ersatz der zu kurzen geraden Pedalklaviatur durch eine doppelt
geschweifte Norm-Pedalklaviatur) durch Wolfgang Karner.

1991 Eibiswald Maria im Dorn II/P 26
1997 Gmünd Herz-Jesu-Kirche I/p 8
1997[9] Wien Pfarrkirche Altsimmering II/P 17
Commons: Bruno Riedl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Kreuzhuber: Zum Gedenken an Bruno Johann Riedl. Österreichisches Orgelforum, 18. Dezember 2019, abgerufen am 15. Januar 2020.
  2. diese und die folgenden Angaben beruhen auf einem undatierten, maschinschriftlichen, von Bruno Riedl unterschriebenen Lebenslauf, der einem Orgelangebot aus 1980 beigelegt war
  3. Die neue mechanische Schleifladenorgel der Pfarrkirche Sipbachzell, O.Ö. Inserat. In: Singende Kirche. 20. Jahrgang, Nr. 1.
  4. Dehio: Niederösterreich, nördlich der Donau; Verlag Berger, Horn/Wien 2010, S. 623, ISBN 978-3-85028-395-3
  5. 1 2 Österreichische Orgeldatenbank Karl Schütz. Abgerufen am 19. Juli 2010.
  6. Musik in der Markuskirche, Webpräsenz der evang. Pfarrgemeinde A.B. Wien-Ottakring (Memento vom 11. November 2014 im Internet Archive)
  7. vgl. dazu die Festschrift zur Orgelweihe in der Markuskirche, 1. Adventsonntag, 1. Dezember 1985, wo es im Beitrag von Bruno Riedl Die neue Orgel in der Markuskirche Wien-Ottakring heißt: „Zwei sehr beherzte junge Organisten machten mir den Vorschlag, ich solle mir den Bau einer französischen Orgel überlegen. Dieser Vorschlag wurde von mir begeistert aufgenommen, …“
  8. vgl. dazu Riedls Äußerung in einem Schreiben vom März 1984, seine Werkstatt könne „endlich einmal etwas zur Durchführung bringen, von dem wir bisher nur träumten.“
  9. Martin Wadsack: Die Orgeln des 11. Wiener Gemeindebezirks. Wien 2014, S. 16.