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vom 08.06.2017, aktuelle Version,

Großpetersdorf

Großpetersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Großpetersdorf
Großpetersdorf (Österreich)
Großpetersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 31,32 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 16° 19′ O
Höhe: 311 m ü. A.
Einwohner: 3.530 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 113 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7503
Gemeindekennziffer: 1 09 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Großpetersdorf
7503 Großpetersdorf
Website: www.grosspetersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Tauss (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
13
10
1
1
13  10  1  1 

Von 25 Sitzen entfallen auf:

Lage der Marktgemeinde Großpetersdorf im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau Burgenland Lage der Gemeinde Großpetersdorf im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Großpetersdorf (kroatisch Veliki Petrštof, ungarisch Nagyszentmihály) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Der Anteil der Burgenlandungarn beträgt rund 2 %, der der Burgenlandkroaten etwa 1,5 %.

Geographie

Die Gemeinde liegt im Südburgenland; auf einer leichten Anhöhe über dem Zickenbach- und Tauchenbachtal.

Gemeindegliederung

Ortschaften der Marktgemeinde Großpetersdorf
Deutscher
Ortsname
Ungarischer
Ortsname
Kroatischer
Ortsname
Romanischer
Ortsname
Fläche[1]
ha/ar/m²
Einwohner[2]
(Stand 2015)
Großpetersdorf Nagyszentmihály Veliki Petrštof Simeha 1769/71/17 2.530
Kleinpetersdorf Kisszentmihály Mali Petrštof - 0250/61/49 0269
Kleinzicken Kisciklény Mali Cikljin - 0141/52/80 0118
Miedlingsdorf Mérem Milištrof - 0415/48/00 0225
Welgersdorf Velege Velegaj Velegaja 0558/33/23 0356

Geschichte

Die erste sichere Erwähnung des Ortes Großpetersdorf stammt aus einer Urkunde des ungarischen Königs Ladislaus IV. aus dem Jahre 1273. Aus dem Jahre 1539 stammt ein Urbar, in dem der Ort als „Pettersdorf“ erwähnt wird. Die Markterhebung muss nach Urkunden vor dem Jahr 1565 erfolgt sein. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts findet eine von den Grafen Batthyány durchgeführte Ansiedelung von Kroaten in „Kleinpetersdorf“ statt. Bei der in den Jahren 1782 bis 1785 erfolgten josephinischen Landaufnahme wurde die Gemeinde als „Markt Gros Petersdorf oder Nemet Sz. Mihaly“ benannt. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nagyszentmihály verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.

Am 26. März 1921 wurde der inkognito reisende Kaiser Karl I. bei einem kurzen Aufenthalt in Großpetersdorf erkannt und von der Bevölkerung freudig begrüßt.[3] Karl war in Begleitung des Rotenturmer Grafen Thomas Erdődy auf dem Weg nach Szombathely, bei seinem letztendlich erfolglosen Bemühen im Zuge des ersten Restaurationsversuches seine Königswürde in Ungarn wiederherzustellen.[4]

Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Großpetersdorf und seine Umgebung zum Kampfgebiet. 1971 erfolgte der Anschluss der Gemeinde Jabing an Großpetersdorf infolge des In-Kraft-Tretens des Burgenländischen Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes. 1992 trennten sich Großpetersdorf und Jabing per Gemeinderatsbeschluss wieder. Marktgemeinde ist Großpetersdorf seit 2000 (durch LGBl.Nr. 18/2000).

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
49,37  %
(-9,75 %p)
39,57  %
(-1,31 %p)
5,73  %
(n. k.)
5,33  %
(n. k.)
2007



2012



Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche Großpetersdorf
Evangelische Pfarrkirche Großpetersdorf

Verkehr

  • Pinkatalbahn: Momentan ist Großpetersdorf Endbahnhof. Bis Rechnitz gibt es Nostalgiezüge. In Planung bzw. Überlegung ist eine weitere Verlängerung der Strecke ins ungarische Szombathely (dt. Steinamanger).
  • Von 1920 bis ca. 1933 gab es eine schmalspurige Waldbahn nach Rumpersdorf, die hauptsächlich dem Holztransport diente.

Persönlichkeiten

  • Josef Baliko (1876–1930), Holzarbeiter und Politiker, Bürgermeister von Großpetersdorf
  • Alfred Kranich (* 1930–1998), Landesbeamter und Politiker
  • Frederick Lowy (* 1933), kanadischer Psychiater, Präsident der Concordia University
  • Alois Striny (1888–1955), Kaufmann und Politiker
  • Hans Unger (1897–1981), Maurer und Politiker
  • Franz Wallner (1883–1956), Landwirt und Politiker
  • Alois Wessely (1895–1970), Politiker, Landeshauptmann-Stellvertreter des Burgenlands

Literatur

  Commons: Großpetersdorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gemeinde Großpetersdorf: Die Gemeinde in Zahlen (abgerufen am 11. Jänner 2011)
  2. Statistik Austria: Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. Paul Szemere, Erich Czech: Habsburgs Weg von Wilhelm zu Briand. Vom Kurier der Sixtus-Briefe zum Königsputschisten. Die Memoiren des Grafen Tamas von Erdödy., Seite 229 bis 230, Zürich - Leipzig - Wien, Amalthea, 1931
  4. Aufenthalt von Kaiser Karl in Westungarn im März 1921, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 22. Jänner
  5. Michael Pekovics in der BVZ am 21. Dezember 2011