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vom 14.11.2017, aktuelle Version,

Hirlatzhöhle

Hirlatzhöhle

Hauptportal der Hirlatzhöhle

Hauptportal der Hirlatzhöhle

Lage: Oberösterreich, Österreich
Höhe: 870 m ü. A.
Geographische
Lage:
47° 32′ 42,7″ N, 13° 37′ 56,6″ O
Hirlatzhöhle (Oberösterreich)
Hirlatzhöhle

Katasternummer: 1546/7
Typ: Karsthöhle
Entdeckung: 1949 durch Karl Pilz aus Hallstatt
Gesamtlänge: 103.118 m (vermessen, Stand 03/2016)
Niveaudifferenz: 1.073 m (vermessen, Stand 01/2016)
Besonderheiten: Naturdenkmal (nd600)
Website: Höhlenverein Hallstatt / Obertraun

Die Hirlatzhöhle an der Nordflanke des Hirlatz im Dachsteingebirge bei Hallstatt ist mit über 100 km erforschter Länge und 1000 m Tiefe die derzeit drittlängste bekannte Höhle Österreichs.

Geographisches

Das System erstreckt sich vom Oberfeld im Osten bis zum Gamskogel im Westen. Die Ost-West-Erstreckung beträgt 5445 m, die Nord-Süd-Erstreckung 3662 m. Vertikal erstreckt sich die Höhle über 1073 Meter von 1517 m bis auf 443 m.

Die Höhle verfügt über fünf Eingänge. Drei davon sind nur für Taucher benutzbar, ein weiterer liegt in einer steilen Felswand. Aufgrund dieser Umstände bleibt für die effiziente Erforschung faktisch nur ein nutzbarer Eingang, was für Befahrungen, vor allem in tagfernen Bereichen, aufwändige Expeditionen von mehreren Tagen nach sich zieht.

Forschung

Polygonplan der Höhle

In der Hirlatzhöhle wird noch ständig geforscht. Die Forschungen werden vom Verein für Höhlenkunde Hallstatt-Obertraun koordiniert. Die Höhle ist ganzjährig verschlossen.

Der letzte Meilenstein im Längenzuwachs entstand durch den Zusammenschluss der Oberen Brandgrabenhöhle (Kataster Nr. 1546/6) mit der Hirlatzhöhle am 28. Dezember 2011 durch den Höhlentaucher Gerhard Wimmer, durch den die Hirlatzhöhle 100.068 m umfasst.[1] Bekannte Tiefe ist 1.073 m.

Im Januar 2005 durchtauchte Ulrich Meyer 11.500 m vom Eingang entfernt zwei Siphone. Dieser Tauchgang in so großer Entfernung zum Höhleneingang ist Weltrekord.

Naturschutz

Höhlen stehen in Österreich prinzipiell (ex-lege) unter strengem Naturschutz. Diese Höhle wurde 1971 auch zum Naturdenkmal (nd600, Hallstatt und Obertraun) erklärt.[2] Das Gebiet liegt in der Kernzone des UNESCO-Welterbegebiets Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (WHS 806) und im Europa- und Naturschutzgebiet Dachstein (Vogelschutz- und FFH-Gebiet, AT3101000/EU02; N098).[3]

Unglück

Am 28. Februar 2016 brach der 54-jähriger Höhlenforscher Stefan D. aus Deutschland, Mitglied einer fünfköpfigen Gruppe deutscher und tschechischer Forscher, plötzlich tief im Berg zusammen. Zwei Männer stiegen heraus und konnten um 7:30 Uhr die Bergrettung Hallstatt alarmieren. Die Ärztin war um 13 Uhr beim Verunfallten und stellte seinen Tod und bereits eintretende Leichenstarre fest.[4][5]

Literatur

  • ARGE Hirlatzhöhlendokumentation (Hrsg.): Die Hirlatzhöhle im Dachstein. CD-Rom, Henndorf 2001, ISBN 3-9500833-1-6.
  • Gottfried Buchegger, Walter Greger (Red.): Die Hirlatzhöhle im Dachstein, ARGE Hirlatzhöhlenbuch, Hallstatt 1998, ISBN 3-9500833-0-8.
  • M. Meyberg, B. Rinne: Tauchen in der Hirlatzhöhle. Die Hirlatzhöhle im Dachstein, Red. G. Buchegger und W. Greger, PYTHEAS Verlag Budapest, Hallstatt 1998.

Forschung, chronologisch:

  • P. Seethaler: Forschungen im "Westen" der Hirlatzhöhle von 2007 bis 2011. In: Höhlenkundliche Vereinsinformation des Vereines für Höhlenkunde Hallstatt-Obertraun, Jg. 27, Obertraun 2011, S. 10–14 (pdf, land-oberoesterreich.gv.at).
  • P. Riha: Durch den Kessel in die Hirlatzhöhle. In: Höhlenkundliche Vereinsinformation, Obertraun 2006, S. o.A (pdf, land-oberoesterreich.gv.at).
  • A. Achleitner: Mikro-Föhneffekte in der Hirlatzhöhle. In: Höhlenkundliche Vereinsinformation Jg. 25, Obertraun 2004, S. 23–27 (pdf, land-oberoesterreich.gv.at).
  • P. Hübner: Vorstoß ins Wadiland, Höhlenkundliche Vereinsinformation, Jg. 22, Hallstatt 2000, S. 43–47.
  Commons: Hirlatzhöhle  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hirlatzhöhle mit Oberer Brandgrabenhöhle verbunden, 9. Januar 2012.
  2. Bescheid des Bundesdenkmalamtes vom 25. März 1971, Zl.2312/71.
    Angabe in Gerhard W. Mandl (Autor Kap. 2): Pilotprojekt „Karstwasser Dachstein“. Band 2: Karsthydrologie und Kontaminationsrisiko von Quellen. In: Geologische Bundesanstalt (Hrsg.): Archiv für Lagerstättenforschung. Band 21 (= Monographien Band 108 – M-108). Wien 2001, 2.4 Geologische Naturdenkmale in der Dachstein-Region, 15. Hirlatzhöhle, S. 42 (pdf, googledrive.com [abgerufen am 10. April 2014]).
  3. Europaschutzgebiet Dachstein (Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet, AT3101000), Naturschutzgebiet Dachstein in den Gemeinden Gosau, Hallstatt und Obertraun, Genisys
  4. http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Forscher-in-Hallstaetter-Hoehle-zusammengebrochen-tot;art4,2162927 nachrichten.at, 28. Februar 2016, 15h56, abgerufen 1. März 2016.
  5. http://ooe.orf.at/news/stories/2760195/ Herztod in Höhle nach 17 Stunden Arbeit, orf.at, 29. Februar 2016, abgerufen 1. März 2016.