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vom 13.01.2016, aktuelle Version,

Johannes-Kepler-Wohnhaus (Linz)

Keplers Wohnhaus in Linz

Das denkmalgeschützte Johannes-Kepler-Wohnhaus in der Rathausgasse 5 in Linz wird als Bildungshaus unter der Bezeichnung Kepler Salon genutzt.

Geschichte

Das Haus wurde 1549 urkundlich genannt. Das Gebäude war vor 1616 und bis nach 1630 die sogenannte Altenstrasserische Behausung. Im Haus des Linzer Bürgers Altenstraßer wohnte Johannes Kepler von 1622 bis 1626 mit seiner Familie und vollendete hier sein Hauptwerk, die "Rudolphinischen Tafeln".

Seit 1769 befand sich in dem Haus die erste Linzer Druckerei. 1871 kaufte der Katholische Pressverein, ein Linzer Buch- und Zeitungsverlag, das Haus und die Druckerei für 3.200 Gulden.

Im Jahr 2008 wurde das Haus renoviert und im ersten Stock ein Veranstaltungsraum als "Kepler Salon" eingerichtet.

Gebäude

Der spätmittelalterliche Bau wurde im 15. Jahrhundert bis in 1. Drittel des 16. Jahrhunderts errichtet. Umbauten im Stil der Renaissance erfolgten in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und am Anfang des 17. Jahrhunderts mit einer Aufstockung, mit dem Flacherker und den Hofarkaden. Das Gebäude wurde im 17. und 18. Jahrhundert barockisiert und dabei der ehemalige Hinterhof überbaut. Weitere Umgestaltungen erfolgten im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts u. a. mit der biedermeierlichen Ummauerung des Erkers. Seitlich zum Haus Rathausgasse 3 besteht ein kleiner Hof mit einem Schwibbogen. Die Erkerstube im 1. Obergeschoss hat eine mächtige Holzbalkendecke aus dem 16. Jahrhundert und hofseitig eine Stichkappentonne, die Fenster liegen in tiefen Segmentbogennischen.

Der Kepler Salon

Der Kepler Salon ist eine Bildungseinrichtung zur Wissenschaftsvermittlung für ein breites Publikum. Bei freiem Eintritt wird versucht, eine Verbindung zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft zu schaffen, indem von den Vortragenden Wissen und aktuelle Forschungsergebnisse informativ und unterhaltsam vermittelt werden.[1] Hochschulen, Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser und zahlreiche Kooperationspartner machen Forschung im Dialog mit Fachleuten zugänglich und verständlich. Der Kepler Salon wurde 2009 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Linz09 als Schaufenster der Wissenschaften, mit einem Vortrag des Mathematikers Rudolf Taschner eröffnet. Die Raumgestaltung von Thomas Aschenbrenner ermöglicht es, dass - anders als bei Frontalvorträgen - sich Vortragende und Zuhörer auf Augenhöhe begegnen.

Der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler gehört mit Galilei und Newton zu den wichtigsten Begründern und Vertretern der Naturwissenschaften und fungiert als Patron und Namensgeber für den Kepler Salon. Aufgrund des großen Publikumsinteresses konnte das Projekt über das Kulturhauptstadtjahr hinaus weitergeführt werden und wird heute vom Verein „Kepler Salon – Verein zur Förderung von Wissensvermittlung“[2] getragen, der dabei vom Verein "Freunde Kepler Salon" ebenso wie von öffentlichen und privaten Sponsoren finanziell unterstützt wird.

Veranstaltungen

Zum wöchentlichen Programm gehören Kurzvorträge, Wissensbörsen, Streitgespräche mit Fachleuten sowie Lesungen und öffentliches Experimentieren in den Bereichen Natur und Technik, Medizin, Geistes-, Kultur- und Kunstwissenschaften.[3] 2009 wurden 118 Veranstaltungen mit 156 Vortragenden angeboten. Zu Gast waren u.a. Rudolf Taschner, Helga Kromp-Kolb, Anna Mitgutsch, Thomas Mohrs, Anton Pelinka, Regina Becker-Schmidt, Sissel Tolaas, Barbara Frischmuth, Adolf Holl und Heinz Oberhummer.

Literatur

  • Dehio Linz 2009, Altstadt, Bauten im Straßenverband, Rathausgasse Nr. 5, Ehemaliges Kepler-Wohnhaus, S. 129f.
  Commons: Keplers Wohnhaus  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. vgl. Silvia Keller in: Kepler Salon Handbuch 2010, S. 20
  2. http://www.kepler-salon.at