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vom 30.12.2016, aktuelle Version,

Johannes Ludwig (Architekt, 1904)

Johannes Ludwig (* 18. Juni 1904 in Düsseldorf; † 1996) war ein deutscher Architekt. Er war von 1957 bis 1973 Professor an der Technischen Universität München sowie langjähriger Direktor der Abteilung Bildende Kunst an der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Leben und Wirken

Johannes Ludwig wurde als Sohn des Architekten und Otto Wagner Schülers Alois Ludwig (1872–1969) und seiner Frau, der Prager Fabrikantentochter Klara Margarete Wanniek, geboren. In der Jugend prägten ihn stark die noch weitgehend intakte, archaische Einheit der südtiroler Bau- und Kulturlandschaft, da die Ludwigs nach dem Ersten Weltkrieg von München nach Meran zogen und dort ein Obst- und Weingut bewirtschafteten. Aufgrund seiner frühen Begeisterung für den Schiffbau ging er als Praktikant zu den Werften Bremer Vulkan und Blohm & Voss, ab 1924 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule München bei Theodor Fischer, ein Gastsemester bei Clemens Holzmeister an der Kunstakademie in Düsseldorf und diplomierte anschließend bei German Bestelmeyer in München. 1926–1927 war er Mitarbeiter im Architekturbüro Amon & Fingerle in Bozen, bevor er 1929 von Clemens Holzmeister als Assistent an die Kunstakademie in Düsseldorf berufen wurde, an der er Holzmeister in seinen Vorlesungen und Korrekturen oft vertrat. 1931 bis 1935 arbeitete Ludwig als freier Architekt in Meran, danach im Büro seines Onkels, dem Bogenhausener Villenarchitekten Gustav Ludwig in München. In der zweiten Hälfte des Krieges war er zusammen mit Josef Wiedemann beim Ausbau der Stadt Linz und dem Linzer Wohnungsbau-Programm unter Roderich Fick beteiligt und von 1937 bis 1957 als freier Architekt in München, Trostberg und Mühldorf am Inn tätig.

1955 wurde Ludwig auf den Lehrstuhl für Städtebau und Landesplanung an der Technischen Hochschule Wien und 1957 als Nachfolger von Hans Döllgast als ordentlicher Professor für Architekturzeichnen und Raumkunst an die Technische Hochschule München berufen. 1969 bis 1983 war er zudem Direktor der Abteilung Bildende Kunst der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 1973 wurde er emeritiert.

Ludwigs Architekturauffassung wurde insbesondere durch seinen frühen Kontakt zu Gunnar Asplund und zur jungen skandinavischen Architektengeneration stark beeinflusst, die ihn, auch durch den Besuch der großen Stockholmer Werkbundausstellung 1930, wie seinesgleichen aufnahmen. Darunter waren Sven Markelius, Uno Åhrén, Nils Einar Eriksson, Eskil Sundahl und Olof Thunström. 1934 heiratete er die Schwedin Elisabeth Lindström aus Stockholm. Aus der Ehe gingen die Kinder Gunilla, Thomas und Christian hervor. Seine ersten Nachkriegsveröffentlichungen mit Rudolf Pfister im Baumeister über Gunnar Asplund und seine zahlreichen Skandinavien-Exkursionen begeisterten viele Studenten, prägten nachhaltig die Münchner Architektenszene und sicherte maßgeblich den skandinavischen Architektureinfluss in Süddeutschland. Ludwig verband mit vielen seiner ehemaligen Studenten ein langjähriges freundschaftliches Verhältnis. Sein Lehrstuhl bildete zusammen mit den befreundeten Professoren Josef Wiedemann und Franz Hart das Zentrum der stark handwerklich geprägten Münchner Nachkriegsmoderne, deren Einfluss und Bedeutung sein Nachfolger Friedrich Kurrent einmal salopp als Münchner Dreigestirn bezeichnete.

Werk (Auswahl)

Christuskirche Hanau, Innenraum

Schüler

Literatur

  • Friedrich Kurrent (Hrsg.): Johannes Ludwig. Bauten, Projekte, Möbel. Ausstellungskatalog TU München, München 1984.
  • Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung, TU München 1979 (Hrsg.): „Zwischen Transformation und Tradition, Städtebau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ Gerd Albers zum 60. Geburtstag, Beitrag Prof. Johannes Ludwig S76- S81