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vom 09.01.2018, aktuelle Version,

Kohfidisch

Kohfidisch
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kohfidisch
Kohfidisch (Österreich)
Kohfidisch
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 31,32 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 16° 21′ O
Höhe: 258 m ü. A.
Einwohner: 1.478 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7512
Vorwahl: 03366
Gemeindekennziffer: 1 09 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Kohfidisch
Obere Hauptstraße 4
7512 Kohfidisch
Website: www.kohfidisch.at
Politik
Bürgermeister: Norbert Sulyok (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
9
9
1
9  9  1 

Insgesamt 19 Sitze

Lage der Marktgemeinde Kohfidisch im Bezirk Oberwart
Bad TatzmannsdorfBadersdorfBernsteinDeutsch Schützen-EisenbergGrafenschachenGroßpetersdorfHannersdorfJabingKemetenKohfidischLitzelsdorfLoipersdorf-KitzladenMariasdorfMarkt AllhauMarkt NeuhodisMischendorfNeustift an der LafnitzOberdorf im BurgenlandOberschützenOberwartPinkafeldRechnitzRiedlingsdorfRotenturm an der PinkaSchachendorfSchandorfStadtschlainingUnterkohlstättenUnterwartWeiden bei RechnitzWiesfleckWolfauBurgenland Lage der Gemeinde Kohfidisch im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Hof des Schlosses Kohfidisch
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kohfidisch ist eine Marktgemeinde mit 1478 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Gyepűfüzes und weist auf die Bedeutung der Ortschaft im Rahmen des ungarischen Grenzschutzes Gyepű im Mittelalter hin.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Südburgenland.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften und gleichnamige Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2015[1]):

  • Harmisch (128)
  • Kirchfidisch (383)
  • Kohfidisch (926)

Nachbargemeinden

Mischendorf Badersdorf
Güttenbach Deutsch Schützen-Eisenberg
Tobaj

Geschichte

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gyepűfüzes verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Während des Zweiten Weltkriegs war Kohfidisch Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Verbänden der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee. Am 6. April kam es sogar zu heftigen Nahkämpfen im Kohfidischer Schloss, nachdem es Einheiten der sowjetischen 26. Armee gelungen war, in den Ort einzubrechen. Die deutsche 1. Gebirgs-Division konnte den Angriff zurückschlagen und für einige Tage sogar den Csaterberg wieder in die Verteidigungslinie miteinbeziehen. Nach dem Rückzug der deutschen Einheiten in der Nacht vom 11. auf den 12. April in Richtung Lafnitztal wurde Kohfidisch letztendlich besetzt und Teil des sowjetischen Fronthinterlandes, während an der steirischen Grenze die Kämpfe bis zur deutschen Kapitulation weitergingen.[2]

1971 wurden die Gemeinden Badersdorf, Harmisch und Kirchfidisch mit Kohfidisch zusammengelegt. 1993 wurde Badersdorf wieder selbstständig. Marktgemeinde ist Kohfidisch seit 1993 (durch VO 81, 7/1982).

Wappen

Das am 9. Mai 1982 verliehene Wappen zeigt:

„In dem von Blau und Gold gespaltenen Schild vorne aus einem Radviertel eine goldene Hirschstange wachsend, hinten aus einem grünen Bergviertel ein blauer Rebstock wachsend.“

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2017
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
48,82
(-13,55)
44,64
(+12,92)
6,54
(+0,63)





Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[3] 2012[4] 2007[5] 2002[6] 1997[6]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 560 48,82 9 696 62,37 12 654 56,62 11 473 42,92 8 396 40,28 8
SPÖ 512 44,64 9 354 31,72 6 478 41,39 8 629 57,08 11 587 59,72 11
FPÖ 75 6,54 1 66 5,91 1 23 1,99 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1462 1439 1417 1336 1257
Wahlbeteiligung 87,41 % 85,41 % 88,14 % 89,97 % 89,58 %

Gemeindevorstand

Neben Bürgermeister Norbert Sulyok (ÖVP) und Vizebürgermeister Willibald Gabriel (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Jürgen Laky (SPÖ), Wilfried Müllner (ÖVP) und Jochen Weiner (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[7]

Mario Dürnbeck (ÖVP, für Harmisch), Arthur Pfeiffer (ÖVP, für Kohfidisch) und Jochen Weiner (ÖVP, für Kirchfidisch) wurden zu Ortsvorstehern wurden ernannt.[7]

Bürgermeister

Bürgermeister ist Norbert Sulyok (ÖVP). Nach dem Rücktritt von Willibald Gabriel (SPÖ), der von März 1989 bis 10. März 2007 Bürgermeister war,[8] wurde vorerst Johann Schuch (SPÖ) vom Gemeinderat zum Ortschef gewählt.[9] Schuchs Amtszeit war jedoch begrenzt, denn bei der Bürgermeisterdirektwahl am 7. Oktober 2007 erreichte er nur 41,32 % Zustimmung der Wähler und musste seinen Bürgermeistersessel zugunsten von Sulyok, der 58,68 % für sich verbuchen konnte, wieder räumen.[5] Bei der Wahl am 7. Oktober 2012 erreichte Sulyok sogar 70,29 %, obwohl er zwei Mitbewerber hatte.[4] Auch bei der Bürgermeisterwahl am 1. Oktober 2017 hatte Sulyok zwei Mitbewerber, gegen die er sich mit 51,38 % nur knapp durchsetzen konnte. Willibald Gabriel (SPÖ) kam auf 43,01 % und Martin Resner (FPÖ) auf 5,61 %.[3] In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Gabriel zum Vizebürgermeister gewählt.[7]

Leiter des Gemeindeamts ist Rainer Oswald.[10]

Wappen

Das gemeindewappen wurde am 9. Mai 1982 von der burgenländischen Landesregierung verliehen.

Blasonierung: „In dem von Blau und Gold gespaltenen Schild vorne aus einem Radviertel eine goldene Hirschstange wachsend, hinten aus einem grünen Bergviertel ein blauer Rebstock wachsend.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die 1978 zum Heiligen Johannes Nepomuk geweihte Filialkirche Kohfidisch.
Dreifaltigkeitskapelle am Csaterberg
  • Schloss Kohfidisch
  • Glockenturm mit Kapelle im Ort
  • Marienkapelle am Hoch-Csaterberg oberhalb der Weingärten mit Kellerhäuser
  • Grabkapelle der Familie Erdődy im Fidischer Wald
  • Verlobungskapelle am Klein-Csaterberg
  • Römischer Meilenstein, am Csaterberg gefunden, nun bei der Schule situiert

Persönlichkeiten

  Commons: Kohfidisch  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2015 nach Ortschaften
  2. Friedrich Brettner, Die letzten Kämpfe des II. Weltkrieges, Pinka-Lafnitz-Hochwechsel
  3. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Kohfidisch 2017 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  4. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Kohfidisch 2012 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  5. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Kohfidisch 2007 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  6. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Kohfidisch 2002 (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  7. 1 2 3 Gemeinde Kohfidisch: Gemeindemandatare (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  8. Sozialdemokratischer Gemeindevertreterverband Burgenland: Rücktritt des Bürgermeisters Willibald Gabriel (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  9. meinbezirk.at vom 15. Februar 2016: Johann Schuch aus Kohfidisch feierte 60. Geburtstag (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  10. Gemeinde Kohfidisch: Gemeindeamt (abgerufen am 9. Jänner 2018)