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vom 24.05.2018, aktuelle Version,

Liste der Kommunalwappen mit der Jakobsmuschel in Österreich

Dieser Artikel enthält die Liste der Kommunalwappen mit der Jakobsmuschel in Österreich.

Als Jakobsmuscheln oder Pilgermuscheln werden zwei nahe verwandte Arten von Muscheln bezeichnet, die beide zur Gattung Pecten gehören. Der Name Jakobsmuschel geht auf den heiligen Jakobus, den Schutzpatron der Pilger, zurück, dessen Erkennungszeichen die Muschel ist.

Kärnten
Gallizien

In Blau eine silberne, bis zum Schildhaupt reichende, und in der rechten und linken Herzstelle je einmal gezackte Spitze mit einem bis unter den Gipfel steigenden blauen Keil, vorne begleitet von [zwei überkreuzten] silbernen Pilgerstäben [belegt] mit einer Jakobsmuschel, hinten von einer steigenden silbernen, golden bekrönten und golden bezungten Schlange.[1]
Erklärung: Im Wappen symbolisiert die silberne gezackte Spitze den „Hausberg“ der Gemeinde, den Hochobir, und der darin stehende blaue Keil den Wildensteiner Wasserfall. Jakobsmuschel und die von ihr belegten Pilgerstäbe sind Attribute des Pfarrpatrons Jakobus des Älteren. Die gekrönte silberne Schlange spielt auf eine lokale Sage an.[2]
Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 10. Jänner 1986 verliehen. Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Reichenfels

In blauem Schild ein naturfarbener altkristalliner Fels, dessen Gipfel von je einer silbernen Jakobsmuschel rechts und links beseitet ist.[3]
Erklärung: Obwohl seit Mitte des 15. Jahrhunderts Markt, wurde Reichenfels erst am 24. März 1557 durch Bischof Georg von Bamberg das Recht zur Führung eines Siegels gewährt. Das Siegel zeigte den Pfarrpatron, den Apostel Jakobus den Älteren, als Ganzfigur mit Pilgerstab und Mantel, der in seiner Linken ein Wappen mit einem zerklüfteten Fels und zwei Jakobsmuscheln hielt. Der Heilige Jakobus fungierte auch noch in jüngeren Darstellungen als Schildhalter oder (in einem Siegel aus dem Jahr 1595) gar als Hauptfigur des Reichenfelser Wappens. Anlässlich der förmlichen Bescheinigung bzw. Verleihung von Wappen und Fahne im Jahr 1971 ist jedoch auf Empfehlung des Landesarchivs nur noch der „redende“ Binnenschild mit dem altkristallinen Felsen (der „reiche Fels“) und den beiden silbernen Jakobsmuscheln, die auf den Patron hinweisen, verblieben.
Die Fahne der Gemeinde Reichenfels ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Sankt Jakob im Rosental

Im schräglinks geteilten Schild oben in Rot eine Jakobspilgermuschel, unten in Silber eine rote Rose.
Erklärung: Die Muschel ist das Attribut und das Symbol des Pfarrpatrons Jakobus der Ältere, die rote, fünfblättrige Rose symbolisiert das Rosental, dem die Gemeinde angehört und das sie im Namen führt – allerdings leitet sich dessen Name nicht von der Rose ab, sondern von drei Burgen der Herren von Ras: von der im Hochmittelalter errichteten Rasburg auf der Gratschenitzen (auch: Gratschützen) westlich von Rosenbach, einer zweiten Burg in Schlatten (Burg Ras) und der dritten im heutigen Rosegg (Burgruine Rosegg).
Das Wappen sowie die Fahne wurden der Gemeinde St. Jakob am 16. Mai 1980 verliehen, die Fahne ist Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Niederösterreich
Gedersdorf

Über einem blauen Schildfuß mit vier silbernen Wellenleisten zeigt das Wappen auf grünem Schild eine goldene Jakobsmuschel, eine goldene Lilie und einen goldenen Weinstock.

Guntramsdorf
Kautzen
Lichtenau im Waldviertel

Unter blauem Schildhaupt in Rot ein mit drei roten Jakobsmuscheln belegter goldener Schrägrechtsbalken.[4]

Puchenstuben
Rastenfeld

Der in der Mitte geteilte Wappenschild enthält im oberen weißen Feld nebeneinander zwei rote Muscheln und im unteren roten Feld eine weiße Meermuschel.

Oberösterreich
Roitham am Traunfall

Von Rot und Grün erniedrigt, geteilt durch einen silbernen, mit einer rechten Stufe gebrochenen Balken; oben unter der silbernen, durchgehenden Traunfallbrücke eine silberne Kaplan-Wasserturbine, unten eine goldene Muschel.
Erklärung:Unter der Traunfallbrücke symbolisieren Turbine und Stufe das Kraftwerk und den Traunfall selbst. Die Muschel als Attribut des Heiligen Jakobus steht für den Pfarrpatron.[5]
Das Gemeindewappen wurde 1985 verliehen.

Schalchen

In Silber über blauem, gewelltem Schildfuß zwei blaue, schräggekreuzte Reißhaken mit roten Stielen, überdeckt durch eine rote, gestürzte Muschel.

Schönau im Mühlkreis

In Gold zwei schwarze, schräggekreuzte Brände, darunter eine rote Muschel.
Erklärung: Die Brände sind ein Wappenbild des Ministerialengeschlechtes der Pranter, die Anfang des 13. Jahrhunderts die erste Burg Prandegg errichteten. Die rote Muschel steht für den Heiligen Jakobus, dem Kirchenpatron, und symbolisiert eine Pilgermuschel. Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb.
Die Verleihung des Gemeindewappens und der Gemeindefarben erfolgte am 24. April 1972.[6]

Steiermark
Lassing

In einem von Gold und Grün schräg rechts geteilten Schild ein von einem Tor und zwei Fenstern durchbrochener blauer Turm im goldenen und eine goldene Pilgermuschel im grünen Felde.
Erklärung: Ursprünglich bestand das Gemeindegebiet aus zwei selbstständigen Gemeinden: die goldene Hälfte des Wappens steht für Lassing-Sonnseite, die grüne für die Teilgemeinde Lassing-Schattseite, der Turm symbolisiert die Burg Strechau, die Muschel als das Zeichen des Heiligen Jakob, dem Schutzpatron der Kirche von Lassing.

Soboth

In silbernem Schild über blauem mit zwei silbernen gestürzten Jakobsmuscheln belegtem Schildfuß ein silberner Wellenbalken, belegt mit sieben einzeln nebeneinander gestellten blauen Wellen, darüber ein grüner Dreispitzberg, dessen mittlere Spitze bis zum oberen Schildrand reicht und mit drei silbernen aus gemeinsamem Muttergestein wachsenden langprismatischen Bergkristallen belegt ist.[7]
Erklärung: Das Wappen enthält heraldische Symbole für die geographische Lage, die wirtschaftliche Geschichte und die kirchlichen Verhältnisse des Gemeindegebietes: die Jakobsmuscheln verweisen auf die beiden Katastralgemeinden Soboth und Laaken, der Wellenbalken symbolisiert die Fließgewässer des Gemeindegebietes, die Bergkristalle stehen für den Quarz als Grundlage der Glaserzeugung im Gebiet von Soboth und Pack, der grüne Dreiberg der Umrahmung steht für die almenreiche Bergwelt der Umgebung von Soboth.[8]
Das Wappen wurde der Gemeinde 2009 verliehen und am 7. März 2010 im Rahmen einer Feier überreicht.[9]

Thal

In Rot zwei silberne Pfähle, jeder Pfahl belegt mit sechs Muscheln in Schattenfarbe.
Erklärung: Die Pfähle stammen aus dem Familienwappen der ältesten nachweisbaren adeligen Grundherrschaft "von Waldsdorf". Die Muscheln weisen auf den Pfarrpatron, Apostel Jakobus den Älteren, hin.
Die offizielle Verleihung des Wappens erfolgte am 11. Juli 1987.

Tirol
St. Jakob in Defereggen

In Grün eine silberne Muschel, mit den schwarzen Bergwerkszeichen Schlägl und Eisen belegt, im Schildhaupt eine ganze und zwei halbe gestürzte silberne Spitzen.
Erklärung: Das Hauptfeld des Gemeindewappens mit dem Gebirgseinschnitt steht für den Staller Sattel, über den bairische Siedler das Hochtal besiedelten. Die Jakobsmuschel symbolisiert den Heiligen Jakobus; der ist nicht nur Namenspatron der Pfarrkirche, er repräsentiert als Schutzpatron der Wanderhändler und Hutmacher auch zwei ehemals bedeutende Berufszweige. Das Bergwerkszeichen steht für den ebenfalls bedeutenden Bergbau im Defereggental der frühen Neuzeit.[10]
Das Gemeindewappen wurde im Jahr 1975 durch die Tiroler Landesregierung verliehen.

St. Jakob in Haus

Erklärung: Die drei goldenen Jakobsmuscheln erinnern an die durchziehenden Pilger, der schwarzer Sparren an einen Hausgiebel, der die Siedlungsbezichnung „Haus“ symbolisiert.

Strass im Zillertal

Im grünen Schild, dem ein silberner Pilgerstab und eine silberne Muschel aufgelegt sind, drei silberne, mit grünen Dreikleeblättern belegte Spitzen aus dem linken Schildrand kommend.
Erklärung: Die Muschel und der Pilgerstab sind die Beizeichen des Hl. Jakobs, des Patrons der Strasser Pfarrkirche, die Kleeblätter verweisen auf die Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Rotholz, die 1879 ihren Lehrbetrieb aufgenommen hat.
Das Wappen wurde der Gemeinde am 12. Mai 1964 verliehen.[11]

Strassen

Von Blau und Schwarz durch einen silbernen schräglinken Wellenbalken geteilt, im schwarzen Feld eine silberne Jakobsmuschel.
Erklärung: Es versinnbildlicht mit dem geschwungenen silbernen Streifen den Namen der Gemeinde und erinnert mit der Muschel an den Hl. Jakobus, Kirchenpatron der Gemeinde, mit dem blauen Feld an den einstigen Messensee.
Das Wappen wurde am 8. Oktober 1985 von der Tiroler Landesregierung verliehen.[12]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 108
  2. siehe hierzu „Die verwunschene Jungfrau von Wildenstein“ In: Grabner, „Sagen aus Kärnten“, Graz 1941 (Onlinefassung auf sagen.at).
  3. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 228
  4. http://www.lichtenau.gv.at/system/web/sonderseite.aspx?menuonr=218581958&detailonr=218581958
  5. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs, 7. Nachtrag (1984-1987). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 4, 1988, S. 235 f., online (PDF; 7.2 MB) auf ooegeschichte.at
  6. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Schönau (abgerufen am 29. Oktober 2008)
  7. Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. September 2009 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Soboth (politischer Bezirk Deutschlandsberg). Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 23. September 2009. Jahrgang 2009, Nr. 84, 27. Stück, Seite 398.
  8. Information (Memento vom 6. Dezember 2011 im Internet Archive) der Steiermärkischen Landesregierung vom 8. März 2010 über die Verleihung des Gemeindewappens.
  9. Soboth erhält Gemeindewappen. Wochenzeitung Weststeirische Rundschau vom 12. März 2010. 83. Jahrgang Nr. 10. Seite 1.
  10. Bezirkskunde Osttirol S. 353–358
  11. Wappenbeschreibung auf der Internetseite der Gemeinde Strassen, abgerufen am 11. November 2015
  12. Das Wappen der Gemeinde Strassen auf www.gemeinde-strassen.at, abgerufen am 11. November 2015