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vom 22.10.2016, aktuelle Version,

Lokalbahn Mixnitz–Sankt Erhard

Lokalbahn Mixnitz–Sankt Erhard
E4 mit gemischtem Güter-Personenzug bei Mautstatt
E4 mit gemischtem Güter-Personenzug bei Mautstatt
Streckenlänge: 10,7 km
Spurweite: 760 mm (Bosnische Spur)
Stromsystem: 800 V =
Maximale Neigung: 30 
Minimaler Radius: 60 m
Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h
0,0 Mixnitz-Bärenschützklamm 446 m ü. A.
1,4 Mautstatt
5,0 Baumgartwiese 512 m ü. A.
5,3 Meinhof 1949 aufgelassen
7,4 Schafferwerke 565 m ü. A.
8,3 Sägewerk Gerstl 1949 aufgelassen
9,1 St.Jakob Breitenau 1966 aufgelassen
9,8 St.Jakob Ort 1966 aufgelassen
10,4 Magnesitwerk Veitsch-Radex
10,7 Sankt Erhard 619 m ü. A.

Die Lokalbahn Mixnitz-Sankt Erhard AG oder Breitenauerbahn in der Steiermark ist eine hundertprozentige Tochter der RHI AG, die das Magnesitwerk Breitenau betreibt. Der Lokalbahngesellschaft gehört die Schmalspurbahn, die von den Steiermärkischen Landesbahnen heute auf einer Länge von 10,380 Kilometern betrieben wird. Sie weist eine Spurweite von 760 mm auf und wurde im Zuge der Erschließung der Magnesitvorkommen in Breitenau am Hochlantsch erbaut.

Ausgangspunkt der Bahn ist der ÖBB-Bahnhof Mixnitz-Bärenschützklamm (Österreichische Südbahn), wo die beförderten Frachten auf Normalspurwagen umgeladen werden. Der heutige Endpunkt der Strecke liegt direkt im Werksgelände des Magnesitwerks in Breitenau am Hochlantsch.

Geschichte

1906 wurde im steirischen Ort Breitenau am Hochlantsch – in einem östlich der Mur gelegenen Seitental – ein von dem deutschen Industriellen Carl Spaeter gegründeter Magnesitbergbaubetrieb nebst anschließender Verhüttung gebaut. Schon bald waren die Grenzen des Abtransportes der Produktion sowie des Antransportes der notwendigen Produktionsmittel wie Kohle per Pferdefuhrwerk zu erkennen. Es wurde daher der Plan einer schmalspurigen elektrischen Kleinbahn geboren.

Der erste Personenzug verkehrte auf der Strecke am 12. September 1913, damals noch mit 600 V Gleichstrom. Später stellte man den Betrieb auf 800 V Gleichstrom um. 1953 wurden zwei Fahrzeuge von der eingestellten Ybbser Straßenbahn zu Verschubzwecken erworben. Die Strecke diente von Anfang an vorrangig dem Materialtransport des Magnesitwerkes, aber auch den damals umfangreichen Holztransporten sowie bis ins Jahr 1966 auch dem Personenverkehr.

Nachdem der Personenverkehr im Laufe der Jahre immer mehr zurückgegangen war, wurde er am 31. Juli 1966 eingestellt und durch eine Postautolinie ersetzt. Ein Personenwagen, der 1913 von den Ringhoffer Werken in Prag für die Strecke gebaut worden war,[1] kam bereits um 1930 zur Waldbahn Deutschlandsberg und danach zur Gurktalbahn. Im Juli 2013 wurde er dort gegen einen anderen Personenwagen getauscht und gehört seitdem zum Wagenbestand des Flascherlzuges auf der Stainzerbahn. Der Wagen gehört zur Serie C[2] (das bezeichnet einen Wagen 3. Klasse), er hatte ursprünglich die Wagennummer 1 und die Fabrikationsnummer 83265. Der Wagen wiegt 3715 (nach anderer Quelle 3750[2]) kg, er ist 6,7 m lang und hat 18 Sitzplätze.[3]

Nach der Einstellung des Personenverkehres wurde im Jahr 1970 die Strecke an beiden Endpunkten geringfügig verkürzt und die Abstellhalle sowie die Werkstätte nach Mixnitz verlagert. Am Platz des ehemaligen dreigleisigen Bahnhofes St. Erhard nebst Service- und Verladegleisen befindet sich heute eine Halle des Magnesitwerkes. Ab dem Jahr 1988 wurde schrittweise die Sanierung der Strecke vorgenommen.

Durch heftige Regenfälle verursachtes Hochwasser führte im August 2005 in einigen Abschnitten zu schweren Schäden am Oberbau, so dass kein Fahrbetrieb stattfinden konnte. Am 14. Oktober 2005 wurde nach Wiederherstellung der Strecke der Betrieb wieder aufgenommen.

Neben den werktäglichen Güterzügen für den Magnesittransport verkehren an einzelnen Wochenenden zwischen Mai und September Nostalgie-Personenzüge, die vom Verein "Freunde der Breitenauerbahn" seit 2007 organisiert werden.

Literatur

  Commons: Lokalbahn Mixnitz–Sankt Erhard  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Manfred Hohn: Waldbahnen in Österreich. Verlag Josef Otto Slezak, Wien 1980. ISBN 3-900134-68-5. S. 160.
  2. 1 2 Krobot, Slezak, Sternhart: Schmalspurig. S. 304–305 (Skizze mit Abmessungen auf S. 304)
  3. Flascherlzug erhielt Liechtenstein-Waldbahn-Waggon. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 30, Jahrgang 2013 (26. Juli 2013), 86. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2013, S. 15.