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vom 21.04.2020, aktuelle Version,

Nico Stehr

Nico Stehr (* 19. März 1942 in Berlin) ist ein deutscher Kulturwissenschaftler und Soziologe. Er war bis Juni 2018 Inhaber des Karl-Mannheim-Lehrstuhls für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

Leben

Stehr lehrte und forschte von 1967 bis 2000 an amerikanischen und kanadischen Universitäten, zuletzt als Forschungsprofessor am „Peter Wall Institute for Advanced Study“ der University of British Columbia in Vancouver. Im Studienjahr 2002/2003 war er „Paul-Lazarsfeld-Professor“ der human- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

Stehr war von 2004 bis Juni 2018 Karl-Mannheim-Professor für Kulturwissenschaften an der privaten Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Ebenda leitete er von 2006 bis 2009 ein von der EU-Kommission gefördertes Forschungsprojekt zum gesellschaftspolitischen Umgang mit den so genannten Converging Technologies (d. h. Biotechnologie, Nanotechnologie, Informationswissenschaften und Kognitionswissenschaft) und gründete 2011 das Europäische Zentrum für Nachhaltigkeitsforschung (ECS).

Stehr war Senior Research Fellow am Sustainable Development Research Institute der University of British Columbia (Vancouver), Fellow des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und ist Fellow der Royal Society of Canada sowie Mitbegründer und bis 2006 Herausgeber des Canadian Journal of Sociology. Der Titel seines 1986 erschienenen Buchs (mit Gernot Böhme) The Knowledge Society („Die Wissensgesellschaft“) wurde im wissenschaftlichen, politischen und ökonomischen Kontext zum geflügelten Wort.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Stehr arbeitet zur Kontroverse um die globale Erwärmung unter anderem eng mit dem Hamburger Klimatologen Hans von Storch zusammen. Er ist einer der Autoren des Hartwell Papiers zur Neuausrichtung der Klimapolitik nach dem Zusammenbruch von 2009. Dieses Papier ist das Ergebnis eines von der London School of Economics (LSE) im Februar 2010 einberufenen Treffens zur Reflexion über Konsequenzen aus den Entwicklungen der Klimapolitik Ende 2009.

Einer der besonderen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist die Transformation moderner Gesellschaften zu Wissensgesellschaften sowie die damit verbundenen Folgen für Bereiche u. a. der Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und der Globalisierung. Ein weiteres wichtiges Thema sind die gesellschaftlichen Ursachen und Folgen des Klimawandels.[1][2] Von Stehr liegen hierzu zahlreiche Veröffentlichungen als Autor und Herausgeber sowie auch in Form von Artikeln vor.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Als Autor

Als Herausgeber

  • mit Volker Meja, David Kettler: Karl Mannheim, Strukturen des Denkens, Suhrkamp, 1981; zweite Auflage 2003, ISBN 978-3-518-27898-7
  • mit Volker Meja: Streit um die Wissenssoziologie, Suhrkamp, 1982, ISBN 978-3-518-27961-8
  • mit Volker Meja, David Kettler: Karl Mannheim, Konservativismus, Suhrkamp, 1984; zweite Auflage 2003, ISBN 978-3-518-28078-2
  • mit Gernot Böhme: Knowledge Society, D. Reidel Publishing, 1986, ISBN 978-90-277-2305-5
  • mit Peter Weingart: Practising Interdisciplinarity, University of Toronto Press, 2000, ISBN 0-8020-4328-3
  • mit Reiner Grundmann: Werner Sombart, Economic Life in the Modern Age, Transaction Publishers, 2001, ISBN 0-7658-0030-6
  • The Governance of Knowledge, Transaction Publishers, 2004, ISBN 0-7658-0172-8
  • Biotechnology Between Commerce and Civil Society, Transaction Publishers, 2004, ISBN 0-7658-0224-4
  • mit Christian Fleck: Paul Neurath: Die Gesellschaft des Terrors. Innenansichten der KZs Dachau und Buchenwald, Suhrkamp, 2004
  • mit Reiner Grundmann: Knowledge, 5 Bände, Routledge, 2005, ISBN 0-415-35341-6
  • mit Stephan A. Jansen, Birger P. Priddat: Demographie. Bewegungen einer Gesellschaft im Ruhestand. Multidisziplinäre Perspektiven zur Demographiefolgenforschung, VS Verlag fuer Sozialwissenschaften, 2005, ISBN 3-531-14780-3
  • mit Christian Fleck: Paul F. Lazarsfeld. Empirische Analyse des Handelns, Suhrkamp, 2007, ISBN 978-3-518-29422-2
  • mit Stephan A. Jansen, Birger P. Priddat: Die Zukunft des Öffentlichen. Multipliziplinaere Perspektiven für eine Öffnung der Diskussion über das Öffentliche, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007, ISBN 978-3-531-15282-0
  • mit Bernd Weiler: Who owns Knowledge? Knowledge and the Law, Transaction Publishers, 2008, ISBN 978-0-7658-0337-5
  • Knowledge and Democracy, Transaction Publishers, 2008, ISBN 978-1-4128-0706-7
  • mit Hans von Storch: Eduard Brückner: Die Geschichte unseres Klima. Klimaschwankungen und Klimafolgen, Österreichische Beiträge zu Meteorologie und Geophysik, 2008
  • mit Stephan A. Jansen, Eckard Schroeter: Mehrwertiger Kapitalismus Multidisziplinaere Beiträge zu Formen des Kapitalismus und seiner Kapitalien, VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 2008, ISBN 978-3-531-15864-8
  • mit Manfred Moldaschl: Knowledge Economy Beiträge zur Ökonomie der Wissensgesellschaft, Metropolis Verlag, 2009, ISBN 978-3-89518-532-8
  • mit Reiner Grundmann: Society. Critical Concepts in Sociology, 4 Bände, Routledge, 2009, ISBN 978-0-415-42656-5
  • mit Stephan Jansen, Eckard Schroeter: Rationalität der Kreativität. Multidisziplinäre Beiträge zur Analyse der Produktion, Organisation und Bildung von Kreativität, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009, ISBN 978-3-531-16688-9
  • mit Stephan Jansen, Eckard Schroeter: Transparenz. Multipdisziplinaere Durchsichten durch Phänomene und Theorien des Undurchsichtigen, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2019 ISBN 978-3-531-17435-8
  • mit Stephan Jansen, Eckard Schroeter: Fragile Stabilität – stabile Fragilität, Springer VS, 2013, ISBN 978-3-658-02247-1

Einzelnachweise

  1. Velbrück Wissenschaft: Nico Stehr. Abgerufen am 30. November 2019.
  2. Nico Stehr und Hans von Storch: Klimawandel und Naturkatastrophen – Wir müssen lernen uns anzupassen. In: Cicero, Magazin für politische Kultur. Abgerufen am 30. November 2019.
  3. Rainer Böhme: ZU-Professor Nico Stehr in Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste berufen, Pressemeldung der Zeppelin-University, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 10. Februar 2011, abgerufen am 23. Februar 2011