unbekannter Gast
vom 10.08.2017, aktuelle Version,

Nivard Dierer

Nivard Dierer (* 1. August 1642 in Steyr; † 11. März 1715) war Abt des Stiftes Schlierbach.

Leben

Der als Sohn eines Steyrer Hammerschmieds geborene Dierer trat 1660 in das Stift Schlierbach ein und war bis zu seiner Abtwahl 1696 in der Pfarrseelsorge eingesetzt. Als letzter der drei Schlierbacher „Bauprälaten“ ließ er den barocken Neubau der Klostergebäude vollenden, vor allem die überreiche barocke Ausstattung der Klosterkirche geht auf ihn zurück. An Neubauten gehen die beiden Flügel des Johanneshofs mit dem repräsentativen Festsaal und der Sommerprälatur auf ihn zurück, außerdem die 1712 fertiggestellte prachtvolle Bibliothek, in deren Stukkatur noch heute sein Wappen mit dem feuerspeienden Pantier (nach seiner Geburtsstadt Steyr) zu sehen ist. Das ebenfalls von ihm erbaute Hofrichterhaus beherbergte später die Volksschule.

1699 reiste Abt Dierer als Vertreter der österreichischen Zisterzienseräbte zum Generalkapitel nach Cîteaux und spendete 1705 dem Heiligenkreuzer Abt Gerhard Weixelberger die sog. Abtweihe. In den letzten Lebensjahren durch einen Schlaganfall gelähmt, starb er am 11. März 1715.

Literatur

  • Ludwig Keplinger, (Red.): 650 Jahre Stift Schlierbach, Schlierbach 2005