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vom 17.12.2017, aktuelle Version,

Reinhold Duschka

Gedenktafel für Reinhold Duschka in der Mollardgasse 85a

Reinhold Duschka (* 29. Juni 1900 in Berlin; † Mai 1993) war ein österreichischer Kunstschmied. Aufgrund seiner Hilfe gegenüber verfolgten Juden gilt er als Gerechter unter den Völkern.

Duschka versteckte die jüdische Chemikerin[1] Regina Hilde Kraus und ihre zehnjährige Tochter Lucia von Anfang 1939 bis April 1945 in seiner Werkstätte für Kunsthandwerk in der Mollardgasse 85 a, im 6. Bezirk Wiens. Dieses Haus gehört dem Kaiser Franz Josef I Jubiläumsfonds für Werkstättengebäude und Volkswohnungen. Im April 2013 wurde eine Gedenktafel für Duschka an der Fassade in der Mollardgasse angebracht.[2]

Kurz nach Österreichs „Anschluss“ an das Deutsche Reich im Jahr 1938 sollten die Jüdinnen Regina und Lucia Kraus ihren Mann bzw. Vater nach Persien folgen, bekamen aber keine Transitpapiere mehr. Anfang 1939 wurde ihre Wohnung von den Nationalsozialisten beschlagnahmt.

Duschka, der mit dem Vater befreundet war, erklärte sich bereit, Regina und Lucia Unterschlupf und Schutz vor Verfolgung und Deportation in seiner Werkstätte zu gewähren, obwohl er wusste, dass er sich damit in Todesgefahr begab. Er versorgte die beiden Versteckten mit Nahrung und Kleidung. Duschka beschaffte der kleinen Lucia Lehrbücher, mit denen ihre Mutter sie im Versteck unterrichten konnte. Im Laufe der Zeit lernten Regina und Lucia, wie man Metalle für die Arbeit Duschkas vorbereitete und halfen ihm dabei. Mit dem verdienten Geld kaufte Duschka auf dem Schwarzmarkt Nahrungsmittel für Regina und Lucia.

1944 wurde die Werkstätte Duschkas bei einem Bombenangriff der Alliierten schwer beschädigt. Duschka brachte Regina und Lucia, die nur durch einen Zufall überlebt hatten, in ein Ausweichquartier und später in ein kleines Sommerhaus nach Hütteldorf, wo er sie bis zum Kriegsende versteckt hielt. Bei seinen Nachbarn gab er sie als Verwandte aus dem „Altreich“ aus. Regina und Lucia konnten dadurch den Zweiten Weltkrieg überleben. Duschka baute nach dem Weltkrieg seine bombardierte Werkstätte um und arbeitete in ihr bis zu seiner Pensionierung. Am 7. März 1990 wurde ihm die Auszeichnung Gerechter unter den Völkern verliehen.[3]

Literatur

  • Daniel Fraenkel, Jakob Borut (Hrsg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-900-7, S. 306 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. Lucia Heilmann: Hidden in Vienna. In: Renate S. Meissner (Hrsg.): Lives Remembered. Life Stories of Victims of National Socialism. National Fund of the Republic of Austria for Victims of National Socialism, Wien, 2012, Bd. 2, S. 46
  2. Einladung Grüne Mariahilf: Eröffnung Gedenktafel an Reinhold Duschka.
  3. Daniel Fraenkel, Jakob Borut (Hrsg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-900-7, S. 306 f.
    Duschka Reinhold: Verleihung der Auszeichnung auf der Seite von Yad Vashem.