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vom 22.05.2018, aktuelle Version,

Saxen

Saxen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Saxen
Saxen (Österreich)
Saxen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Perg
Kfz-Kennzeichen: PE
Fläche: 19 km²
Koordinaten: 48° 12′ N, 14° 47′ O
Höhe: 242 m ü. A.
Einwohner: 1.804 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 4351
Vorwahl: 07269
Gemeindekennziffer: 4 11 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Saxen 77
4351 Saxen
Website: www.saxen.at
Politik
Bürgermeister: Erwin Neubauer (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
8
6
5
8  6  5 
Insgesamt 19 Sitze

Lage der Marktgemeinde Saxen im Bezirk Perg
Allerheiligen im MühlkreisArbingBad KreuzenBaumgartenbergDimbachGreinKatsdorfKlamLangensteinLuftenberg an der DonauMauthausenMitterkirchen im MachlandMünzbachNaarn im MachlandePabneukirchenPergRechbergRied in der RiedmarkSt. Georgen am WaldeSt. Georgen an der GusenSt. Nikola an der DonauSt. Thomas am BlasensteinSaxenSchwertbergWaldhausen im StrudengauWindhaag bei PergOberösterreich Lage der Gemeinde Saxen im Bezirk Perg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Markt Saxen südlicher Teil
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Saxen ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel mit 1804 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Die Gemeinde zählt seit 2003 zum Gerichtsbezirk Perg (zuvor zum ehemaligen Gerichtsbezirk Grein) und das zuständige Bezirksgericht befindet sich in Perg.

Geografie

Saxen liegt auf 242 m ü. A. im östlichen Machland an der Donau. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,9 km, von West nach Ost 6,4 km. Die Gesamtfläche beträgt 18,9 km², 23,8 % der Fläche sind bewaldet, 57,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 16 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Au (263)
  • Dornach (123)
  • Eizenau (23)
  • Eizendorf (2)
  • Froschau (0)
  • Gewerbepark (0)
  • Hofkirchen (206)
  • Knappetsberg (20)
  • Letten (43)
  • Oberbergen (8)
  • Patzenhof (67)
  • Reitberg (54)
  • Saxen (701)
  • Saxendorf (41)
  • Solarpark (0)
  • Wetzelsdorf (182)

Die Gemeinde besteht aus den beiden Katastralgemeinden Eizendorf und Saxen.

Nachbargemeinden

Klam
Baumgartenberg Grein
Mitterkirchen Ardagger (NÖ)

Wappen

Blasonierung:

„In Grün und silbernem Schildfuß ein silberner, flugbereiter, linksgewendeter Storch mit schwarzen Flügeldecken, offenem, rotem Schnabel und roten Beinen.“

Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß-Schwarz.

Ortsname

Der Ortsname Saxen, erstmals 823 belegt, ist patronymischer Herkunft als Gründung eines Mannes namens Sahso (die volkstümlichen Herleitungen vom lateinischen Wort saxum für Felsen sind nicht stichhaltig). Als Ethnonym verweist der Personenname Sahso, "der Sachse" (germ. Sahsan), auf eine sächsische Herkunft des Gründers.[2] Allein daraus läßt sich nicht auf eine allgemeine Besiedelung des Ortes durch Sachsen schließen. Allerdings gab es in karolingischer Zeit solche Ansiedlungen von Sachsen im Frankenreich.[3]

Geschichte

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Chronik
  • 823: in einer unechten Urkunde übergibt König Ludwig der Fromme „in saxinam basilicas duas“ an das Bistum Passau (gemeinsam mit Ried, Naarn, Ardagger, Wachau, Traismauer usw.)[4][5][6][7]
  • 1111: erste urkundliche Nennung als Sahssinchirchinn
  • 1147: Schenkung der Pfarre durch Bischof Reginbert von Passau an das Stift Waldhausen
  • 1787: der verheerendste Brand in der Geschichte von Saxen vernichtete auch alle Archivbestände der Pfarrkanzlei
  • 1798: Abriss der 1784 von Kaiser Joseph II. gesperrten Kirche in Hofkirchen
  • 1805: der Durchzug der französischen Division Mertier löst die erste einer Reihe von heftigen und tödlichen Seuchen aus, die bis 1810 andauern
  • 1850: Gründung der Gemeinden Saxen, Letten (1875 eingemeindet) und Eizendorf (1938 inkorporiert)
  • 1869: das Postamt wird eröffnet, das in der Folgezeit auch einen Sparkassendienst (1883), Telegraphendienst (1902) und Fernsprechdienst (1909) anbietet
  • 1880: Eröffnung des neuen, großen Schulhauses gegenüber der Pfarrkirche
  • 1881: erste Erwähnung der Musikkapelle Saxen, die bei der Hochzeitsfeier für Kronprinz Rudolf aufspielt
  • 1894: der Feuerwehrverein Dornach, der später nach Saxen übersiedelt, wird durch den Steinbruchbesitzer Anton Schlepitzka initiiert. 1902 wird die Feuerwehr Eizendorf, 1931 die Feuerwehr Reitberg gegründet
  • 1894: Anton Schlepitzka erbaut die Gruftkapelle bei Dornach, wohin seine 1892 verstorbene Frau aus St. Nikola und 8 Verwandte aus einem aufgelassenen Wiener Friedhof überführt werden
  • 1898: Eröffnung des Bahnhofes Saxen an der Donauuferbahn von Mauthausen nach Grein
  • 1922: Ingenieur Karl Lamberts errichtet eine Glasfabrik, die aber mit der Weltwirtschaftskrise 1929 ihren Betrieb wieder einstellen musste
  • 1954: das Jahrhunderthochwasser 1954 führt zur Errichtung des Pumpwerkes Dornach
  • 1962: seit diesem Jahr nisten am Dach der alten Volksschule die beliebten Weißstörche, die 1980 sogar Eingang ins Saxener Wappen finden
  • 1972: der erste Saxener Sportverein, die Turn- und Sportunion Saxen, wird gegründet, und 1978 folgt der Eisstockverein ASKÖ Dornach
  • 1980: Markterhebung am 2. Juni 1980 durch die oberösterreichische Landesregierung
  • 1997: Einrichtung des Strindbergmuseums
  • 2002: das Hochwasser in Mitteleuropa 2002 führt zur Absiedlung von Eizendorf, zur Entstehung neuer Ortschaften (Eizenau, Wetzelsdorf-West, weiters Hochfeld in der Nachbargemeinde Baumgartenberg) und zum Bau des Machlanddammes
Urkundliche Erwähnungen

Die folgenden ersten urkundlichen Erwähnungen sind nach Datum sortiert und mit einer Herleitung der einzelnen Ortsnamen ergänzt:[8]

  • Saxen 823, die von einer Person namens Sahso gegründete Siedlung (die volkstümlichen Herleitungen vom lateinischen Wort Saxum für Felsen sind nicht stichhaltig). Als Ethnonym verweist der Personenname Sahso "der Sachse" (germ. Sahsan) auf eine sächsische Herkunft des Gründers.[2] Die Frage ob eine allgemeine Besiedelung des Ortes durch Sachsen vorliegt, ist durch andere Belege zu klären. Tatsächlich gab es in karolingischer Zeit solche Ansiedlungen von Sachsen im Frankenreich[3]
  • Saxendorf 1209, 1230, das bei Saxen gelegene Dorf
  • Eizendorf 1209, Siedlung einer Person namens Itzo
  • Letten: 1214 (Erwähnung eines Chunradus de Ledden), der Ortsname wurde von den Lehmschichten abgeleitet
  • Hofkirchen 1230 (Hinweis auf eine capella in hofchirchen), indirekte Erwähnung 823 als zweite Kirche in Saxen. Es ist leider nicht mehr feststellbar, auf welchen Hof sich der Name Hofkirchen bezogen hat
  • Knappetsberg 1230 (Nennung eines Schroto de Chnapperberge), bezieht sich auf Knappen
  • Gschwendt 1240
  • Wetzelsdorf 1315, 1322, Siedlung einer Person namens Wetzili
  • Reitberg 1318, 1380, Berg mit mehreren Rodungen
  • Au 1353, 1380, eine der vielen Auen entlang der erst im 19. Jahrhundert endgültig regulierten Donau
  • Froschau 1335, sprechender Name für eine Au mit vielen Fröschen
  • Dornach 1455, 1490, Gegend mit vielen Dornbüschen (Hochhaus, der alte Name des Edelsitzes Dornach, wurde aber schon 1382 erwähnt)
  • Patzenhof 1634, 1650 (Patzenhauss), 1658, der Name bezieht sich auf das im 15. Jahrhundert aufgekommene Geldstück Batzen mit Bezug auf in entsprechendem Geldwert zu leistende Abgaben
  • Oberbergen 1785, josephinische Namensprägung für mehrere dort befindliche Höfe

Politik

  • Bürgermeister ist Erwin Neubauer von der SPÖ.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Saxental
  • Katholische Pfarrkirche Saxen Hl. Stephanus: Rodungskirche aus dem 9./10. Jh, romanisches Hauptschiff aus dem 12. Jahrhundert, gotischer Chor um 1421 (mit 2 original gotischen Glasscheiben) und ein um 1530 fertiggestelltes Nebenschiff
  • Strindbergmuseum Saxen: Das Museum ist dem schwedischen Schriftsteller August Strindberg (1849–1912) gewidmet; gezeigt wird eine Dokumentation der Werke, welche in der Zeit von 1893–1896 in Saxen entstanden sind, während der sich der Autor mehrmals in Saxen und Klam aufhielt. Das Strindbergmuseum in Saxen ist das einzige Museum außerhalb Schwedens, das dem weltberühmten Autor gewidmet ist.[9]
  • Naturinformationszentrum: Von der Naturschutzbund Regionalgruppe Machland Nord betriebenes Informationszentrum, welches über die Fauna und Flora des Machlandes informiert.[10]
  • Kulturzentrum Sturmmühle: ist ein in Privatbesitz befindliches, seit 2012 bestehendes Mühlenmuseum mit Themenpark in Saxen am Klambach südlich des Ausgangs der Klamschlucht, wo zusätzlich eine Galerie, ein Literaturkabinett sowie ein Gast- und Beherbergungsbetrieb untergebracht sind. Die von Grund auf renovierte Mühle wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, war bis in die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Betrieb und ist noch funktionsfähig.[11]
  • Klamschlucht mit Wanderweg

Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1990 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1606 Einwohner, 2000 dann 1783 Einwohner. Durch das Augusthochwasser 2002 und die darauf folgenden Aussiedlungen reduzierte sich die Einwohneranzahl auf 1700 um in den darauffolgenden Jahren wieder stetig zu steigen. Im Jahr 2010 hatte die Gemeinde 1731 Einwohner.

Persönlichkeiten

August Strindberg 1899, Zeichnung von Carl Larsson
  • August Strindberg (1849–1912), schwedischer Schriftsteller, von 1893–1896 mehrfacher Aufenthalt in Saxen
  • Maria Friederike Uhl (Frida) war kurz mit August Strindberg verheiratet und wohnte in dieser Zeit in Saxen in bzw. in der Umgebung von Schloss Dornach
  • Johann Kühberger (1852–1941), Landwirt in Saxen, Stellvertretendes Mitglied im Eisenbahnrat Oberösterreich und im Bezirksschulrat Perg, Gemeinderat von Klam, Mitglied der Provisorischen Landesversammlung vom 18. November 1918 bis 15. Mai 1919
  • Friedrich Strindberg (1897–1978), schwedisch-deutscher Journalist, wuchs in Saxen auf
  • Josef Leonhartsberger (1907–1995); Landwirt und Politiker, Obmann der Lagerhausgenossenschaft Grein, Vorstandsmitglied der Warenvermittlung Oberösterreich, Gemeindevorstand und Gemeinderat von Saxen, Vorstandsmitglied Raiffeisenverband Oberösterreich, Kammerrat der OÖ. Landwirtschaftskammer, Vorstandsmitglied der Molkereigenossenschaft Baumgartenberg, Landtagsabgeordneter von 1945 bis 1949, Träger der Silbernen Raiffeisenplakette.
  • Johann Schmitt (* 1950), Finanzbeamter, Musiker und Vorstandsmitglied des Blasmusikvereins, Träger der Verdienstmedaille des Landes Oberösterreich[12]
  • Franz Asanger[13] (* 1958), Theologe und Germanist, Heimatforscher (Mitterkirchen- ein historisches Porträt der Machlandgemeinde), Amateurfotograf im Fotoklub VHS-AK Perg, von 2000 bis 2013 Leiter des Bischöflichen Gymnasiums Petrinum und seither Schulamtsleiter der Diözese Linz
  • Johann Redl, Autoverkäufer und Hobby-Stuntman
  • Friedrich Buchmayr (* 1959), Autor, Bibliothekar, Germanist und Publizist, beschäftigt sich mit Strindberg und konzipierte das Strindbergmuseum
  Commons: Saxen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Franz Achleitner (Hsgb.): Kleines Heimatbuch Saxen. Festschrift zur Markterhebungsfeier 1981. Saxen 1981.
  • Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs, Oberösterreich. Band 1: Mühlviertel. Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-362-3, S. 800–805.
  • Benno Ulm: Österreichische Kunstmonographie. Band V: Das Mühlviertel. Salzburg 1971, DNB 364728698, S. 200–202.

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. 1 2 Manfred Niemeyer: Deutsches Ortsnamenbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-025802-8, S. 553, 565 (google.at [abgerufen am 25. April 2018]).
  3. 1 2 Manfred Niemeyer: Deutsches Ortsnamenbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-025802-8, S. 181 (google.at [abgerufen am 25. April 2018]).
  4. digitaler lateinischer Text der Confirmatio Ludovici Pii mit Schreibvariante „in Saxinum Basilicas duas“ („-um“), zwischen 971 und 977 Kaiser Ludwig dem Frommen zugeschrieben und rückdatiert ins Jahr 823
  5. gescannter lateinischer Text mit Schreibvariante „in saxinam basilicas duas“ („-am“)
  6. Mathia Fuhrmann: Alt- und Neues Wien. Wien 1739, Seite 390, mit Schreibvariante „in Saxina Basilicas duas“ („-a“) und deutscher Übersetzung
  7. Theo Kölzer (Hrsg.): Ludovici Pii Diplomata. Die Urkunden Ludwigs des Frommen. In: Diplomata Karolinorum. Die Urkunden der Karolinger, Band 2, Wiesbaden/München 2016, ISBN 978-3-447-10091-5.
  8. Karl Hohensinner, Peter Wiesinger: Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich 11. Die Ortsnamen der politischen Bezirke Perg und Freistadt (Östliches Mühlviertel).Wien 2003
  9. Seite des August Strindberg Museums
  10. Seite der Naturschutzbund Regionalgruppe Machland Nord mit genauen Informationen zum Naturinformationszentrum
  11. Webpräsenz der Sturmmühle
  12. Auszeichnung, in: Tips Perg, 43. Woche 2011, S. 21.
  13. Franz Asanger in der Webpräsenz von Regiowiki.at