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vom 01.09.2017, aktuelle Version,

Schloss Eschelberg

Schloss Eschelberg

Schloss Eschelberg ist ein Schloss in der Ortschaft Eschelberg in der Gemeinde St. Gotthard im oberösterreichischen Mühlviertel. Es ging aus einer 1205 erstmals erwähnten Burg hervor, die um 1598 zu einem Schloss im Stil der Renaissance umgebaut wurde.

Beschreibung

Das am Ende des 16. Jahrhunderts errichtete Schloss ist ein dreiflügeliger Bau, dessen Hof im Westen durch eine Mauer geschlossen wird. Es liegt auf einem steil zu beiden Seiten abfallenden Bergrücken in 396 m ü. A. Seehöhe. Teile des mittelalterlichen Palas wurden in die Baustruktur einbezogen. Im Norden befindet sich der Eingangsflügel. Das Renaissancetor aus Granitquadern, über dem noch Wappensteine der Herren von Gera erkennbar sind, ist über eine Brücke erreichbar. Die anschließende Torhalle ist mit einem Turm mit Zeltdach überbaut. Im Südosten der Schlossanlage befindet sich die Schlosskapelle (dem Heiligen Geist geweiht) mit einem Stichkappengewölbe. Sie ist auf den Fundamenten eines ehemaligen Turmes errichtet.

Auf dem Weg zum Schloss kommt man linkerhand an dem ehemaligen Brauhaus vorbei, das heute als Atelier des Bildhauers Magnus Angermeier dient.[1] Auf der rechten Hand liegen die Bauten des ehemaligen Meierhofes.

Südlich der Schlossbauten liegt die Ruine des mittelalterlichen Vorgängerbaus. Der Kern der Höhenburg, ein rechteckiger Baublock um einen Hof, lag auf dem äußersten Hangsporn im Süden, wo heute noch hohe Mauerreste aufragen.

Geschichte

Schloss Eschelberg, Stich von Georg Matthäus Vischer, 1674

Im Jahr 1205 wurde Eschelberg mit seinem Besitzer Hainricus de Esilberch erstmals urkundlich erwähnt. Später treten auch die Schreibweisen Eschelberch (1287), Eschelwerch (1378) und Eschelburg (1569) in Urkunden auf.[2] Hainricus, vermutlich dem Adelsgeschlecht der Trauner zugehörig, war Lehnsmann des bayerischen Grafen von Leonberg, in dessen Besitz sich die Burg befand. 1283 wurde der Ministeriale Otto von Traun mit Eschelberg belehnt. Die Lehnshoheit wechselte im 14. Jahrhundert an das Bistum Passau.

1560 erhielten die aus Kärnten stammenden Herren von Gera das Lehen, dessen Besitz mittlerweile auf den österreichischen Landesfürsten übergegangen war. 1598 ließen die von Gera die Burg in ein Schloss umbauen. Christoph von Gera, Verordneter des Herrenstandes Österreich ob der Enns, wurde 1609 bei einer Sitzung des Landhauses vom Schlag getroffen. Sein Sohn Erasmus II. von Gera (1588–1657), als protestantischer Rebell verhaftet, später aber zum Katholizismus konvertiert, verkaufte 1647 die Herrschaft Waxenberg an Conrad Balthasar von Starhemberg. Die Herrschaft Eschelberg mit Lichtenhaag behielt er.[3] Sein Sohn Johann Veit (1628–1703) verkaufte um 1673 die Herrschaft Eschelberg mit Lichtenhaag an Graf Conrad Balthasar von Starhemberg (1612–1687). Eschelberg bildete von da an gemeinsam mit Rottenegg, Oberwallsee und Lichtenhag eine Verwaltungseinheit und hatte insgesamt 313 Untertanen. Schloss Eschelberg ist bis heute im Besitz der Familie Starhemberg.

Nach 1945 waren im Schloss Flüchtlinge untergebracht, 1962 brannte der Schlossturm durch einen Blitzschlag völlig aus. Zurzeit wird die Schlossanlage durch ihre Besitzer renoviert.

Literatur

  • Herbert Erich Baumert, Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Band 1: Mühlviertel und Linz. 3. Auflage. Birken-Verlag, Wien 1988, ISBN 3-85030-046-3, S. 83–84.
  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser von Oberösterreich. 2. Auflage. Wilhelm Ennsthaler, Steyr 1992, ISBN 3-85068-323-0.
  • Konrad Schiffmann: Historisches Ortsnamen-Lexikon des Landes Oberösterreich. 3 Bände. Feichtinger u. a., Linz u. a. 1935–1940.
  Commons: Schloss Eschelberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Webseite von Magnus Angermeier
  2. Schiffmann, Ortsnamenlexikon.
  3. Bedeutende Adelsgeschlechter und Herrschaftsinhaber in der Gemeinde Feldkirchen an der Donau: Gera