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vom 30.03.2017, aktuelle Version,

Schloss Waldenfels

Schloss Waldenfels
Das Schloss vom Kettenbachtal aus gesehen

Das Schloss Waldenfels ist eine Schlossanlage im Mühlviertel in Oberösterreich. Sie befindet sich 500 Meter südlich des Ortes Reichenthal über dem Tal des Kettenbaches. Das erste Schloss wurde im 13. Jahrhundert errichtet, mehrmals umgebaut und ist seit 1636 im Besitz der Familie Grundemann-Falkenberg. Das heutige Erscheinungsbild entstand im 16. und 17. Jahrhundert.

Geschichte

Vermutlich wurde die erste Burg um 1290 von den Brüdern Heinrich und Eberhard von Wallsee errichtet. Erstmals urkundliche erwähnt wird Waldenfels jedoch erst im Jahr 1380 als Lehen von Herzog Albrecht III. 1390 kaufte dieser die Herrschaft und verpfändete sie 1396 an die Starhemberger. Als Inhaber der Pfandherrschaft werden 1461 ein Hans von Plankenstein und danach ein Reinbrecht von Polheim genannt. 1474 wurde Waldenfels von böhmischen Adeligen und dem geächteten Freistädter Patrizier Zinispan belagert.

Schloss Waldenfeld nach einer Radierung von Georg Matthäus Vischer von 1674

1584 kaufte der letzte Pfandinhaber Joachim Stangel die Burg von Kaiser Rudolf II. und die Familie blieb bis 1636 im Besitz des Schlosses. 1636 kaufte Konstantin Grundemann von Falkenberg die Herrschaft, seitdem ist das Schloss im Besitz der Familie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zeitweilen von rund 700 sowjetischen Soldaten bewohnt, in folgenden 12 Jahren wurden die Schäden der Besatzungszeit behoben. Der aktuelle Besitzer ist Dominik Grundemann-Falkenberg.

Bau

Das Schloss liegt an einem flachen Abhang. Es ist eine ausgedehnte, unregelmäßige Gebäudegruppe, die sich aus Bauteilen aus dem Mittelalter, der Renaissance und der Barockzeit zusammensetzt. Das heutige Aussehen wurde dem Schloss zu Beginn des 17. Jahrhunderts gegeben. Ein Hof mit einem Brunnen von 1702 wird von zweigeschoßigen, zum Teil in Arkadengänge aufgelösten Flügeln aus dem 16. Jahrhundert, gebildet. Zum Teil begrenzt diesen Innenhof der mächtige, quadratische Turm mit einem barocken Zwiebelhelm und einer zinnenbekrönten Mauer. Die Wohngebäude sind zweigeschoßig. Über dem Steinportal, bestehend aus einem Einmannloch und einem großen Tor, ist das Wappen der Grafen Grundemann angebracht.

Die mittelalterliche Hochburg wurde in den bestehenden Schlossbau einbezogen. Die südwestliche Terrasse, der sogenannte ‚Turnierhof’ aus dem 17. Jahrhundert ist heute ein Garten. Er ist von einer in Bögen aufgelösten Mauer umgeben. In einem Trakt ist eine künstliche Höhle mit Tropfsteinen und einer weiblichen Figur zu sehen.

Siehe auch

Literatur

  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser von Oberösterreich, Wilhelm Ennsthaler, 2. Auflage 1992, Steyr, ISBN 3-85068-323-0
  • „Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Oberösterreich“, S. 357, Wien 1958
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Nachweise

  • Eintrag über Waldenfels auf Burgen-Austria
  • Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. Erster Theil: Der Mühlkreis. Joh. Christ. Quandt, Linz 1827, 34 Distrikts-Kommisariat Waldenfels, S. 418 ff (Google eBook). 2. Auflage 1843 (Google Book)