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vom 12.06.2017, aktuelle Version,

Semriach

Semriach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Semriach
Semriach (Österreich)
Semriach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 60,34 km²
Koordinaten: 47° 13′ N, 15° 24′ O
Höhe: 709 m ü. A.
Einwohner: 3.336 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 55 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8102
Vorwahl: 03127
Gemeindekennziffer: 6 06 45
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 27
8102 Semriach
Website: www.semriach.at
Politik
Bürgermeister: Gottfried Rieger (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
13
5
3
13  5  3 
Von 21 Sitzen entfallen auf:

Lage der Marktgemeinde Semriach im Bezirk Graz-Umgebung
Deutschfeistritz Dobl-Zwaring Eggersdorf bei Graz Feldkirchen bei Graz Fernitz-Mellach Frohnleiten Gössendorf Gratkorn Gratwein-Straßengel Hart bei Graz Haselsdorf-Tobelbad Hausmannstätten Hitzendorf Hitzendorf Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Kumberg Laßnitzhöhe Lieboch Nestelbach bei Graz Peggau Raaba-Grambach Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Seiersberg-Pirka Semriach Stattegg Stiwoll Thal Übelbach Premstätten Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Graz Steiermark Lage der Gemeinde Semriach im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Blick vom Schöckl auf Semriach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Semriach ist eine Marktgemeinde mit 3336 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) an der Nordseite des Schöckls im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark.

Geografie

Geografische Lage

Semriach liegt ca. 25 km nördlich der Landeshauptstadt Graz auf einem Hochplateau, dem Semriacher Becken im Grazer Bergland in der Oststeiermark. Im Gemeindegebiet befinden sich mit dem Schöckl (1445 m), dem Fragnerberg (1109 m), dem Rinnweberkogel (1041 m), dem Hochtrötsch (1239 m) und dem Windhofkogel (1064 m) fünf Berge über 1000 m Höhe.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Semriach ist eine der größten Gemeinden im Bezirk Graz-Umgebung. Sie reicht vom Rechberg im Norden bis zum Schöckl im Süden über 9 km sowie vom Tanneben im Westen bis zur Bezirksgrenze zum Bezirk Weiz im Osten über 7 km.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Markterviertl (193)
  • Präbichl (157)
  • Rechberg (264)
  • Schönegg (498)
  • Semriach (1400)
  • Thoneben (365)
  • Windhof (450)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Markterviertl, Rechberg, Schönegg, Semriach und Windhof.

Nachbargemeinden

Frohnleiten Schrems bei Frohnleiten Tulwitz
Peggau Neudorf bei Passail
Gratkorn Stattegg Sankt Radegund bei Graz

Geschichte

Bevölkerungsentwicklung von Semriach 1869–2001

Steinbeile und Topfscherben aus der Badl- bzw. Repolusthöhle sind die ältesten Nachweise menschlicher Besiedelung in der Steiermark und wurden in die Jüngere Steinzeit und Hallstattzeit datiert.

Auch die Römerzeit hinterließ Zeugnisse in größerer Zahl. Besonders zu erwähnen ist das 1962 entdeckte römische Hügelgrab am Krienzer-Kogl, aber auch an der Südwand der Pfarrkirche sind römische Inschriften-Steine zu sehen.

Von der darauf folgenden Völkerwanderungszeit legen nur mehr einige slawische Namen Zeugnis ab.

Um das Jahr 1050 entstand an der Stelle der heutigen Pfarrkirche ein romanischer Vorgängerbau. 1505 bis 1543 wurde diese Kirche durch eine spätgotische Hallenkirche mit einer Länge von 44,2 Metern ersetzt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Marktes stammt aus dem Jahre 1320. Die Gründung des Marktes ist auf den mittelalterlichen Silberbergbau zurückzuführen, bei dem silberhältiges Blei gefördert wurde. Nach dem Niedergang des Bergbaues versank der Ort zu einem rein landwirtschaftlichen Gemeinwesen. Vom Fernhandel wurde er nur bei einer Unpassierbarkeit des Murtales berührt.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1939 1951 1961 1971 1981 1991 2001
Einwohner 2.822 2.961 3.018 3.022 2.993 2.924 3.069 2.867 2.873 2.615 2.680 2.676 2.876 3.163

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Pfarrkirche von Semriach
Römergrab

Bauwerke

  • Die Pfarrkirche Semriach wurde von 1505 bis 1515 errichtet. Sie befindet sich an der gleichen Stelle wie der um 1100 erbaute romanische Vorgängerbau, der Ende des 15. Jahrhunderts abgetragen worden ist. Die Kirche ist im Barockstil angelegt und wurde zuletzt 1987 renoviert. Der barocke Altar musste 1896 durch einen neugotischen Hochaltar ersetzt werden
  • Am Krienzerkogel kann man ein 1962 freigelegtes, römerzeitliches Hügelgrab besichtigen. Es ist das einzige erhaltene Römergrab Österreichs.
  • Auf dem sog. Hausberg südwestlich der Kesselfallklamm befinden sich die spärlichen Reste der Burg Luginsland, auch Ruine Luegg genannt. Die Burg war im Mittelalter Besitz der Grafen von Pfannberg.

Naturdenkmäler

  • Lurgrotte, größte Tropfsteinhöhle Österreichs mit dem größten freihängenden Tropfstein der Welt.
  • Kesselfall-Klamm: Durch die Klamm führen Brücken, Leitern und Stege, zu den zahlreichen Wasserfällen. Neben der Klamm existiert ein Durchbruch, der aufgrund seiner Form Steintor genannt wird.

Sport

Die Gegend um Semriach bietet zahlreiche Sportmöglichkeiten in der Natur: Wandern, Nordic Walking, Reiten, Bogenschießen in freier Natur.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Semriach liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen, allerdings hat der Verkehr durch Semriach als Alternativroute zum Rechberg-Pass zugenommen. Die Pyhrn Autobahn (A9) ist ca. 10 km entfernt und über den Knoten Deutschfeistritz-Peggau (165) zu erreichen. Die Rechberg Straße (B 64) von Frohnleiten nach Weiz führt durch das nördliche Gemeindegebiet und ist vom Gemeindezentrum ca. 7 km entfernt.

In Semriach befindet sich kein Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist Stübing an der Südbahn; er bietet stündliche Regionalzug-Verbindungen nach Graz und Bruck an der Mur. Die Buslinie 140 fährt täglich sechs Mal (an Sonn- und Feiertagen drei Mal) von Graz über Gratkorn nach Semriach.

Der Flughafen Graz ist ca. 40 km entfernt.

Öffentliche Einrichtungen

In Semriach befindet sich eine Einsatzstelle der Bergwacht.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist Gottfried Rieger (ÖVP).

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010
Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 1222 61 13 1229 58 13
SPÖ 0308 15 03 0512 24 05
FPÖ 0475 24 05 0278 13 03
BZÖ nicht kandidiert 0090 04 00
Wahlbeteiligung 76 % 81 %

Wappen

Das Wappen von Semriach stellt einen in zwei Hälften gespaltenen Schild dar. In der linken Schildhälfte ragt auf rotem Hintergrund aus der Mittelkuppe eines grünen Dreiberges ein nach rechts gewendeter, an der Brust von einem silberfarbenen Pfeil getroffener Hirsch empor. Die rechte Schildhälfte zeigt auf blauem Hintergrund einen auf einem grünen Berg aus silberfarbenen Quadern erbauten, oben von drei nebeneinander gestellten Fenstern, unten von einem durch zwei Schussöffnungen beseiteten Tor mit halbaufgezogenem goldenem Fallgitter durchbrochenen Rundturm mit rotem, golden beknauftem Dach.

Der verwundete Hirsch im linken Feld nimmt auf die Legende des heiligen Ägidius, des Kirchenpatrons von Semriach, Bezug. Der silberne Wehrturm steht für die einstigen Burgen Luginsland und Forchtenberg sowie für den ehemaligen Silberbergbau in Semriach.[2]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger:

  • 1972 Emmy Hiesleitner-Singer (* 8. September 1884; † 12. Mai 1980), österreichische Graphikerin und Malerin
  • 1975 Franz Wegart (* 25. Juli 1918; † 30. Jänner 2009), steirischer Landespolitiker, unter anderem Landeshauptmann-Stellvertreter und Landtagspräsident

Söhne und Töchter der Gemeinde:

  • Josef Trattner (* 13. März 1955), österreichischer Künstler und Mitglied der Wiener Secession; geboren und aufgewachsen in Semriach, lebt und arbeitet in Wien
  • Christian Eisenberger (* 1978), österreichischer Künstler, geboren in Semriach, lebt und arbeitet in Wien[3]
  • Johann Karlon, österreichischer Künstler und Mitglied der Künstlerfamilie Carlone, lebte in Semriach
  • Franz Parz, österreichischer Instrumentenbauer der Steirischen Harmonika, lebt in Semriach
  • Hans Rinner (* 18. März 1963), österreichischer Unternehmer und Ex-Präsident von Sturm Graz, geboren in Semriach
  • Hans Gsellmann (* 1929; † 4. Juli 2011), steirische Legende des Bergsteigens, Skifahrens und Fotografierens, lebte in Semriach[4]
  • Marlena Martinelli, Schlagersängerin aus Semriach[5]

Personen in Verbindung mit Semriach

  • Aramis (* 10. Februar 1950; † September 2010), eigentlich Hans Peter Sagmüller, war ein österreichischer Künstler und Autor, lebte in Semriach
  • Martina Schenk (* 28. August 1972), 2008 bis 2013 Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat für das BZÖ, wechselte im März 2013 zum Team Stronach
  Commons: Semriach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Gemeinde-Homepage
  3. Christian Eisenberger: Kunst mit Kokons & Keulen Artikel in der „Kleinen Zeitung“
  4. „Kleine Zeitung“ vom 8. Juli 2011, S. 75.
  5. Christoph Marek: Pop/Schlager. Eine Analyse der Entstehungsprozesse populärer Musik im US-amerikanischen und deutschsprachigen Raum, Lit Verlag, Wien 2006, ISBN 3-8258-9456-8, S. 68.