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vom 27.04.2020, aktuelle Version,

Stadtbahnbögen (Wien)

Typische Nutzung eines Bogens, in diesem Fall das früher einem Handwerker dienende Gewölbe Nummer 96
Zeitgenössische Übersicht der Bögen samt Bezirkszuordnung in Adolph Lehmann's allgemeinem Wohnungs-Anzeiger von 1913
Bogen Nummer 6 der Galerie kunstBOGEN am Gumpendorfer Gürtel
Typische Ansicht und Schnitte eines Hauptbahnviadukts, erkennbar am Gleisabstand von 4,00 Metern
McDonald’s bewirtschaftet die Bögen 82A und 83 bis 87, wobei der im Vordergrund sichtbare Bogen 82A als Drive-in genutzt wird
Innenansicht der Gaststätte Brandauers Bierbögen in den Gewölben 204–216
Außenansicht der Gaststätte Brandauers Bierbögen, die dortigen Gewölbe sind verglast und überbaut
Querschläge zwischen benachbarten Bögen erhöhen die Nutzbarkeit
Bau der Viaduktbögen auf dem Gürtel, deutlich erkennbar die späteren Querschläge
Die Gürtellinie kurz nach ihrer Eröffnung im Jahr 1898, einige Geschäfte in den Bögen sind noch in Arbeit
Bewachsene Bögen am Döblinger Gürtel
Das offene Gewölbe 77 ist ein Fußgängerdurchgang
Gewölbe 193 dient der Straßenbahn als Durchfahrt
Renovierung des Einzelbogens 297 in Hernals, 2011
Nummerierung eines Bogens an der Verbindungsbahn

Die Stadtbahnbögen in Wien sind historische Verkehrsbauwerke, die von der ehemaligen Wiener Dampfstadtbahn beziehungsweise der aus dieser hervorgegangenen Wiener Elektrischen Stadtbahn stammen und heute Teil der S-Bahn Wien beziehungsweise der U-Bahn Wien sind. 2019 existieren noch insgesamt 458 dieser Viaduktbögen, davon 54 aus dem Jahr 1859, 342 aus dem Jahr 1898, 54 aus dem Jahr 1901 und acht Nachbauten aus dem Jahr 1989. Die meisten Gewölbe beziehungsweise Arkaden wurden – zusammen mit den Stationsgebäuden – vom Jugendstil-Architekten Otto Wagner als Nebenprodukt der Stadtbahn entworfen und sind denkmalgeschützt. Vereinzelt werden sie deshalb auch Otto-Wagner-Bögen genannt. Da die meisten Wiener Stadtbahnbögen im Zuge der ehemaligen Stadtbahn-Gürtellinie anzutreffen sind, das heißt entlang des westlichen Gürtels, lauten weitere Alternativbezeichnungen Gürtelbögen respektive Gürtelviadukt. Die älteren Bögen an der Verbindungsbahn gehen hingegen auf deren Architekten Carl Ritter von Ghega zurück.

Die Gürtellinie wird gegenwärtig von der U-Bahn-Linie 6 befahren, während die Obere Wientallinie von der U-Bahn-Linie 4, die Vorortelinie von der S-Bahn-Linie 45 und die Verbindungsbahn, die heutige Stammstrecke, von diversen S-Bahn-Linien bedient wird. Somit dient ein Großteil der Bögen noch ihrem ursprünglichen Zweck als Verkehrsbauwerk. Im Gegensatz dazu sind der Abschnitt Nußdorfer StraßeHeiligenstadt der Gürtellinie seit 1996 sowie ein Großteil des Verbindungsbogens zwischen Gürtellinie und Donaukanallinie seit 1991 stillgelegt. Auf diesen beiden Abschnitten sind daher zusammen 121 Bögen mittlerweile ohne Schienenverkehr.

Beschreibung

Der Unterbau der Viaduktbögen ist, ähnlich den 1882 fertiggestellten Berliner Stadtbahnbögen, in Backstein ausgeführt, während für die Grundmauern Sandbruchstein aus dem Wienerwald Verwendung fand. Die mit Verblendern verkleideten sichtbaren Flächen wurden durch einzelne Verzierungen in Haustein belebt. Darunter befindet sich teilweise mittelharter Kalksandstein aus dem Leithagebirge und teilweise Zogelsdorfer Stein. Die durchschnittlich mit Viertelpfeilern gewölbten Viaduktbögen sind mit einer acht Zentimeter dicken Betonschicht und einer darauf liegenden Schicht aus zwei Zentimetern Naturasphalt wasserdicht abgedeckt. Das Gefälle richtet sich nach den Gewölbepfeilern, in denen ausziehbare Rohre für die Ableitung des Wassers sorgen. Das Mauerwerk trägt oben ein Steingesims, in welchem die eisernen, oberhalb der Widerlager durch kleine Pfeiler unterbrochenen, sogenannten Stadtbahngeländer vergossen sind.[1] Die Pfeiler beherbergten zugleich die Kamine für die Geschäfte in den Viaduktbögen.[2]

Jedoch variiert die Ausführung der Strecken in Hochlage je nach Entfernung zum Stadtzentrum. So bestehen die Bögen der Gürtellinie aus Ziegelmauerwerk, während diejenigen der peripher gelegenen Vorortelinie über ein weniger filigranes Quadermauerwerk verfügen.[3]

Die Bögen sind teilweise mit Natursteinmauerwerk verkleidet, wobei sich glatte und rustizierte (raue) Oberflächen streifenartig abwechseln, teils folgen Stein- auf Ziegellagen. Die Außenhaut der Bauwerke besteht in der Regel aus einer Schicht exakt gemauerter, doppelt geschlämmter – ursprünglich hellgelber – böhmischer Klinkerziegel, wobei eine Fugenbreite von acht Millimetern einzuhalten war.[4] Otto Wagner hatte dabei verschiedene Fassaden zur Schließung der Gewölbe entworfen. Immer unterteilte er die Fassadenfläche mit einer Horizontalen in Bogenfeld und darunter liegendes Rechteck. Die übrigen Teilungen ergeben sich aus der Bogengröße, die mit dem welligen Terrainverlauf des Gürtels wechselt.[5] Benachbarte Bögen sind untereinander teilweise durch 3,00 Meter breite Querschläge miteinander verbunden, diese erhöhen die Nutzbarkeit.

Die Sichtziegel der Viadukte stehen dabei in hartem Kontrast zu dem weißen Putz der Stationen, Wagner hat außer bei der Stadtbahn keine Ziegelfassaden geplant oder ausgeführt. Allerdings zeigen zwei Studien Wagners zu Beginn seiner Entwurfsarbeit für die Stadtbahn Bögen mit Putzfassaden wie bei den Stationen.[6]

Nummerierung

Die historischen Bögen sind mit arabischen Zahlen durchnummeriert, wobei neben Lücken auch Doppelnummerierungen existieren und bei einem Teil der Bögen keine Nummer angeschrieben steht. Vereinzelt werden auch Zusatzbuchstaben verwendet. Die Nachbauten wiederum werden mit römischen Zahlen unterschieden. Die Wiener Linien kennzeichnen ihre Gewölbe dabei mit ovalen Nummernschildern mit schwarzer Schrift auf weißem Grund, während die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) rechteckige blaue Tafeln mit weißer Schrift verwenden. Die Bezeichnung „Stadtbahnbogen + Nummer + Postleitzahl + Ort“ ersetzt dabei teilweise die reguläre Postanschrift respektive Gebäudeadresse, das heißt, Straße und Hausnummer entfallen. Allerdings wird zur besseren Orientierung meist noch die jeweils benachbarte Straße zusätzlich angegeben.

Nutzung

Die Stadtbahnbögen dienen teilweise als Nutzfläche, die Erbauer der Stadtbahn haben die Räume in den Viaduktbögen dabei von Anfang an als vermietbare Immobilie betrachtet. Dies mildert den barrierehaften Charakter einer gemauerten Hochbahntrasse mitten im Stadtgebiet beträchtlich,[5] wenngleich Otto Wagner selbst es hinsichtlich der Stadtgestaltung vorgezogen hätte, die Bögen offen zu lassen.[7]

In den Stadtbahnbögen etablierten sich Gewerbe mit geringer Umweltverträglichkeit, wie beispielsweise eine Kunsttischlerei, aber selbst exklusive Geschäfte wie Julius Meinl.[7] Oft bewirtschaften die betreffenden Unternehmer gleich zwei oder mehrere nebeneinanderliegende Bögen. In den Randlagen wurden sie dabei ursprünglich meist als Lager und Magazine genützt, in den dichter besiedelten Wohngebieten siedelten sich hingegen Handwerks- und andere Gewerbebetriebe an.[8] Im Bereich der nördlichen Gürtellinie nützten viele Mieter die Möglichkeit des Gleisanschlusses zur benachbarten Franz-Josefs-Bahn.[9]

Im Jahr 1934, als die für die Stadtbahn zuständige Commission für Verkehrsanlagen in Wien aufgelöst und ihre Infrastruktur samt Viaduktbögen an die Gemeinde Wien übertragen wurde, gelangten die Österreichischen Bundesbahnen teilweise in den Besitz der darunter liegenden Grundstücke. So traten diese noch im Jahr 2000 als Vermieterin der von zahlreichen Gewerbetreibenden genutzten Gewölbe unter den Schienen auf.[10]

Weil die Gewerbebetriebe im Laufe der Zeit zunehmend verschwanden, standen viele Bögen jahrzehntelang leer. Ende der 1990er Jahre setzte die Stadt Wien daher eine Initiative zur Wiederbelebung der Stadtbahnbögen, worauf sich im Bereich des 8. und 9. Bezirks einige Szenelokale und erneut Handwerksbetriebe ansiedelten. Genutzt wurde dabei unter dem Namen URBAN Wien – Gürtel Plus die EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN. Auch entlang des Donaukanals wurden in den Jahren 2008 und 2009 beim Zaha-Hadid-Haus 13 Bögen als Teil einer neugeschaffenen Kunst- und Gastronomiemeile revitalisiert.[8][11]

Viele der wiederbelebten Bögen wurden auf beiden Seiten der Trasse mit einheitlichen großen Panoramaverglasungen versehen, die sich harmonisch in die strenge Geometrie des Viadukts einfügen. Zugesperrte, mit Brettern vernagelte Verliese, verwandelten sich dadurch in lichte, einladende Lokale. Dies bekräftigt den ursprünglichen Entwurf Otto Wagners, der die Bögen bereits als transparent und damit weniger wuchtig geplant hatte. Im Inneren integrierte man die architektonische Substanz der alten Backsteingewölbe im Zuge der Wiederbelebung in vielen Räumen sichtbar in die moderne Ausstattung.[12]

Teilweise nehmen die Pächter mit ihrem Firmennamen explizit Bezug auf ihre besondere Lage. Darunter beispielsweise die Galerie kunstBOGEN, die Textilwerkstatt Schnittbogen, die Bar B72 in den Bögen Nummer 72–73, der Verein Kulturbogen, das Bierlokal Brandauers Bierbögen, der Rote Bogen der SPÖ Ottakring, die Veranstaltungsstätten Venster 99 und Lichtbogen 334 in den entsprechenden Gewölben Nummer 99 und 334 oder mit dem CrossZone ein Fitnesscenter, das seine Räumlichkeiten über fünf so genannte Trainingsbögen, einen Therapiebogen und einen Outdoorbogen aufgeteilt hat.

Übersicht

Eine Übersicht über alle noch vorhandenen Bögen gibt die folgende Tabelle:

Strecke Aufnahme Anzahl Nummerierung parallelführende Straßen Abschnitt
Obere Wientallinie
10 Bögen
07 1U–7U Hackinger Kai Brücke über den Wienfluss > Unterführung Zufferbrücke
Koordinaten
03 8U–10U Hietzinger Kai Unterführung Zufferbrücke > Überführung St. Veiter Brücke
Koordinaten
Gürtellinie
290 Bögen
08 I–VIII
nicht angeschrieben
Dunklergasse Station Längenfeldgasse > Brücke über die Zeile
Koordinaten
08 3–10 westlich: Sechshauser Gürtel
östlich: Gumpendorfer Gürtel
Brücke über die Zeile > Station Gumpendorfer Straße
Koordinaten
04 11–14
nicht angeschrieben
Mariahilfer Gürtel Station Gumpendorfer Straße, von der Stationsfassade überblendet
Koordinaten
04 15–18
nicht angeschrieben
Lerchenfelder Gürtel Station Thaliastraße > Unterführung Thaliastraße / Lerchenfelder Straße
Koordinaten
10 19–28 Lerchenfelder Gürtel Unterführung Thaliastraße / Lerchenfelder Straße > Unterführung Pfeilgasse
Koordinaten
08 29–36 Lerchenfelder Gürtel Unterführung Pfeilgasse > Unterführung Sanettystraße
Koordinaten
05 37–41 Lerchenfelder Gürtel Unterführung Sanettystraße > Unterführung Josefstädter Straße
Koordinaten
07 42–48
nicht angeschrieben
Lerchenfelder Gürtel Unterführung Josefstädter Straße > Unterführung Friedmanngasse
(Station Josefstädter Straße, von der Stationsfassade überblendet)
Koordinaten
09 49–57 Hernalser Gürtel Unterführung Friedmanngasse > Unterführung Laudongasse
Koordinaten
10 58–67 Hernalser Gürtel Unterführung Laudongasse > Unterführung Breitenfelder Gasse
Koordinaten
10 68–77 Hernalser Gürtel Unterführung Breitenfelder Gasse > Unterführung Alser Straße
Koordinaten
11 78–82, 82A, 83–87 Hernalser Gürtel Unterführung Alser Straße > Unterführung Hernalser Hauptstraße Station Alser Straße
Koordinaten
03 88, 88A, 89
nicht angeschrieben
Hernalser Gürtel Unterführung Hernalser Hauptstraße > Unterführung Lazarettgasse
(Station Alser Straße, von der Stationsfassade überblendet)
Koordinaten
11 90–100 Währinger Gürtel Unterführung Lazarettgasse > Unterführung Borschkegasse
Koordinaten
11 101–111 Währinger Gürtel Betriebsbahnhof Michelbeuern > Unterführung Severingasse
Koordinaten
03 112–114 Währinger Gürtel Unterführung Severingasse > Unterführung Klammergasse
Koordinaten
05 115–119 Währinger Gürtel Unterführung Klammergasse > Brücke über die Schulgasse, Währinger Straße und Fuchsthallergasse
Koordinaten
04 120–123
nicht angeschrieben
Währinger Gürtel Brücke über die Schulgasse, Währinger Straße und Fuchsthallergasse > Unterführung Gentzgasse
(Station Währinger Straße, von der Stationsfassade überblendet)
Koordinaten
07 124–130 Währinger Gürtel Unterführung Gentzgasse > Unterführung Säulengasse
Koordinaten
11 131–141 Währinger Gürtel Unterführung Säulengasse > Unterführung Michaelerstraße
Koordinaten
09 142–150 Währinger Gürtel Unterführung Michaelerstraße > Unterführung Sternwartestraße
Koordinaten
07 151–157 Währinger Gürtel Unterführung Sternwartestraße > Unterführung Anastasius-Grün-Gasse
Koordinaten
08 158–165 Währinger Gürtel Unterführung Anastasius-Grün-Gasse > Unterführung Marsanogasse
Koordinaten
02 166–167 Währinger Gürtel Unterführung Marsanogasse > Unterführung Lustkandlgasse
Koordinaten
07 168–174 Währinger Gürtel Unterführung Lustkandlgasse > Station Nußdorfer Straße
Koordinaten
04 175–178
nicht angeschrieben
Währinger Gürtel Station Nußdorfer Straße, von der Stationsfassade überblendet
Koordinaten
06 179–184 Währinger Gürtel Station Nußdorfer Straße > Unterführung Nußdorfer Straße
Koordinaten
09 185–193 Döblinger Gürtel Unterführung Nußdorfer Straße > Unterführung Glatzgasse
Koordinaten
14 194–207 Döblinger Gürtel Unterführung Glatzgasse > Abzweig Verbindungsbogen
Koordinaten
11 208–218 Döblinger Gürtel Abzweig Verbindungsbogen > Unterführung Heiligenstädter Straße
Koordinaten
43 219–261 Heiligenstädter Straße Unterführung Heiligenstädter Straße > Franz-Ippisch-Steg
Koordinaten
21 262–282 Heiligenstädter Straße Franz-Ippisch-Steg > Überführung über die Franz-Josefs-Bahn
Koordinaten
Vorortelinie
50 Bögen
09 283–291 keine Überführung über die Franz-Josefs-Bahn > Überführung Heiligenstädter Straße
Koordinaten
05 292–296
nicht angeschrieben
keine Überführung Heiligenstädter Straße > ehemalige Haltestelle Wien Unter-Döbling
Koordinaten
01 ? keine in die Station Gersthof integriert
Koordinaten
01 297
nicht angeschrieben
keine Überführung Hernalser Hauptstraße > Station Hernals
Koordinaten
10 298–307 Weinheimergasse Unterführung Arnethgasse > Unterführung Ottakringer Straße
Koordinaten
01 308
nicht angeschrieben
keine in die Station Hernals integriert
Koordinaten
07 309–315 Weinheimergasse Unterführung Ottakringer Straße > Unterführung Thaliastraße
Koordinaten
07 316–322
nicht angeschrieben
keine Unterführung Thaliastraße > Station Ottakring
Koordinaten
01 323
nicht angeschrieben
keine in die Station Ottakring integriert
Koordinaten
01 324
nicht angeschrieben
westlich: Amortgasse
östlich: Drechslergasse
Goldschlagstraßenbrücke > Unterführung Linzer Straße
Koordinaten
07 325–331
nicht angeschrieben
keine Unterführung Linzer Straße > Station Penzing
Koordinaten
Verbindungsbogen
54 Bögen
06 301–306
nicht angeschrieben
Spittelauer Lände Station Friedensbrücke > Unterführung beim Zaha-Hadid-Haus (westliche Auffahrtsrampe)
Koordinaten
16 307–322
nicht angeschrieben
Spittelauer Lände Station Friedensbrücke > Unterführung beim Zaha-Hadid-Haus (östliche Auffahrtsrampe)
Koordinaten
14 323–335, 335A
nicht angeschrieben
Spittelauer Lände Unterführung beim Zaha-Hadid-Haus > Unterführung Spittelauer Lände
Koordinaten
10 336–345
nicht angeschrieben
keine Unterführung Spittelauer Lände > Station Spittelau
Koordinaten
01 347
nicht angeschrieben
keine Station Spittelau > Unterführung Heiligenstädter Straße (Durchlass Wiener Gürtel Straße, Auffahrt Gürtelbrücke)
Koordinaten
07 348–354 Döblinger Gürtel Unterführung Heiligenstädter Straße > Einmündung in die Gürtellinie
Koordinaten
Verbindungsbahn
54 Bögen
06 1–6 westlich: Obere Viaduktgasse
östlich: Untere Viaduktgasse
Durchgang Kolonitzgasse > Unterführung Radetzkyplatz
Koordinaten
18 7–24 westlich: Obere Viaduktgasse
östlich: Untere Viaduktgasse
Unterführung Radetzkyplatz > Unterführung Obere Weißgerberstraße
Koordinaten
01 25 westlich: Obere Viaduktgasse
östlich: Untere Viaduktgasse
Unterführung Obere Weißgerberstraße > Unterführung Dampfschiffstraße
Koordinaten
01 ? keine Unterführung Dampfschiffstraße
Koordinaten
01 ? keine Unterführung Schüttelstraße
Koordinaten
27 1–27 westlich: Helenengasse
östlich: Stoffellagasse
Unterführung Schüttelstraße > Praterstern
Koordinaten

Die Bögen der 1859 eröffneten Verbindungsbahn sind dabei deutlich älter als die übrigen. Darüber hinaus ist im Wiener Stadtgebiet auch die 1916 eröffnete Floridsdorfer Hochbahn überwiegend auf Viaduktbögen trassiert, insgesamt 114 an der Zahl. Hierbei flossen die Erfahrungen aus dem Bau der Stadtbahn ein.[13]

Abgerissene Bögen

Die 1985 abgerissene Bogengruppe im Anschluss an die Brücke über die Zeile
Ehemalige Viaduktbögen auf dem Praterstern, aufgenommen vom Wiener Riesenrad: In Bildmitte die damalige Haltestelle Praterstern, am linken Bildrand die Verbindungsbahn zum Hauptzollamt

Zusammen 36 weitere Stadtbahnbögen auf der südlichen Gürtellinie fielen ab 1985 dem Neubau der 1989 eröffneten U-Bahn-Station Längenfeldgasse und dem damit verbundenen Umbau der Zulaufstrecken zum Opfer:

  • 8 Bögen zwischen der Station Meidling Hauptstraße und der ehemaligen Brücke über die Storchengasse / Gierstergasse
  • 11 Bögen zwischen der ehemaligen Brücke über die Storchengasse / Gierstergasse und der ehemaligen Brücke über die Stiegergasse / Längenfeldgasse
  • 4 Bögen zwischen der ehemaligen Brücke über die Stiegergasse / Längenfeldgasse und der ehemaligen Brücke der Gürtellinie über die Untere Wientallinie
  • 5 Bögen zwischen der ehemaligen Brücke der Gürtellinie über die Untere Wientallinie und der ehemaligen Brücke über die Koblingergasse
  • 8 Bögen zwischen der ehemaligen Brücke über die Koblingergasse und der Brücke über die Zeile

Die letztgenannte Bogengruppe wurde dabei durch die Neubaubögen I–VIII ersetzt, die jedoch im Gegensatz zu ihren historischen Vorbildern ein wesentlich stärkeres Gefälle aufweisen.

Der Einzelbogen 346 im Bereich des Verbindungsbogens wiederum wurde nach Stilllegung dieses Abschnitts im Jahr 1991 abgerissen. Er musste der neuen Verkehrsstation Wien Spittelau weichen, die 1995/1996 in Betrieb ging.

Darüber hinaus war früher auch die Wiener Verbindungsbahn zum Nordbahnhof um den nördlichen (stadtäußeren) Teil des Pratersterns herum auf Viaduktbögen trassiert, wobei sich über der Hauptallee die Haltestelle Praterstern befand.[14] Diese wurden Ende der 1950er Jahre abgetragen um unter veränderter Gleistrasse als Teil der heutigen S-Bahn-Stammstrecke quer über den Praterstern für den Neubau des Bahnhofs Praterstern Platz zu schaffen.

Literatur

Commons: Vienna Stadtbahn arches  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Wiener Stadtbahn und ihre Hochbauten (erster Teil), In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jahrgang 1898, Nummer 16, S. 182–183.
  2. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 62
  3. Roland Tusch: Die Wiener Stadtbahn. In: Denkmail. Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, Nummer 10, Februar–März 2012, ISSN 2219-2417, S. 27–28.
  4. Lehne
  5. 1 2 Wiener Stadtbahn: Gürtellinie (U6) "Alte Bögen - neues Leben" (Memento vom 1. Mai 2006 im Internet Archive)
  6. Stadtbahnbögen: Von Otto Wagner bis heute auf orf.at
  7. 1 2 Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 55
  8. 1 2 Stadtbahnbögen am Donaukanal sollen revitalisiert werden. Gastro- und Kunstmeile vor Spittelau bis Herbst 2009 geplant. – Zusätzlich entsteht Park-and-Ride-Anlage mit 300 Stellplätzen. In: Der Standard/APA, 6. Oktober 2008, abgerufen am 19. November 2019.
  9. Hans Peter Pawlik, Josef Otto Slezak: Wagners Werk für Wien. Gesamtkunstwerk Stadtbahn (= Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte. Band 44). Slezak, Wien 1999, ISBN 3-85416-185-9, S. 83
  10. Verwirrung um Baudenkmal: Keiner fühlt sich zuständig. Auf: WienerZeitung.at. 6. März 2000, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  11. Martin Stuhlpfarrer: Neue Pläne: Die Wieder-Belebung des Donaukanals. In: Die Presse, 2. Dezember 2008, abgerufen am 19. November 2019.
  12. Volker Mehnert: Alte Bögen, neues Leben. Der Gürtel: Wiens Peripherie inmitten der Stadt erlebt eine Renaissance. In: Schwarzaufweiss. Das Reisemagazin, ohne Datum, abgerufen am 18. November 2019.
  13. "Die Italienerschleife" Bau – Zerstörung – Verfall – Wiederherstellung der Floridsdorfer Hochbahn auf bahn-austria.at, abgerufen am 1. Oktober 2017
  14. Vgl.: Luftaufnahme des Pratersterns aus den 1930er Jahren. In: Meine Postkarten Teil 17. Posting vom 2. März 2013 in: Drehscheibe Online (Direktlink zum Bild auf directupload.net (jpg)): In Bildmitte der Praterstern mit der nördlich herumführenden Trassenführung; rechts die Haltestelle Praterstern; links der damalige Nordbahnhof. Abgerufen am 19. November 2019.