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vom 09.12.2017, aktuelle Version,

Steirische Ostbahn

Steirische Ostbahn
(Szentgotthárd–Fehring–Graz)
Strecke der Steirische Ostbahn
Streckennummer: 414 01
Kursbuchstrecke (ÖBB): 530
Streckenlänge: 80,235 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: Graz Hbf -Graz Stadion Liebenau
15 kV 16 ⅔ Hz ~
Maximale Neigung: 16,2 
Minimaler Radius: 600 m
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Ungarische Westbahn
169,146 Szentgotthárd
170,454 Staatsgrenze n. Jennersdorf Ungarn / Österreich
171,860 Mogersdorf 226 m ü. A.
175,0 Weichselbaum an der Raab aufgelassen 235 m ü. A.
178,780 Jennersdorf 242 m ü. A.
Bundeslandgrenze Burgenland / Steiermark
184,946 Hohenbrugg an der Raab
Thermenbahn von Friedberg
188,557 Fehring 261 m ü. A.
193,670 Lödersdorf 271 m ü. A.
Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg
198,091 Feldbach 281 m ü. A.
200,827 Gniebing 290 m ü. A.
201,084 Anschlussbahn (Awanst) Lugitsch
202,178 Paurach † 1. Juni 1886
204,431 Rohr 298 m ü. A.
208,249 Studenzen-Fladnitz 309 m ü. A.
212,281 Kroisbach-Zöbing † 11. Dezember 2010 320 m ü. A.
213,650 Takern-Sankt Margarethen
215,219 Takern-Sankt Margarethen 337 m ü. A.
218,043 Anschlussbahn (Awanst) JERICH-Müllex
218,276 Anschlussbahn (Awanst)
218,928 Anschlussbahn (Awanst) JERICH International
219,062 Anschlussbahn (Awanst) Bramac
A2 Süd Autobahn
221,038 Gleisdorf 350 m ü. A.
Weizer Bahn (von Weiz)
Raab
225,429 Laßnitzthal 390 m ü. A.
231,664 Laßnitzhöhe 476 m ü. A.
Laßnitz-Tunnel (531,16 m)[1]
237,400 Autal † September 2010, jetzt Ausweichbahnhof 410 m ü. A.
240,290 Hart bei Graz seit September 2010
241,922 Raaba
Anschlussgleis Magna Steyr Werk
242,442 Messendorf kein Halt für Personenzüge 344 m ü. A.
243,573 Anschlussbahn (Awanst) Hödlmayr Logistics
Anschlussbahn Lager Kastner & Öhler
Autobahnzubringer Graz Ost
Graz Liebenau-Murpark
(seit 15. Dez. 2013)
245,500 Graz Stadion Liebenau
(nur bei Sportveranstaltungen)
246,562 Graz Ostbahnhof-Messe 344 m ü. A.
Mur
247,957 Anschlussbahn (Awanst) Karlau
249,055 Graz Don Bosco
Südbahn (nach Spielfeld-Straß)
250,689 Graz Hauptbahnhof 365 m ü. A.
Südbahn (nach Wien)

Die Steirische Ostbahn ist eine Bahnstrecke in Österreich und führt von Szentgotthárd über Jennersdorf, Fehring, Feldbach und Gleisdorf nach Graz. Bevor die Österreichisch-ungarische Monarchie zerfiel, zählte sie als Teilstrecke der Ungarischen Westbahn.

Einerseits durch die Verzögerung beim Bau des Semmeringbasistunnels und durch den Bau der Koralmbahn, sowie andererseits durch die Übernahme der Strecke Ödenburg/SopronSteinamanger/SzombathelySankt Gotthard/Szentgotthárd durch die RÖEE/GySEV, gewinnt diese Bahnstrecke wieder an Bedeutung. Auch die Infrastrukturprojekte im Zuge der EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 tragen dazu bei, dass sich der Güterverkehr entwickelt.

Ein großzügiger Ausbau der Strecke im Abschnitt zwischen Gleisdorf und Graz ist seit Jahren in Planung und befindet sich noch bis 2015 im behördlichen Genehmigungsverfahren. Diese Neubaustrecke soll die Steirische Ostbahn unter Umfahrung von Graz direkt mit der in Bau befindlichen Koralmbahn verbinden (siehe Ausbaupläne).

Im letzten Jahrzehnt wurden auf der Bestandstrecke zwischen Jennersdorf und Graz umfangreiche Investitionen in den Ausbau und die Verbesserung der Infrastruktur getätigt, die auch dem Personenverkehr zugutekommen: neue Betriebsausweichen, neue Haltestellen, barrierefreier Aus- und Umbau bestehender Bahnhöfe und Haltestellen, neue oder erweiterte Park & Ride-Anlagen, neue bahntechnische Einrichtungen. Seit Dezember 2010 erfolgt ein S-Bahnbetrieb, verstärkt durch REX-Züge, der in den Spitzenverkehrszeiten halbstündliche, ansonsten stündliche Fahrten anbietet. Durch diese Attraktivierung kann die Steirische Ostbahn von Szentgotthárd nach Graz mit einem gut ausgelasteten dichten Zugverkehr geführt werden und ist in das steirische S-Bahnsystem eingebunden.

Auf ungarischer Seite wurden durch die RÖEE/GySEV im Abschnitt Ödenburg/SopronSteinamanger/Szombathely umfangreiche Ausbaumaßnahmen (Oberbauverstärkung und Elektrifizierung) gesetzt. Nach der im Dezember 2006 erfolgten Übernahme der Strecke Steinamanger/SzombathelyKörmendSankt Gotthard/Szentgotthárd durch die RÖEE/GySEV (bisheriger Betreiber: MÁV) wurde von 1. Oktober 2009 bis 2. Dezember 2010 auch diese Strecke eisenbahntechnisch saniert und elektrifiziert.

Die Strecke Steirische Ostbahn wird von den Österreichischen Bundesbahnen betrieben. Die Züge werden als REX und als S3 geführt, wobei zwischen Fehring und Szentgotthard alle Züge als REX oder als R verkehren. An Werktagen verkehren die Züge in den stark frequentierten Morgen-, Nachmittags- und Abendstunden in rund 30-minütigen Intervallen, zu allen anderen Betriebszeiten im 1-Stunden-Takt. Täglich verlässt der erste Zug Fehring um 04:09 Uhr und trifft um 05:19 Uhr in Graz Hbf ein. Täglich verlässt der letzte Zug Graz Hbf um 00:08 Uhr und trifft um 01:21 Uhr in Fehring ein. An Sonn- und Feiertagen entfallen die Züge ab Graz Hbf um 21:08 Uhr und um 23:08 Uhr mit Ankunft in Fehring um 22:27 Uhr und um 00:21 Uhr. Diese Züge verkehren nur Montag bis Samstag (Werktag).

Die Zulassung zum Befahren der Strecke bis zur österreichischen Staatsgrenze haben auch die Steiermärkischen Landesbahnen. Diese führen als S31 an Werktagen (außer Samstag) fünf direkte Züge von Weiz nach Graz Hbf, sowie vier direkte Züge von Graz Hbf nach Weiz, die im Abschnitt zwischen Gleisdorf-Graz die Steirische Ostbahn befahren. Die StLB setzen auf der Strecke Weiz–Gleisdorf–Graz Diesel-Gelenktriebwagen (5062, Stadler-GTW 2/6) oder dieselhydraulische Triebwagen (5047) ein.

Von der steirischen Ostbahn zweigen drei Bahnstrecken ab:

Geschichte

Mitte der 1850er Jahre wurde in Graz ein Consortium zur Anlage und zum Bau der damals sogenannten Locomotiv Eisenbahn, der heutigen steirischen Ostbahn, zwischen Raab/Győr und Graz gegründet.

Dabei wurden für den österreichischen Teil drei Trassenführungen in Betracht gezogen:

Nachdem anfangs für die Variante 2 entschieden wurde, leisteten Bauern und Grundeigentümer vor allem im Raum Nestelbach Widerstand. Mit dem Argument, „die Bahn würde ihre Felder anzünden“ erwirkten sie eine Umtrassierung auf die Variante 3.[2]

Die Strecke gehörte zur Ungarischen Westbahn von Győr nach Graz. Am 1. September 1872 wurde die Strecke Sankt Gotthard/Szentgotthárd − Staatsgrenze nächst Jennersdorf/Gyanafalva eröffnet. Am 1. Mai 1873 erfolgte die Eröffnung der Gesamtstrecke von Jennersdorf bis Graz.

Im August 1883 erteilte das k.k. Handelsministerium dem Johann Berghofer, Mühlen- und Realitätenbesitzer in Fehring, nebst Genossen die erbetene Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten für eine schmalspurige Vicinalbahn von Fehring über Gleichenberg nach Radkersburg.[3] Dieses Projekt, das etwa ein Jahr vor Erteilung der Konzession zum Bau und Betrieb der Locomotiveisenbahn von Fehring nach Fürstenfeld[4] beim Handelsministerium beantragt (amtsevident) wurde und mit dieser in keinem Zusammenhang stand, hat in der Folge keine Verwirklichung gefunden.

Ungarischer Teil

Siehe Ungarische Westbahn

Triebfahrzeuge

Wagenmaterial

Ausbaupläne

Ausweichbahnhöfe

Seit 2007 befindet sich ein S-Bahn-System für den Großraum Graz in Auf- und Ausbau, sowie in planmäßigem Betrieb. Die steirische Ostbahn konnte wegen unzureichender Infrastruktur vorerst nicht mit einbezogen werden. Mit dem Bau von drei Ausweichbahnhöfen in Autal, Laßnitzthal und Takern bis Ende 2010 wurden die Voraussetzungen für einen S-Bahn-Betrieb geschaffen. In Autal ist die Ausweiche im Bereich der aufgelassenen alten Haltestelle entstanden. Die Haltestelle wurde um einige Kilometer versetzt in Hart bei Graz neu errichtet. Die neue Haltestelle Takern-St. Margarethen mit Ausweiche wurde zwischen dem vormaligen Bahnhof Takern und der vormaligen Haltestelle Kroisbach-Zöbing eingerichtet, die damit diese beiden Stationen ersetzt. In Laßnitzthal wurden Ausweichbahnhof und Station im Bereich der alten Haltestelle errichtet. Nach Fertigstellung der umfangreichen Gleisbauarbeiten und der Inbetriebnahme des neuen Mittelbahnsteigs wurde das alte Bahnhofsgebäude Anfang 2011 abgerissen.

Hochleistungsstrecke

Zwischen Graz und Gleisdorf soll die Strecke zur Hochleistungsbahn ausgebaut werden. Für die Trassenplanung dieser Hochleistungsstrecke zwischen Raaba und Gleisdorf wurden Informationsbüros in Graz und Gleisdorf eingerichtet. Durch eine durchgehend zweigleisige Führung, vollständiger Elektrifizierung und Verlegung der Trasse nach Süden (zwischen Raaba und Lassnitzthal) mit einem 6 km langen Basistunnel im Bereich Lassnitzhöhe sollen Reisegeschwindigkeiten bis zu 160 km/h und damit eine Verkürzung der Fahrzeit zwischen Graz und Gleisdorf von 31 auf 22 Minuten ermöglicht werden. Nach dem Entscheid über den definitiven Verlauf der künftigen Trasse wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingeleitet. Zwischen 2010 und 2015 sollte die Umweltverträglichkeitsprüfung und das eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren (Baubewilligung) abgeschlossen werden.[5] Durch Rückreihung des Projekts im Generalverkehrsplan und dem daraus resultierenden Aufschub des Baubeginns ist die Inbetriebnahme der NBS zeitgleich mit der Koralmbahn im Jahr 2023 nicht mehr möglich. Des Weiteren wurde überlegt, die Bestandstrecke über die Laßnitzhöhe beizubehalten und sie als Teil einer Stadtbahn von Graz über Gleisdorf nach Weiz zu nutzen.

Verbindung mit der Koralmbahn

Zwischen Raaba und Feldkirchen bei Graz ist entlang der Südautobahn eine eingleisige Verbindungsstrecke zur Koralmbahn geplant. Diese soll als Güterzugumfahrung von Graz und als Verbindung der Steirischen Ostbahn mit dem Terminal Graz Süd an der Baltisch-Adriatischen Achse (TEN-Korridor) genutzt werden.

Generalverkehrsplan

Im Generalverkehrsplan wurde die Steirische Ostbahn von der österreichischen Bundesregierung am 25. Februar 2002 im Paket 2. unter den Punkten "Elektrifizierung steirische Ostbahn", "selektiver zweigleisiger Ausbau Gleisdorf − Szentgotthard" und "Errichtung von drei neuen Betriebsausweichen auf der Steirischen Ostbahn" angeführt.

Bildgalerie

Literatur

Einzelnachweise

  1. Lothar Brill: Laßnitz-Tunnel: 531,16 Meter. In: eisenbahntunnel.at, 11. März 2017, abgerufen am 11. März 2017.
  2. Marktgemeinde Laßnitzhöhe (Hrsg.): Marktgemeinde Laßnitzhöhe. Ortsgeschichte. 50 Jahre Gemeinde – 100 Jahre Heilanstalt – 50 Jahre Sportverein. Brockamp-Verlag, Laßnitzhöhe 2001.
  3. Handel, Industrie, Verkehr und Landwirthschaft. Vorconcession. In: Wiener Zeitung, Nr. 223/1883, 28. September 1883, S. 12, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.
  4. RGBl 1884/133. In: Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder, Jahrgang 1884, S. 403–408. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/rgb.
  5. Anrainerinformation der ÖBB über den Ausbau der steirischen Ostbahn
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