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vom 04.06.2017, aktuelle Version,

Stoob

Stoob
Wappen Österreichkarte
Wappen von Stoob
Stoob (Österreich)
Stoob
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 17,37 km²
Koordinaten: 47° 32′ N, 16° 29′ O
Höhe: 265 m ü. A.
Einwohner: 1.389 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7344
Vorwahl: 02612
Gemeindekennziffer: 1 08 22
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 72
7344 Stoob
Website: www.stoob.at
Politik
Bürgermeister: Bruno Stutzenstein (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(19 Mitglieder)
12
7
12  7 
Von 19 Sitzen entfallen auf:

Lage der Marktgemeinde Stoob im Bezirk Oberpullendorf
Deutschkreutz Draßmarkt Frankenau-Unterpullendorf Großwarasdorf Horitschon Kaisersdorf Kobersdorf Lackenbach Lackendorf Lockenhaus Lutzmannsburg Mannersdorf an der Rabnitz Markt Sankt Martin Neckenmarkt Neutal Nikitsch Oberloisdorf Oberpullendorf Pilgersdorf Piringsdorf Raiding Ritzing (Burgenland) Steinberg-Dörfl Stoob Unterfrauenhaid Unterrabnitz-Schwendgraben Weingraben Weppersdorf Burgenland Lage der Gemeinde Stoob im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gemeindeamt [2]
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Stoob (ungarisch: Csáva, kroatisch: Štuma) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland im Stooberbachtal. Stoob ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Stoob dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Csáva verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Marktgemeinde ist Stoob seit 1. Mai 1979.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Dorfrichter und Bürgermeister
Dorfrichter[4]
1558 Egidius Varga
1715 Michael Glazer
1726–1728 Adam Pällisch
1736–1745 Georg Hassler
1737–61 Jakob Nagy sen. und jun.
1751–53 Matthias Rauchmann
1754 Paul Glazer
1762–1775 Paul Stix
1766–69 Paul Wohlmutz
1771 Martin Kern
1772–73 Matthias Kerstner
1781 Martin Kath
1798–1800 Josef Grabner
1802 Matthias Köppl
1807–1816 Paul Kath
 
Dorfrichter[4]
1808 Josef Reßler
1847 Michael Paur
1848 Andreas Pinter
1852 Johann Gnadlinger
1861–1862 Johann Thumberger
1870 Johann Schrödl
1866–1886 Paul Tremmel
1889 Stefan Grabner
1890–1894 Johann Reingruber
1894–1899 Mihǎly Stuiber (Michael Stoiber)
1900 Josef Koth
1903–1908 Josef Schrödl
1909–1912 Josef Kallinger
1912–1919 Michael Horvath
1920–1921 Josef Stibi
 
Bürgermeister[4]
1558 Josef Koth
1927–1931 Johann Reingruber
1931–1935 Regierungskommissär Knoll (Nachdem sich die Gemeinde beim Ausbau der ersten Hauptschule finanziell übernommen hatte und zahlungsunfähig war)
1935–1938 Stefan Grabner (Dieser bürgte mit einem Teil seines eigenen Vermögens für die Gemeinde und machte diese wieder unabhängig)
1938–1945 Paul Fasching
1945 Karl Stoiber (Er beherrschte als ehemaliger Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs die russische Sprache)
1945–1950 Karl Schrödl
1950–1967 Karl Wohmuth
1967–1979 Franz Kallinger
1979–1982 Michael Sommer
1982–2002 Rudolf Taschner
seit 2002 Bruno Stutzenstein (SPÖ)

Wirtschaft

Stoob ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt für sein Hafnerhandwerk. In einem Grundbuch des Feudalherrn Lippay de Zombor ist 1676 ein Thoma Paur als Hafner in Stoob verzeichnet. Zunftkrug aus 1619 und Zunfttruhe mit Bruderschaftsbuch und anderen Dokumenten aus 1846 sind erhalten. Gemäß einer amtlichen Zuschreibung der Zünfte aus 1851 fiel auf jedes vierte Haus ein Hafnermeister.[5]

1895 wurde die Esterházysche Tonwarenfabrik errichtet, seit 1893 gab es eine Tongewerbefachschule. 1903 bestand das Dorf aus 220 Häusern, wovon in 27 die Hafnerei betrieben wurde. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war Stoob durch eine Tonwarenfabrik und eine Tongewerbefachschule ein Zentrum des Hafnergewerbes.[5]

Mehrere Töpferbetriebe sowie die 1956 gegründete[6], 1959 als Neubau initiierte Landesberufsschule für Keramik[7] (nunmehr: Landesfachschule für Keramik und Ofenbau Stoob), die einzige dieser Art in Österreich, heben die ungebrochene Bedeutung dieses Handwerks für die Marktgemeinde hervor. Darüber hinaus werden für Interessierte Töpferkurse angeboten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bergkirche

Bildung

  • 1925 wurde die Hauptschule Stoob errichtet.[9]

Persönlichkeiten

  • Johann Wolmuth (1865–1942), Maurer- und Zimmermeister, Politiker
  • Heinz Kapaun (1929–2008), Politiker

Literatur

  • Ladislaus Finta (Hrsg.): Festschrift anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums und der Erhebung zur Marktgemeinde. 19. Mai bis 27. Mai 1979. Marktgemeinde Stoob, Gemeindeamt Stoob, Stoob 1979.[11]
  • Ladislaus Finta (Hrsg.): 1925–1985. 60 Jahre Hauptschule Stoob. Ein Bericht über die Jahre 1975/76 – 1984/85, hrsg. mit Unterstützung des Elternvereines. Dir[ektion] der Hauptschule Stoob, Stoob 1985.[12]
  • Judith Schöbel, Petra Schröck, Ulrike Steiner: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Oberpullendorf. Österreichische Kunsttopographie, Band 56. Berger, Horn 2005, ISBN 3-85028-402-6.

Film

  • Formen und Figuren – Das Töpferdorf Stoob. Dokumentarfilm, Österreich, 2013, 24:54 Min., Buch und Regie: Walter Reiss, Produktion: ORF, Landesstudio Burgenland, Reihe: Erlebnis Österreich, Erstsendung: 14. April 2013 bei ORF 2, Inhaltsangabe von ORF.
  Commons: Stoob  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bis 1938 Evangelische Schule — siehe: Christus-Kirche.
  2. Bis 1938 Evangelische Schule — siehe: Christus-Kirche.
  3. Bgld LGBl 36/1979
  4. 1 2 3 Marktgemeinde Stoob: Richter bzw. Bürgermeister (abgerufen am 25. Jänner 2017)
  5. 1 2 Schöbel et al.: Kunstdenkmäler, S. 618.
  6. 30 Jahre Landesfachschule für Keramik und Ofenbau Stoob, Burgenland. Landesfachschule für Keramik und Ofenbau, Stoob 1987, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  7. Bgld LGBl 6/1960
  8. Infonet Austria; abgerufen am 3. Sep. 2012
  9. Ladislaus Böhm: 30 Jahre Hauptschule Stoob. Hauptschule, Stoob 1955, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  10. Schöbel et al.: Kunstdenkmäler, S. 619.
  11. Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek
  12. Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek