unbekannter Gast
vom 22.06.2017, aktuelle Version,

Susanna Ridler

Susanna Ridler

Susanna Ridler (* 1968) ist eine österreichische Vokalistin und Komponistin im Grenzbereich Bereich Jazz, Elektronik, improvisierte Musik, Neue Musik und Literatur.

Leben

Die österreichische Komponistin, Vokalistin, Performerin und Soundkünstlerin studierte zunächst Schauspiel und arbeitete einige Jahre am Theater (u.a. beim Aktionstheater Ensemble), bevor sie ein Musik- und Gesangsstudium in Maastricht, Amsterdam & Los Angeles absolvierte (Outstanding Student Award 1998, Musicians Institute, Hollywood).

1998 gründete Ridler in Los Angeles das Acapella Trio „treasure“, mit dem sie ihre ersten Kompositionen umsetzte (2. Platz beim kalifornischen Acapella-Wettbewerb „Harmony Sweepstakes“). Nach ihrer Rückkehr nach Wien, 2001, begann Ridler den Computer als Instrument in ihr musikalisches Schaffen zu integrieren. Sie komponierte Musik für Theater und Hörspiel (u.a. für Ö1, „Staatstheater Mainz“), produzierte 2003 für Universal Music einen Remix über GershwinsSummertime“ und startete 2004 ihr Elektronik-Jazz-Pop-Projekt [koe:r].

2008 veröffentlichte Ridler auf ihrem eigenen Label „Electroland Records Vienna“ den ersten Tonträger [koe:r], mit Peter Herbert (Kontrabass), Wolfgang Puschnig (Saxophon/Flöte), Thomas Gansch (Trompete), Rainer Deixler (Drums), Helmut Jasbar (E-Gitarre). Ihre auf der CD enthaltene Version von JobimsCorcovado“ wurde auf der Stereo-Deluxe-Compilation „Brazilution-Winter Edition“ wiederveröffentlicht.

2009 produzierte Ridler eine Remix-EP mit Mixes von I-Wolf, Lowa (featuring Uwe Walkner), Brenda & Conny Dix.

2010 kooperierte sie als Sängerin und Co-Autorin für den Song „kiss her in the stomach“ mit Kava & Christopher Chaplin (Album „Seven Echoes“, Fabrique Records).

2012 folgte das zweite [koe:r] Album „Susystems“ mit Peter Herbert (b), Florian Kmet (egit), Alexander Lackner (b), Gerald Preinfalk (bcl), Wolfgang Puschnig (sax). Damit gelang ihr eine medial hoch gelobte moderne Kunstmusik – das Rolling Stone Magazin meint: „Susystems führt schnurstracks ins Reich der Geniestreiche“. Österreich Konzert-Tour u.a. zu: „Grazjazznacht“ in Graz, „Jazz & the City“ in Salzburg, „Women in Jazz“ im Brucknerhaus Linz und „Jazz Art“ im Gläsernen Saal (Wiener Musikverein).

Im Frühjahr 2012 erhielt Ridler vom Outreach Festival, einen Kompositionsauftrag zum Thema „Finanzkrise“, wo das 30-minütige Werk „no fear with angst“ uraufgeführt wurde.

2014/15/16: In ihrem Auftragswerk für den Carinthischen Sommer unter dem Titel „Geometrie der Seele oder ich seh den See nicht mehr“ vertont Ridler Auszüge aus Gert Jonke-Werken (u.a. Teile des „Geometrischen Heimatromans“). Das Projekt wurde im Trio mit Bassist Peter Herbert und Saxophonist Wolfgang Puschnig uraufgeführt. Daraufhin beauftragte die Gert Jonke-Gesellschaft Ridler, am Ehrengrab Gert Jonkes die Enthüllung das neuen Grabsteines musikalisch zu begleiten, ebenso im März 2015 die Verleihung des Gert-Jonke-Preises im Stadttheater Klagenfurt – hier mit der Uraufführung der Auftragskomposition über das Jonke-Gedicht „hier die Landkarte“.

2015 startete Ridler eine Mini-Konzert-Reihe, mit dem Titel POCKET SESSION. Eine 30-minütige Solo- oder Duo-Session, als musikalische Werkstatt im öffentlichen Raum, bei der Auszüge aktueller Kompositionsarbeiten ausprobiert und für karitative Zwecke Spenden gesammelt werden. Veranstaltungsort war 2015 der Upcycling Design Store „auferstanden“. Die POCKET SESSION No. 4 fand im August 2016 erstmals in der Wiener Votivkirche statt.

Stil

Susanna Ridler strebt als Sängerin, Komponistin und Arrangeurin eine Versöhnung zwischen akustischen und elektronischen Welten an: „Diese Verschmelzung soll ein stimmiges, spezielles Klangbild hervorbringen. Ich versuche, jede Note bewusst zu gestalten, was zu einem aufwändigen Komponier- und Arrangierprozess führt.“

Das Band-Projekt [koe:r] ist das Ergebnis einer langen Suche mit der Absicht, Tradition und Moderne zu verknüpfen und dabei einen individuellen Stilzugang zu finden. Ridlers Konzept einer Verbindung von Elektronik, Jazz, Pop, Rock und Funk findet hier seine Umsetzung. Im Studio aufgenommenes Live-Material trifft da auf die Möglichkeiten, die der Computer bietet – mit all den Methoden wie Sampling, Verfremdung, Timestretching, Pitchbending, etc. So finden sich auch Songs wie Summertime, Fever, Comes Love, Angels Eyes, You go to my Head und Corcovado undogmatisch auf eine überraschend neue musikalische Ebene gehoben – zumal die alten Songs einerseits für sie ungewöhnliche Stilkleider tragen und andererseits eine Interpretation erfahren, die an Neukomposition grenzt. „Ich versuche verschiedene stilistische und methodische Traditionen zu bündeln, in dem sich artifizielle Sounds und die Aura improvisierender Individualisten überlagern“, so die Musikerin.

Mittlerweile schreibt Ridler Werke für klassische Kammerensemble und versucht auch hier Komposition und Improvisation sinnvoll zu verschmelzen.

Diskografie

  • 2012: [koe:r] „Susystems“ – Electroland Records Vienna, ELRV001
  • 2011: Single „Winter“, Electroland Records Vienna, ELR001
  • 2010: „Seven Echoes“ von Kava & Christopher Chaplin, Fabrique Records (Gast auf Track 6)
  • 2009: Stereo Deluxe „Winter Edition“ enthält [koe:r]s Version von Jobim‘s „Corcovado“
  • 2009: [koe:r] „Remix-EP“ – Electroland Records/Geco Tonwaren; mit Mixes von Iwolf, Lowa (feat. Uwe Walkner), Brenda, Conny Dix & Susanna Ridler
  • 2008: [koe:r] – Electroland Records/Geco Tonwaren
  • 2003: „Summertime, this is now“, Remix Compilation, Universal Music Austria, (Ridler alias tristan)

Auftragskomposition / Kooperationen / Theatermusik / POCKET SESSION

  • 2016: Kammermusikstück geschrieben für das ensemble XX jahrhundert unter der Leitung des Dirigenten Peter Burwik // mit Texten von Gert Jonke // „Chlorophyllklangpulverstaub oder: die Erforschung des botanischen Tongewebes“// Uraufführung 7. Dezember 2016
  • seit 2015 – POCKET SESSION: eine 30-45 minütige Solo- oder Duo-Session, als musikalische Werkstatt im öffentlichen Raum
  • 2015: Auftragskomposition für die Gert-Jonke-Gesellschaft zur Verleihung des Gert-Jonke-Preises  2015 im Stadttheater Klagenfurt/ Uraufführung  „Weil die Erinnerung an Dich…“
  • 2014: Musikalische Begleitung am Ehrengrab Gert Jonkes – bei die Enthüllung der neuen Grabskulptur des bildenden Künstlers Wolfgang Walkensteiner
  • 2014: Auftragswerk für den Carinthischen Sommer/ Unter dem Titel „Geometrie der Seele oder ich seh den See nicht mehr“ vertont Ridler Auszüge aus Gert Jonke-Werken (u.a. Teile des „Geometrischen Heimatromans“)
  • 2013: Mitwirkung als Vokalistin & Elektronikerin bei Karl Ritter & Wolfgang C. Kuthan’s „Soundritual“, eine groß besetzte Kunstaktion, energetische Tonmalerei aus übereinander geschichteten Gitarren-Feedbacks, einer Vielzahl akustischer Instrumente und menschlicher Stimmen.
  • 2012: Auftragskomposition vom „Outreach Festival“ zum Thema „Finanzkrise“, wo das 30-minütige Werk „no fear with angst“ uraufgeführt wurde (gefördert durch das BMUK)
  • 2010: Song Co-Autorin & Vocals für Track 6 auf der CD „Seven Echoes“ von „Kava & Christopher Chaplin“/ Fabrique Records
  • 2009: Theatermusik für Ewald Plametshofer‘s „Sauschneiden“ Regie: Dieter Boyer, Theater am Lend, Graz
  • 2008: Theatermusik für „Torquato Tasso“, Regie: Dieter Boyer, Staatstheater Mainz
  • 2008: Musik & Konzert für die „Multimedia – Staatspreis Verleihung“, Konzerthaus Wien
  • 2008: Musik & Performance für das „5 Jahres Jubiläum von Gabarage“, Künstlerhaus / brut, Wien
  • 2007: Komposition und Soundinstallation für die Ausstellung von Jürgen Schiefer im K/haus, Wien
  • 2006: Konzert und musikalische Rahmengestaltung für die Ausstellungseröffnung „Verrückte Liebe“ im Kunstforum Bank Austria, Wien
  • 2005: ORF, Hörspielmusik „Neuland“, Text: Andraes Renoldner, Regie: Katharina Weiss
  • 2003: Theatermusik für „Das Verbrechen des 21 Jahrhunderts“, Regie: Dieter Boyer, Theater mbh, Kabelwerk, Wien
  • 2002: Theatermusik für „Vagina Monologe“: Regie: Brigitta Soraperra, Remise Bludenz
  • 2001: Gesang und Sprache in Bachmann, „Life during Wartime“, Musik: Peter Herbert, Regie: Claudia Oberleitner
  • 2001: „West‘s und Zobenriggs Zweifel“, Musik: Michael Mautner, MUMOK, ORF Aufzeichnung