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vom 16.03.2017, aktuelle Version,

Umweltbundesamt (Österreich)

Osterreich  Umweltbundesamtp1
Staatliche Ebene Bundesebene
Stellung Ausgegliederter Rechtsträger (Firma im Eigentum der Republik Österreich)
Rechtsform GmbH (100-%-Besitz der Republik Österreich)
Aufsicht Sektion V Allgemeine Umweltpolitik[1] am Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Gründung 1985 (GmbH seit 1999)
Hauptsitz Wien 9, Spittelauer Lände 5
Leitung Georg Rebernig (Gschftf.)
Mitarbeiter 475[2]
Umsatz 42,8 Mio. € (2012)[2]
Website www.umweltbundesamt.at

Das Umweltbundesamt ist die größte österreichische Fach-Einrichtung für alle Umweltthemen. Sie nimmt hoheitliche Aufgaben für den Bund wahr und bietet zusätzlich Umweltconsulting für nationale und internationale Auftraggeber. Zu den Kunden und Partnern des Umweltbundesamtes gehören neben großen Unternehmen auch wissenschaftliche und politische Institutionen in Österreich, der EU und darüber hinaus. Das Umweltbundesamt hat seinen Sitz in Wien und einen Sitz in Klagenfurt.

Geschichte

Das Umweltbundesamt wurde 1985 auf Basis des Umweltkontrollgesetzes gegründet. 1988 definierte die Neufassung des Umweltkontrollgesetzes die Kernaufgaben des Umweltbundesamtes neu. Mit dem 1. Jänner 1999 wurde das Umweltbundesamt in die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GesmbH) überführt. Als solche befindet sich das Umweltbundesamt im 100%igen Eigentum der Republik Österreich, vertreten durch das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Tätigkeit

Umwelt- und Naturschutz in Österreich ist als Rechtsmaterie prinzipiell Ländersache, daher haben alle Landesregierungen zuständige Abteilungen. Das Umweltbundesamt vertritt die Angelegenheiten des Bundes, wie auch die europäischen und internationalen Verpflichtungen (wie Europarecht und völkerrechtliche Verträge), und fungiert als gemeinsame Plattform und Ansprechpartner in In- und Ausland.

Das Umweltbundesamt entwickelt in vier Programmbereichen umweltstrategische Perspektiven.

  • Wirtschaft und Wirkung: behandelt die Auswirkungen gesellschaftlichen Wirtschaftens auf die Umwelt
  • Lebensraum und Nutzung: befasst sich mit der nachhaltigen Gestaltung des natürlichen Lebensraumes und berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Ansprüche an Landnutzung und Umweltfunktionen
  • Stoffe und Analysen: befasst sich mit der nachhaltigen Gestaltung des natürlichen Lebensraumes und berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Ansprüche an Landnutzung und Umweltfunktionen
  • IT-Lösungen und Services: befasst sich mit der Entwicklung von E-Government-konformen Umweltinformationssystemen, Datenbanken und Applikationen

Die Tätigkeiten des Umweltbundesamtes umfassen:

  • Erhebung, Aufbereitung und Analyse von Daten zur Umweltsituation in Österreich (u. a. Luftqualität, Bodeninformation, Strahlenschutz, Wassergüte)
  • Entwickeln von Methoden, Empfehlungen und Entscheidungsgrundlagen für die Umweltpolitik
  • Erarbeiten von Strategien zur Verbesserung der Umweltsituation
  • Messung von Umweltbelastungen
  • Beteiligung am Vollzug von Bundesgesetzen
  • Fachliche Koordination verschiedener internationaler Umweltprogramme in Österreich
  • Umweltconsulting für Unternehmen, wissenschaftliche und politische Institutionen in Österreich, der EU und darüber hinaus
  • Erstellung von fremdfinanzierten Studien zum Zwecke des Lobbyings [3]

Damit leistet das Umweltbundesamt einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation und zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Der alle drei Jahre erscheinende medienübergreifende Umweltkontrollbericht (UKB) ist das Standardwerk zur Umweltsituation in Österreich. Der Bericht richtet sich in erster Linie an Entscheidungsträger, insbesondere auf Bundes- und Landesebene sowie Interessenvertreter und bietet aktuelle Grundlagen für deren tägliche Arbeit. Dazu fokussiert er auf die wichtigsten Herausforderungen der Umweltthemen und berücksichtigt vor allem jene Aspekte, in denen in den nächsten Jahren wichtige Entscheidungen zu treffen sind.

International sind die Experten des Umweltbundesamt als Berater internationaler Organisationen, wie EU-Kommission, UNEP und OECD tätig. Das Umweltbundesamt hat bisher an über 100 Twinning-Projekten in Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Serbien, in der Tschechischen Republik, in Tunesien, Ungarn sowie in Zypern teilgenommen. Mit diesem Know-how-Transfer unterstützte das Umweltbundesamt den EU-Beitritt der mittel- und osteuropäischen Behörden in Umweltfragen.

Das Umweltbundesamt beschäftigt 475 Mitarbeiter (Stand 30. Juni 2013) aus 55 Disziplinen. Neben Experten aus Fachbereichen wie Altlasten, Naturschutz, Energie, Industrie, Klima, Luft und Verkehr gehören dazu Absolventen von in- und ausländischen Universitäten verschiedener Fachrichtungen.

Das Umweltbundesamt besitzt ein funktionierendes Netzwerk der Zusammenarbeit mit den Bundesländern, um Umweltinformationen auf dem neuesten Stand der Technik zur Verfügung stellen zu können.

  Commons: Umweltbundesamt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Sektion V - Allgemeine Umweltpolitik
  2. 1 2 Zahlen und Fakten, umweltbundesamt.at
  3. Umweltbundesamt GmbH, letzte Seite