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vom 13.05.2017, aktuelle Version,

Via Julia

Via Julia ist die neuzeitliche Bezeichnung für die römische Militärstraße zwischen Günzburg (Guntia) über Augsburg (Augusta Vindelicorum) bis Salzburg (Iuvavum).

Übersicht des Straßennetzes im Römischen Reich im Jahre 125 n. Chr. (siehe auch Liste der Römerstraßen) unter Kaiser Hadrian dessen Teilstrecke die Via Julia war.
Gedenkstein an der ehemaligen Inn-Überquerung bei Rosenheim ( Pons Aeni)

Mit Via Julia wurde ein Straßenname aus der Forschung des 19. Jahrhunderts aufgegriffen, die in ihr ein Werk des Julischen Kaiserhauses sah. Nach derzeitigem Wissen hat bis auf die Via Claudia Augusta keine römische Straße nördlich der Alpen einen Namen.

Geschichte

Für das Römische Reich war die Straße strategisch sehr bedeutsam. Bis zum dritten Jahrhundert nach Christus ermöglichte sie durch Bauweise und Streckenführung schnelle Truppenbewegungen zur Reichssicherung. Als Teil der Verbindung von Lutetia (heute Paris) und Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, war sie die Hauptverbindung zwischen den Provinzen Raetien und Noricum und wurde auch in der Tabula Peutingeriana verzeichnet.

Die Streckenführung von Augsburg bis Seebruck (Bedaium) ist umstritten. Traditionell wurde eine Streckenführung über Schöngeising (Ambrae), Gauting (Bratananium), Grünwald, Deisenhofen (Oberhaching), Aying (Isinisca) und Pfaffenhofen/Rosenheim (Pons Aeni) angenommen. Ein Forschungsbeitrag[1] hält jedoch eine Streckenführung über die Würmmühle (Dachau) (Ambrae), Pretzen bei Erding (Bratananium), Isen (Isinisca) und einem Ort bei Wasserburg am Inn (Pons Aeni) für sehr wahrscheinlich.[2][3]

Die Bedeutung der Straße belegen die erhaltenen 15 Meilensteine des Kaisers Septimius Severus, die von einem eigenen Straßenbauprogramm künden. Von keiner anderen römischen Straße in Süddeutschland sind so viele Meilensäulen bekannt wie von der Via Julia.

Von Günzburg über Augsburg und Rosenheim bis Salzburg wurde ein Fahrradweg auf historischer Strecke ausgeschildert. Zwischen Hofolding und Aying im Hofoldinger Forst ist die Via Julia als Radweg gut erhalten. Erkennbar ist dort die lange gerade Streckenführung und ursprüngliche Materialgruben am Rand.

Erhaltene Meilensteine

Gegenwärtiges Erscheinungsbild

Literatur

  • Radwandern auf den Spuren der Römerstrasse Via Julia: Günzburg – Augsburg – Salzburg. Augsburg 2007, ISBN 978-3-00-021104-1.

Einzelnachweise

  1. https://www.kbl.badw-muenchen.de/zblg-online/rezension_1326.html
  2. Hans Bauer: Die römischen Fernstrassen zwischen Iller und Salzach nach dem Itinerarium Antonini und der Tabula Peutingeriana. Neue Forschungsergebnisse zu den Routenführungen. München 2007, u.a. S. 103ff. Und Artur Adam: Römische Reisewege und Stationsnamen im südöstlichen Deutschland, in: Beiträge zur Namenforschung. Neue Folge 11 (1976), S. 1–59.
  3. Routenskizzen von Hans Bauer, abgerufen am 18. Oktober 2016