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Notiz 050: Zwischenstand 2020#

von Martin Krusche

Zeit für eine kleine Bilanz des ungewöhnlichen Zustandes. Zwei Wochen Lockdown liegen hinter uns. Das bremst die Corona-Pandemie in Österreich. Wie lange wir in diesem Modus verbleiben müssen, weiß niemand. Das Virus kommt aus eigener Kraft nirgends vom Fleck. Es braucht uns Menschen als Taxi.

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Daher so ein Lockdown. Die radikale Reduktion realer sozialer Begegnungen ist eine interessante Herausforderung für den Kulturbetrieb. Dazu reicht es natürlich nicht, Content zu streamen, via Youtube rauszuhauen oder ähnliche Geschichterln. Ich möchte das fundamentaler bearbeiten, in seiner kulturpolitischen Dimension anpacken.

Ich bin außerdem davon überzeugt: der Wunsch, vor dem ökonomischen Untergang gerettet zu werden, ist kein Inhalt meiner Arbeit. Das ist ein privates Bedürfnis. Genauer: der Wunsch, ökonomisch zu bestehen, ist Teil meiner Arbeit, doch nicht ihr Inhalt.

Polemisch verkürzt: ist mein Betrieb im Arsch, bin ich Privatperson. Das verlangt nach einem anderen Konzept. Bevor es aber so weit ist, ringe ich um angemessene Arbeitsbedingungen. Dazu braucht es betriebswirtschaftliche Kompetenzen und kulturpolitische Diskurse.

Die Kulturpolitik der Oststeiermark ist in weiten Bereichen schon den Bach runtergefahren. Das hat der anschwellende Wahlkampf quer durch den Februar 2020 belegt. Da wurden weder das politische Personal, noch die Kulturschaffenden zur Sache irgendwie vernehmlich.

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Nun, zum Faktum der Pandemie, mit diesem Lockdown, scheint derlei kulturpolitische Agonie den Rest bekommen zu haben. Mich beeindruckt das alles überhaupt nicht. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns. Manches davon nehme ich aus dem vergangenen Arbeitsjahr mit, denn ich schätze Kontinuität. Überdies sprengen große Themen jedes Kalenderjahr. Ich werde also manches davon nicht streichen, bloß weil wir in Schwierigkeiten stecken.

Andere Themen fahren grade in der Prioritätenliste mit Wucht hoch. Soll mir recht sein. Vielleicht kommt so Bewegung ins Gefüge. Zu meinem Glück hatte ich schon in den Tagen des Monatswechsels von Februar auf März begonnen, ein paar Dinge neu zu ordnen. Man könnte sagen, die Krise ist ein kalter Rückenwind. Keineswegs angenehm, aber lebhaft.

Ich stelle mir das so vor: Schuhe fester zubinden, Ärmel aufstricken, raus aus dem Jammertal!

Projektstatus (Auszug)#

Martin Krusche, gezeichnet von Chris Scheuer
Martin Krusche, gezeichnet von Chris Scheuer

Der Rahmen (Gesamtlage)#

  • Guide 2020 (Die gesamte Projektsituation im Überblick)

Kooperationen#