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Notiz 027: Tagwerk und Nachtmeerfahrt#

von Martin Krusche

Unternehmer Ewald Ulrich ist es gewohnt, komplexe Situationen zu begleiten und zu Ergebnissen zu führen. Es nützt natürlich auch im Kulturbereich, solche Kompetenzen einzusetzen. Das kommt bei „Fokus Freiberg“ kontinuierlich zur Wirkung, wodurch das Schloß Freiberg seit Jahren wieder als ein Veranstaltungsort für kontrastreiche Programme erfahrbar wurde.

Unternehmer Ewald Ulrich (rechts) und Bürgermeister Peter Moser. (Foto: Martin Krusche) (Foto: Martin Krusche)
Unternehmer Ewald Ulrich (rechts) und Bürgermeister Peter Moser. (Foto: Martin Krusche) (Foto: Martin Krusche)

So verdichtet sich nun an einem Wochenende spät im Jahr ein weiteres Beispiel für kollektive Wissens- und Kulturarbeit: Nächste Spuren (Drei Tage im November). Vom Samstag bis Montag, den 2. bis 4. November 2019, wird ein kontrastreiches Völkchen zusammenfinden, um eine Erzählung zu entfalten, die auf sehr verschiedene Lebensbereiche und Themenstellungen verweist. Ein Vorhaben, das der Ludersdorfer Bürgermeister Peter Moser mitträgt.

Dabei wollen die Kunst und das Handwerk gemeinsam auftreten, das Praktische und das Transzendente Seite an Seite zum Klingen kommen. Das zeigt sich etwa in im Themenbogen zwischen einem Workshop für das Korbflechten und einem Hackerspace (machquadrat). Allein dadurch sind schon Markierungen gesetzt, die einen kulturellen Bogen zwischen Frühgeschichte und Vierter Industrieller Revolution ziehen.

Hier die Beratung in Fragen der Energieersparnis und der Müllreduzierung, da die komplexe Performance zum Konsumverhalten: „Try On“. Kerstin Feirer („Wosnei X“) greift mit ihrem Team eines der augenblicklich brisantesten Themen unserer Konsumwelt auf.

Gottfried Lagler vor dem einzigen erhaltenen Exemplar des Grazer D&U-Wagens. (Foto: Martin Krusche)
Gottfried Lagler vor dem einzigen erhaltenen Exemplar des Grazer D&U-Wagens. (Foto: Martin Krusche)

Ein Round Table mit Gottfried Lagler ist dem Thema „Alte Sachen“ (Von der Liebe zum Erhalten) gewidmet. Lagler ist einerseits erfahrener Koch und da in Qualitäts- wie Ernährungsfragen hoch versiert. Er ist andrerseits Steiermark-Repräsentant der ÖGHK. Das ist die „Österreichische Gesellschaft für historisches Kraftfahrwesen“. Lagler widmet sich also der „Oldtimerei“. Siehe dazu: "Niemand ist alleine klug"!

Der kulturhistorische Hintergrund des gesamten Dreitages-Angebot klingt in einem Essay an, der jetzt schon im Web abrufbar ist. Ein Teil dieses Textes geht in eine Printpublikation ein, die der Arbeit des Gleisdorfer Fotografen Richard Mayr gewidmet ist. Dieses Bändchen wird in Schloß Freiberg präsentiert und kann dort kostenlos bezogen werden. Siehe: Interferenzen 2019 (Eine Reflexion)

Die Veranstaltungsreihe endet am Montag mit einem Vortrag von Wissenschafter Hermann Maurer. Der Informatiker zählt zu den Pionieren des Internetzeitalters, ist ein launiger Erzähler, der die Welt bereist hat, dabei in kontrastreiche Formen menschlicher Kultur ging. Er wird Anregungen geben, wie man sich leidenschaftlich um Zukunftsfähigkeit kümmern mag, wie man sich dem zuwendet, das wir heute noch nicht denken können.

Ewald Ulrich ist übrigens aus privater Leidenschaft ein Kenner der Frühgeschichte, ist seit Jahrzehnten mit den künstlerischen Artefakten dieser Vergangenheit beschäftigt. Dazu kommt seine permanente Leselust und beides ist wohl die Quelle für das Motiv, das er bei einer der Programmbesprechugen betont hat: die Nachtmeerfahrt. Eine Erfahrungsebene der Seelenwelt, eine Seite im Menschen, ohne die das Leben nicht denkbar ist.