Mini Fabula: Net Conditions#
(Vernetztes Arbeiten)#
von Martin KruscheRichard Mayr hat ein spezielles Faible für Tierfotografie. Das verlangt Hingabe und Ausdauer. Wie ich es verstehe: Man muß dafür vor allem ziemlich lang irgendwo ziemlich stillsitzen. Dann bekommt man in freier Wildbahn etwa einen Wolf zu sehen. Oder sogar, wie das Video am Seitenende belegt, einen Luchs.
Es sind nicht bloß die Arbeitsergebnisse, welche schließlich in unserer Kulturformation „Archipel“ zur Wirkung kommen. Es sind auch genau solche Eigenschaften: Hingabe und Ausdauer. Anderes Genre: Fotografie nach der Fotografie. Das ist ein Thema, in welches sich Mathias Petermann zäh vertieft hat; aktuell mit der Episode „Synthetics“.
Damit war er eben in beiden Fenstern präsent, die unseren „Zeit.Raum“ zur Bürgergasse hin öffnen. Das Ensemble habe ich eben umgehängt, kompakter montiert, weil nun Monika Lafer wieder mit einer neuen Episode da ist.
Dazu ein Lafer-Zitat: „Mit der Zeit konnte ich bereits im Sucher der Kamera die passende Komposition sehen und musste nicht zwingend aquarellieren – die Arbeitsweise verändert sich eben entlang einer Entwicklung.“
Dämmert Ihnen etwas? Jetzt ist aktuell noch Joachim Karner zu erwähnen, der einerseits gerade an seinen Beiträgen für das Booklet „Mini Fabula“ arbeitet. Andrerseits hat er eben einen weiteren Meilenstein europäischer Technik- und Automobilgeschichte gezeichnet. Nachdem Karner für unser „Mythos Puch Nr. 10“ eine beeindruckende Grafik mit dem „Blitzen-Benz“ vorgelegt hatte, widmete er sich nun dem Austro-Daimler ADS R, genannt „Sascha“. (Eine wegweisende Porsche-Konstruktion.)
Raumüberwindung per Tempomaschine, gewissermaßen ein nachbarschaftliches Thema, den Karner ist Architekt, also sehr wesentlich mit Raumbewältigung befaßt. Die Immobilie und die Mobilie. Da haben wir über allerhand Zusammenhänge nachzudenken, wo Natur und Technik miteinander in Wechselwirkung kommen.
Wenn ich bei all dem „Art Under Net Conditions“ als Genre betone, eine „Kunst unter Bedingungen der Vernetzung“, dann meine ich damit nicht den Aspekt Internet. Das Web ist Struktur. Was ich meine, sind Inhalt und Verfahrensweise.
Das ließ sich in unserem „Archipel“ nun gut etablieren. Es hat in „Mini Fabula“ sein aktuelles Hauptprojekt. Und wie Sie sehen, das verdichtet sich quasi zu einer gemeinsamen Erzählung quer durchs Jahr; mit wechselwirksamen Beiträgen von höchst unterschiedlichen Persönlichkeiten.
- Mini Fabula: Echo (Übersicht)
Weiterführend#
- Mathias Petermann: SYNTHETICS (Fotografie nach der Fotografie)
- Monika Lafer: Verfahrensweisen (In die Tiefe gehen)
- Mythos Puch Nr. 10: Geist in der Maschine (Die Dokumentation)
- Blitzen-Benz: Endorphin-Maschine (Ein belebtes Blatt)
- Endorphin-Maschine: Sascha (Kompakt und schnell)


