Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Notiz 049: Fenster zur Welt#

(Zur Praxis des Kontrastes)#

von Martin Krusche

Kontraste helfen uns an manchen Stellen, die Dinge deutlicher zu sehen. Barbara Lukas ist Unternehmerin, die über viele Jahre auch Kulturarbeit für wichtig hielt, was sich nun erneut manifestiert. Im Projekt „Zeit.Raum“. Monika Lafer ist Malerin, überdies Kunsthistorikerin, die eben eine Monographie über den Gleisdorfer Künstler Camillo Kurtz publiziert hat; ihre Dissertation.

Die zwei Schnittstellen in der Gleisdorfer Bürgergasse. (Foto: Martin Krusche)
Die zwei Schnittstellen in der Gleisdorfer Bürgergasse. (Foto: Martin Krusche)

Wir repräsentieren ersten verschiedene Generationen und zweitens definitiv drei grundverschiedene Lebenskonzepte. Das ist ein interessanter Ausgangspunkt für ein gemeinsames Vorhaben. Ich hab in der Notiz „Zeit und Raum“ den Hintergrund dieses Ansatzes schon skizziert. Nun ein neuer, ein nächster Modus.

Mein Faible für Zeichensysteme und die Frage, wer die Außenhaut der Innenstadt womit beschriften darf, manifestiert sich in verschiedenen Teilprojekten. Lafer verknüpft gerade ihre Leidenschaft für die Pleinairmalerei mit einigen Fragen der Stadtentwicklung.

Lukas ist durch ihr Innenstadt-Haus mit genau diesen Fragen der Stadtentwicklung konfrontiert und hat die schon erwähnte Neigung zur Kulturarbeit. (Lukas lächelnd: „Aber wir machen jetzt keinen Einraum 2.0.“) Mit ihr und Designerin Barbara Baumgartner war da auch über diese Prägungen zu sprechen, die sich aus konkreten Handwerks- und Familiengeschichten ergeben.

Lukas ist keine Freundin des Herumredens, will Dinge auf den Punkt bringen. Das ist ein sehr angenehmer Aspekt. Wer braucht schon ein halbes Jahr Ouvertüre, um dann für einen Abend Prosecco-Gläser zu schwingen? Nein, wer macht was und wie soll es laufen?

Jetzt konkret#

Zwei großflächige Fenster in der Gleisdorfer Bürgergasse sind mit einem Raum hinterlegt, der verschiedenen Zwecken gewidmet werden kann. Ich deute diese Fenster als Schnittstellen zwischen zwei Raumkonzepten: privater Raum & öffentlicher Raum. Zugleich haben wir dadurch zwei Slots, die wir bespielen können: Schacht #1 und Schacht #2. Man mag sie wie Monitore nutzen, die sich von der Straße her betrachten lassen.
Barbara Lukas (links) und Monika Lafer. (Foto: Martin Krusche)
Barbara Lukas (links) und Monika Lafer. (Foto: Martin Krusche)

Nun sind wir übereingekommen, daß diese zwei „Monitore“ mit zwei voneinander unabhängigen Erzählungen bespielt werden sollen. Verläufe. Episoden. Erste Phase: jede Episode steht rund vier Wochen im Raum. Also monatlicher Wechsel, vorzugsweise zeitversetzt, was einen Hauch Dynamik ins Statische bringt.

Monika Lafer bespielt den einen Slot nun einmal mit ihrer „Erzählung“, die sich aus einem aktuellen Lafer’schen Projektverlauf ableitet. Ich führe komplementär dazu eine andere Erzählweise ein, die von der Familien- und Handwerkgeschichte Csamay/Lukas ausgeht, um dann beizeiten auch anderen Akteurinnen und Akteuren den Zugang zu öffnen.

Das heißt, wir richten zwei ganz unterschiedliche Erzählweisen ein. Dazu eine laufende Dokumentation im Internet. Jetzt also erst einmal die Arbeit an der Startkonfiguration. Hintergründliches zum Auftakt: