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Florian, hl. #

Florian

Florian(us) wurde wahrscheinlich in Zeiselmauer (Niederösterreich) geboren und starb am 4. Mai 304 in Lorch (Oberösterreich) als Märtyrer. Die Überlieferung seiner Lebens- und Leidensgeschichte begann im 7./8. Jahrhundert. Demnach wirkte er als Kanzleivorstand des Stadthalters Aquilinus in Noricum. In der Christenverfolgung unter Kaiser Diocletian ließ Aquilinus in Lorch 40 Christen martern. Florianus wollte sich bei seinem ehemaligen Vorgesetzten für sie einsetzen, doch ließ dieser auch ihn verhaften und verurteilte ihn zum Tod. Man warf ihn mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns. Florian ist der einzige namentlich bekannte und historisch fassbare österreichische Märtyrer aus frühchristlicher Zeit. Als  Begräbnisstätte wird der Platz des Augustiner-Chorherren-Stifts St. Florian angenommen, das über die Jahrhunderte hinweg seine Verehrung pflegt. Mauerreste unter der Stiftskirche weisen in das 4. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1900 fand man die Gebeine der 40 Märtyrer in der ehemaligen Basilika von Lorch.

Das Heiligengedächtnis wird am 4. Mai begangen. „Florianus und die Märtyrer von Lorch“ ist ein nicht gebotener Gedenktag im Regionalkalender, Hochfest in den Diözesen Linz und St. Pölten. Er zählt zu den 14 Nothelfern.

Darstellungen zeigen den hl. Florian meist als jugendlichen Ritter, der mit einem Wasserschaff ein brennendes Gebäude löscht, oder mit einem Mühlstein.

Im Herrschaftsbereich der Habsburger hatte der Kult auch politische Funktion: Florianus wurde als Patron gegen andrängende Gefahren (besonders aus dem Osten) angerufen. Seit 1971 ist er Linzer Diözesanpatron, seit 2004 (1700. Todestag) Landespatron Oberösterreichs (vorher: St. Leopold). Der hl. Florian ist der Schutzherr der Bierbrauer, Böttcher, Feuerwehren, Hafner, Rauchfangkehrer, Schmiede, Seifensieder, Weinbauern; gegen Dürre, Feuergefahr (weil er schon als Kind ein brennendes Haus gelöscht haben soll), Hochwasser, Sturm.

Bräuche sind in zahlreichen Gemeinden mit den Freiwilligen Feuerwehren verbunden. Sie feiern am Florianitag eine Messe, an der die Mitglieder in Uniform teilnehmen, die Angelobung der neu Eingetretenen und ein Fest. In Sankt Florian (Oberösterreich) ehrt das Stift seinen Patron mit einer feierlichen Messe. Um die Kirche ist ein Standlmarkt aufgebaut. Dort gab es rote und weiße Wetterkerzen zu kaufen, die man vor dem Gottesdienst segnen lassen konnte. In Kärnten (z.B. St. Veit im Jauntal, St. Marxen, Zell) lassen sich Heischegänger, die Florianilieder singen, mit Florianischnitten und anderen Lebensmitteln belohnen. In Eberndorf preist das Lied den Märtyrer, der ertränkt wurde, als "herrliche Blume in Gottes Garten". Das Ritual sieht vor, dass die Sänger mit ihrem Glückwunsch vor verschlossenen Türen stehen. Danach öffnet sich das Fenster und sie erhalten Eier und Schmalz. Erst dann geben sie das Lied zum Besten.


Quellen: 
Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis. Atzenbrugg 2010. S. 77 f.
Bautz: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Herzberg 1995. Bd. II/Sp.64 (ISBN 3-88309-032-8)
Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1970. S. 199f.
Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen (Bearb. Josef Gelmi). Innsbruck 1988. S. 283
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S. 100
Heiligenlexikon: Florian

Bild: Aus Georg Ott: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1858. Bd 1/Sp. 699