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Holz#

Holz

Holz - definiert als "das feste bzw. harte Gewebe der Sprossachsen (Stamm, Äste und Zweige) von Bäumen und Sträuchern" ist als nachwachsender Rohstoff als Bau- und Brennmaterial eines der wichtigsten Pflanzenprodukte. Wien brauchte große Mengen an Brennholz, das die Flößer auf dem Wasserweg in die Stadt brachten. Der älteste Werkstoff kam fast überall in großer Vielfalt vor und war mit einfachen Werkzeugen zu verarbeiten. Nach dem Handwerksbrauch durfte der Zimmermann nageln, der Tischler nur leimen. Weitere Holz verarbeitende Berufe waren u.a. Wagner, Drechsler und Fassbinder. Alltags- und Ziergegenstände entstanden in Hausindustrie. Beim Bau eines Bauernhofes verwendete man rund zwei Dutzend Holzarten, darunter Tanne, Ahorn, Apfel, Buche, Birke, Espe, Fichte, Föhre, Haselnuss, Kirsche, Lärche, Linde, Nuss, Pappel, Weichsel und die Zweige verschiedener Sträucher.

Österreich zählt - nach Finnland, Slowenien und Schweden - zu den waldreichsten Ländern Europas, fast die Hälfte des Staatsgebietes machen Waldflächen (meist Fichte) aus. Mehr als 3/4 des forstlichen Ertrags kommen aus der Steiermark, Niederösterreich, Kärnten und Oberösterreich. Aus: "Grüner Bericht", 2019: Der Holzeinschlag betrug 2018 in Summe 19,19 Mio. Erntefestmeter (+8,8 %)Der Anteil des Nadelholzes ist leicht gestiegen, von 82,7 % auf 83,6 %. Der Schadholzanfall ist auf 9,93 Mio. Efm gestiegen (+53,3 %), da waren 51,7 % vom Gesamteinschlag.

Der Holzschnitt ist die älteste Drucktechnik. Vor der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern (um 1450) wurden seit dem 14. Jahrhundert ganze Seiten von Büchern, Bilder und Texte aus Holztafeln geschnitten. Volkstümliche Einblattdrucke waren im 15. Jahrhundert ebenso üblich wie künstlerische Darstellungen, die in den Werken von Albrecht Dürer (1471-1528) ihren Höhepunkt fanden. Der Holzschnitt (aus dem Langholz von Obstbäumen) ermöglichte nur schwarz-weiße Abbildungen ohne Zwischentöne. 

Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte ein englischer Grafiker den Holzstich (Xylographie) als Druckstock, wobei er hartes Kernholz mit dem Stichel bearbeitete. Dadurch wurden Schattierungen und hohe Auflagen möglich. Im 19. Jahrhundert war die Xylographie die meist verwendete Reproduktionstechnik für Illustrationen in Büchern und Zeitschriften. 

Holzmodel ergaben Muster auf Textilien, geschnittene Formen verwendete man auch für Lebkuchen und Butter

Entsprechend seiner Bedeutung findet man Holz, hölzern, Holzhammer, Holzpferd (Hobby), Holzweg (Irrweg) etc. in vielen Redensarten.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 381
Wikipedia: Holz (Stand 15.1.2019)
Grüner Bericht 2019

Bild: Brennholz und Holzschindeln, Foto: Alfred Wolf


Siehe auch:
--> Holzschneider