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Johannes Evangelist, hl.#

Johannesprolog

Der als Evangelist bezeichnete Apostel Johannes war Fischer am See Genezareth. Mit seinem Bruder Jakobus d. Ä. und Petrus zählte er zu den "Vorzugsjüngern" Jesu, er stand als einziger Apostel unter dem Kreuz. Nach altkirchlicher Tradition sei Johannes nach Ephesus gekommen und habe um das Jahr 70 die dortige Kirche geleitet. Ein Jahrzehnt später sei er auf die Insel Patmos verbannt worden, wo er die Apokalypse geschrieben habe. Nach der Rückkehr nach Ephesus habe er das Evangelium verfasst und sei hochbetagt um das Jahr 100 verstorben. Die neuere Exegese unterscheidet zwischen dem “Lieblingsjünger”, dem Evangelisten und dem Verfasser der Geheimen Offenbarung.

"Johannes, Apostel und Evangelist" am 27. Dezember ist ein Fest im Generalkalender. Als Apostel zählt Johannes Ev. zu den Kanon-Heiligen. Er zählt zu den "Gefolgsleuten Christi" in der Weihnachtsoktav und ist ein Minneheiliger.

Der hl. Johannes Ev. ist ein Patron gegen Vergiftung, für gute Ernte und Freundschaft, der Bildhauer, Buchdrucker, Maler, Schriftsteller, Theologen und Winzer.

Der Brauch der Johannesweinsegnung knüpft an eine Legende an: Ein Grieche setzte dem Heiligen vergifteten Wein vor und erklärte, er wolle Christ werden, wenn Johannes den Wein ohne Schaden austrinke. Die Johannesweinsegnung ist in der Weinbaugemeinde Sievering (Wien 19) Brauch. Die Hauer bringen Wein, den der Pfarrer bei der anschließenden Agape aufwartet.

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Der Johannesprolog, die ersten Worte des letzten Evangeliums - "Im Anfang war das Wort …" - wurde als Zauberformel und Amulett verwendet. Schon Augustinus (354-430) war bekannt, dass man sich Abschriften gegen das Fieber auf den Kopf legte. 1023 verbot die Synode von Seligenstadt den magischen Gebrauch, der jedoch weiter gepflegt wurde.

Evangelistensymbol in der Kirche Döbling-St. Paul

Darstellungen zeigen den Apostel mit dem zerbrochenen Becher oder Kelch, dem das Gift in Form einer Schlange entweicht.


Quellen:
Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis. Atzenbrugg 2010. S. 255 f.
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1932 (1987). Bd. 4/Sp. 731 f.
Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1970. S. 282f.
Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen (Bearb. Josef Gelmi). Innsbruck 1988. S. 423f.
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreslauf. St. Pölten 2003. S. 209

Bilder: Johannesprolog aus der Dietenberger-Bibel, Mainz 1534
Johannesweinsegnung in Wien-Sievering mit Pater Dariusz Teodorowski und Bezirksvorsteher Adi Tiller. Fotos: Helga Maria Wolf, 2013


Siehe auch:
--> Johannes mit dem Giftkelch

Johannesminne in: Verschwundene BräucheDas Buch der untergegangenen RitualeHelga Maria WolfBrandstätter VerlagWien2015jetzt im Buch blättern