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Kreuzweg#

Bild 'kreuzweg'

Kreuzwegandachten werden traditionsgemäß an den Freitagen der Fastenzeit und am Karfreitag gehalten.

Seit dem 4. Jahrhundert versuchten Gläubige, die Evangelienstoffe mit den Traditionen der heiligen Stätten Jerusalems in Übereinstimmung zu bringen. Bildliche Darstellungen von Passionsszenen an der Via Dolorosa waren seit den Kreuzzügen (11.-13. Jahrhundert) bekannt. Nach der Vertreibung der Kreuzritter ließen sich die Franziskaner als erste Vertreter der katholischen Kirche wieder im Heiligen Land nieder. Sie erhielten die Erlaubnis zur Betreuung der christlichen Stätten, darunter (seit 1342) der Grabeskirche in Jerusalem. Bis 1847 blieben sie der einzige katholische Orden in der Region und übernahmen dort alle kirchlichen Aufgaben. Die Franziskaner erfanden die Kreuzwegandacht als pietätvolles Abschreiten und Betrachten des Leidensweges. Sie führten die Pilger vom Praetorium zur Grabeskirche, dazwischen befanden sich 14 Gedächtnisstätten. Diese "Stationen" waren aber nur zum Teil mit den heute üblichen identisch.

In Rom versammelten sich die Gläubigen in einer Kirche und gingen in Prozession mit dem Papst in eine andere, wo die Eucharistiefeier stattfand. Für jene, die keine Pilgerfahrt antreten konnten, schuf man Nachbildungen der heiligen Stätten in der Heimat. Plastische Darstellungen, die Kalvarienberge sollten zur Kontemplation anregen. Aus dem mittelalterlichen Wien (1258) sind Büßerprozessionen von einer Kirche zur anderen bekannt. Im konfessionellen Zeitalter setzten sich besonders Orden wie Franziskaner und Jesuiten für die Passionsandachten ein. Zahl und Inhalt der 14 Kreuzwegstationen festigten sich im 16. Jahrhundert Weltweite Verbreitung fanden sie im 18. Jahrhundert. Damals legte der Vatikan die Bedingungen für die mit Kreuzwegandachten verbundenen Ablässe vor. Von den 14 Kreuzwegstationen werden 5 nicht in der Bibel erwähnt. Die Kreuzwegbilder hängen nicht nur in der Fastenzeit, sondern das ganze Jahr über in den Kirchen. Der Kreuzweg von Josef Führich (1800-1876) gilt international als der meistkopierte. 1844 bis 1846 malte der Künstler für die Kirche St. Johann Nepomuk in Wien 2 vierzehn 240 x 185 cm große Fresken. Die davon angefertigten Kupferstiche dienten zahlreichen Malern als Vorlage.

Moderne Kirchen haben manchmal Heilswege, deren 15. Station der Auferstehung gilt oder zeitgemäße Kreuzwege. In Probstdorf (Niederösterreich)verknüpfen die Stationen von akad. Bildhauer Oskar Höfinger die Passion mit der Ortsgeschichte. Die akademische Malerin Maria Schwarz aus Wien widmet sich im besonderen diesem Thema. Ihr erster Kreuzweg ist 1982 in schwarz-weißer Reservage-Technik entstanden. 1984/85 folgte eine farbenfrohe Variation in pyramidenförmigem Aufbau. Das dritte Werk nennt sich "Kreuzweg der Hoffnung" (Acryl). Er entstand 1995 für die Pfarrkirche "Maria Königin" in Wien-Strebersdorf. Der vierte, "Kreuzweg der Andacht" befindet sich in der Pfarrkirche "Jesus, der Auferstandene" in Gmunden-Orth. Die Werke der Künstlerin enthalten als 15. Station die Auferstehung.


Bild:
Kreuzweg von M. Schwarz, "Auferstehung". Foto freundlicherweise für das Austria-Forum zur Verfügung gestellt.


Siehe auch:

Kreuzweg in: Verschwundene BräucheDas Buch der untergegangenen RitualeHelga Maria WolfBrandstätter VerlagWien2015jetzt im Buch blättern