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Laurentius, hl.#

Laurentius

Laurentius war Diakon in Rom und wurde - vermutlich mit Papst Sixtus II. und weiteren Klerikern - 258 hingerichtet.

Legenden entstanden ab dem 4. Jahrhundert. Demnach soll Laurentius spanischer Abstammung gewesen sein. Als Kaiser Valerian (200-260) vom Diakon die Kirchenschätze verlangte, verteilte dieser das Vermögen an die Armen und führte sie dem Kaiser als die wahren „Schätze“ der Kirche vor. Der für seine Christenverfolgungen berüchtige Regent fühlte sich verhöhnt und ließ Laurentius auf einem glühenden Rost zu Tode foltern. Man glaubte, dass der Märtyrer jeden Freitag eine Seele aus dem Fegefeuer erlöse. 

Nachdem seit dem 4. Jahrhundert Legenden im Umlauf waren, begann ein reger Kult und wurde Laurentius zu einem der meist verehrten Märtyrer. Sein Fest galt nach Peter und Paul als wichtigstes Heiligenfest der römischen Liturgie. Kaiser Konstantin ließ über dem Grab die Basilika S. Lorenzo fuori le mura errichten, die zu den sieben Hauptkirchen Roms zählt. Nach dem Sieg Otto I. (912-973) auf dem Lechfeld bei Augsburg am Laurentiustag des Jahres 955 nahm die Verehrung weiter zu. Jahrhunderte später schrieb ihm König Philipp II. von Spanien (1521-1598) Kriegsglück gegen die Franzosen zu. Die auf dessen Initiative 1563-1584 erbaute Schloss- und Klosteranlange (Sankt Laurentius von El Escorial) hat einen Grundriss in Form des Gitterrostes. In der Kathedrale von Valencia verehrt man den angeblichen Kelch des Letzten Abendmahls (auch heiliger Gral genannt), einen antiken Becher aus Halbedelstein, den Laurentius nach Spanien gebracht haben soll. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. verwendeten bei ihrem Besuch den „Santo Caliz“ im Gottesdienst. Das Heiligengedächtnis wird am 10. August begangen. „Laurentius, Diakon, Märtyrer in Rom“ steht als Fest im Generalkalender. Laurentius zählt zu den Kanon-Heiligen

Darstellungen zeigen Laurentius als Diakon mit Rost, Evangelienbuch, Kreuz und Märtyrerpalme, oft die Szene des Almosengebens.

Der hl. Laurentius ist der Patron der Armen, der Armen Seelen, Bäcker, Bierbrauer, Bibliothekare, Feuerwehr, Glaser, Köche, Konditoren, Wäscherinnen, Weinberge (Sorte: St. Laurent) und Wirte; gegen Augenleiden, Brandwunden, Feuer, Fieber, Hautkrankheiten, Ischias, Pest.

Um den Laurentiustag treten gehäuft Sternschnuppen, die Perseiden, auf. Es ist Brauch, sich dabei etwas zu wünschen. Im Zusammenhang mit dem Heiligen nannte man die Meteorströme „Laurentiustränen“. Das passte gut zum Feuerpatronat und gab zur Vorstellung Anlass, dass die Sternschnuppen zu Kohlen würden. Fand man ein solches Stück zur Mittagszeit, war es ein geschätzter Talisman gegen Feuer und Blitz


Quellen:
Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis. Atzenbrugg 2010. S. 146 f.
Bautz: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Herzberg 1992. Bd. IV/Sp. 1252-1254 (ISBN-3-88309-038-7)
Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Stuttgart 1970. S. 328f.
Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen (Bearb. Josef Gelmi). Innsbruck 1988. S. 507f.
Heiligenlexikon

Bild: Aus Georg Ott: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1858. Bd. 2/Sp. 1394