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In der Königsklasse der Forschung #

Wenn es um Materialwissenschaften geht, spielt Leoben in der Spitzenforschung auch international eine Schlüsselrolle.#


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Kleinen Zeitung (Dienstag, 6. Juni 2017)

Von

Manfred Neuper


Grafik: Standorte Obersteiermark
Grafik: Kleine Zeitung

Er gilt als der bedeutendste Innovationspreis Europas: der in Brüssel verliehene „EARTO“. Und im Vorjahr landete die hochkarätige Auszeichnung in Leoben. Gemeinsam mit dem Industriekonzern „Semperit“ war es dem Polymer Competence Center Leoben (PCCL) gelungen, den weltweit ersten antiallergenen Operationshandschuh zu entwickeln. Die Jury zeigte sich von der „innovativen Produktionstechnologie, den einzigartigen Produkteigenschaften und dem energieeffizienten Herstellungsprozess“ beeindruckt. Einmal mehr konnte sich Leoben auch auf internationaler Bühne als Hotspot der industrienahen Forschung präsentieren. Rund um die Montanuniversität haben sich einige Zentren für Spitzenforschung etabliert. Das PCCL, das auf Kunststofftechnik und Polymerwissenschaften spezialisiert ist, feierte erst vor wenigen Tagen sein 15-jähriges Bestehen.

Doch nicht nur das PCCL hat Grund zum Feiern. Auch das ebenfalls in Leoben ansässige Materials Center, eines der großen Forschungsflaggschiffe Österreichs, steht im Blickpunkt. Das sogenannte K2-Kompetenzzentrum mit Sitz in Leoben wurde in der Vorwoche für weitere vier Jahre verlängert. Das Zentrum mit Schwerpunkt Materialforschung betreibt eines von österreichweit fünf K2- Kompetenzzentren und ist seit dem Jahr 2008, dem Start des sogenannten Comet-Programms der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), mit dabei. Auch hier – in der Königsklasse des Programms – forschen Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam, alle vier Jahre werden die Leistungen evaluiert. Eine Hürde, die abermals bravourös gemeistert wurde. Zuletzt wurde sukzessive die Infrastruktur verbessert, die es nun ermöglicht, Werkstoffe im Hightech-Labor bei Temperaturen zwischen minus 150 und rund 1400 Grad Celsius zu prüfen und zu analysieren. Experten sprechen mittlerweile von europaweit einzigartigen Prüfmöglichkeiten. Die Partnerunternehmen sind führende Industriebetriebe aus den Branchen Metallurgie, Maschinenbau, Automobiltechnik, Elektrotechnik, Elektronik und Fertigungstechnik.

Im Rahmen kooperativer Forschungs- und Entwicklungsprojekte arbeiten rund 150 Mitarbeiter gemeinsam mit etwa 140 industriellen und wissenschaftlichen Partnern an innovativer Materialentwicklung entlang des gesamten Lebenszyklus der Werkstoffe. Erst vor Kurzem wurde auch ein weiteres neues Christian-Doppler-Labor an der Montanuni eröffnet, das sich der Materialermüdung von Alu- und Stahlgussteilen widmet, die in der Auto- und Bahnindustrie zum Einsatz kommen. Kooperiert wird mit den Firmenpartnern BMW, Nemak Dillingen und Siemens Österreich. Das Ziel: die Optimierung von Bauteildesign und Fertigungsprozessen.

Kleine Zeitung, Dienstag, 6. Juni 2017