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Alexander von Humboldt: Am Gipfel des Wissens#

Eine Bergsteigerwürdigung zum 250. Geburtstag des deutschen Universalgelehrten.#


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Wiener Zeitung, 14. September 2019

Von

Wolfgang Machreich


lexander von Humboldt, im Hintergrund 'Chimborazo'. Gemälde von Julius Schrader (1815–1900)
Alexander von Humboldt, im Hintergrund "Chimborazo". Gemälde von Julius Schrader (1815–1900).
Aus: Wikicommons, unter PD

Eis überall, der Pickelstiel ein Eiszapfen, die Windjacke ein Eismantel, die Sturmhaube eine Eismaske. Emilio drängt zum Aufbruch. Der Sturm wird noch stärker werden, schreit er gegen den Wind. Wir haben es ganz hinauf geschafft, Chimborazo, 6000 Meter plus, 6.30 Uhr, den Gipfel nach neun Stunden Atemlosigkeit auf Schotterhängen, Felsgraten, Eisflanken erreicht, sein Bergführerehrgeiz ist erfüllt. Es wird hell, Sturmböen, Schneetreiben, Nebelfetzen sorgen dafür, dass die Aussicht bei null bleibt. Aber eine Einsicht wächst mit jedem Moment auf dem Gipfelplateau des höchsten Bergs von Ecuador, der lange als der höchste Berg der Welt galt und es in gewisser Weise immer noch ist: Chapeau, Herr Alexander von Humboldt!

Gratulation! Sie sind ein, entschuldigen Sie den Ausdruck, aber er entspringt höchster Bewunderung, "wilder Hund", ein Berg-Berserker, ein Forschungs-Tausendsassa! Der Respekt vor dem Willen dieses Mannes, seiner Leistung, seinem Zug nach ganz hinauf wächst in dem Moment, in dem man selber spürt, wie weit das ist, wie steil das ist, wie gefährlich und anstrengend das sein kann, weit über die Gipfelmarke hinaus.

Am 23. Juni 1802 drehte Alexander von Humboldt mit ein paar beherzten Gefährten wenige hundert Meter unter dem Gipfel des Chimborazo um. Eine Gletscherspalte versperrte ihnen den Weg. An eine Umgehung war nicht zu denken. Es war 13 Uhr, die Sonne stand hoch und hatte den Schnee aufgeweicht. Carlos Montúfar, einer von Humboldts liebsten Begleitern, versuchte es und sank bis zum Scheitel in den Tiefschnee ein.

Höhen-Weltrekord!#

Humboldt packte seine Instrumente aus, drehte mit erfrorenen Händen an den Stellschrauben der eiskalten Messinggeräte, grub das Thermometer in den Boden ein, nahm Luftproben und las das Barometer ab: 5917 Meter. Höhen-Weltrekord! Weiter hinauf als je ein Mensch zuvor gestiegen war, 20 Jahre wird die Marke halten. Nur Ballonfahrer können ihn in seinem Höhendrang überbieten.

So historisch bedeutsam der Moment gewesen sein mag, der kleinen Schar in der Chimborazo-Gipfelflanke war im Moment ihres größten Erfolgs jegliche Freude fremd. Die Strapazen des Aufstiegs und die Lebensgefahr beim Überklettern eines Felsgrats, den die Spanier cuchilla - "Rasierklinge" bezeichneten, forderten ihren Tribut: Die von Fels und Eis aufgerissenen Hände bluteten, so wie die Lippen und das Zahnfleisch, das Atmen fiel schwer "und noch unangenehmer war, dass alle Übelkeit, einen Drang sich zu erbrechen verspürten".

Der Chimborazo: Alexander von Humboldt musste am 23. Juni 1802 knapp vor dem Gipfel umkehren; Wolfgang Machreich hat Ecuadors höchsten Berg bezwungen. - © Machreich Der Chimborazo: Alexander von Humboldt musste am 23. Juni 1802 knapp vor dem Gipfel umkehren; Wolfgang Machreich hat Ecuadors höchsten Berg bezwungen. - © Machreich

Sein Leben lang wird Humboldt gerne und oft, für den Geschmack seiner Zuhörer am preußischen Hof zu oft, von diesem Meisterstück berichten.

Humboldts "heroisches Scheitern am Chimborazo", schreibt Rüdiger Schaper in seiner Humboldt-Biografie "Der Preuße und die neuen Welten" (Pantheon Verlag), wird "ein mythisch behandeltes Ereignis, das ihn zu einer Berühmtheit in Lateinamerika und Europa macht". Zurecht, wie der Kulturchef des Berliner "Tagesspiegel" findet, "sie haben einen Aufstieg überlebt, für den die Menschheit damals noch gar nicht das geistige Fassungsvermögen hatte. So hoch, so weit, zu welchem Zweck? Nenne es Extremsport oder Erkenntnisdrang. Humboldt attackiert den Berg, weil er es will!"

In den Mittagsstunden dieses Junitags, in einer Steilflanke des Fels- und Eisriesen, wollte sich jedoch kein Gipfeljubel einstellen: "Unser Aufenthalt in dieser ungeheuren Höhe zählte zum Traurigsten und Finstersten überhaupt", beschreibt Humboldt die Szenerie: "Wir waren in einen Nebel gehüllt, der uns nur von Zeit zu Zeit die uns umgebenden Abgründe erblicken ließ. Kein lebendiges Wesen, kein Insekt, ja nicht einmal der Condor, der am Antisana über unseren Köpfen schwebte, belebte die Lüfte."

Fragesturm am Berg#

Der Vulkan Antisana im Südosten der heutigen ecuadorianischen Hauptstadt Quito war einer von Humboldts "Trainingsbergen" für den Chimborazo. In bergsteigerischer und wissenschaftlicher Hinsicht, wobei die Trennlinie bei Humboldt schwierig zu ziehen ist, da für ihn alles Forschung, Erkenntnissuche, Wissenschaft ist.

So kommen ihm die Reflexionen des Schnees am Antisana sehr viel stärker vor "als in der Schweiz, in den Pyrenäen, in Tirol oder auf anderen Schneebergen in Europa". Humboldt fragt nach dem Warum, sucht nach Erklärungen, findet diese in der größeren Lichtfülle, die in den dünneren Luftschichten nicht gemindert wird und im azurblauen Himmel Südamerikas, "dessen Blau dunkler ist als in Europa".

Das Beispiel, eines von hunderten, zeigt, wie Alexander von Humboldt "tickt": Auf Bergflanken, wo andere froh sind, in Fels und Eis Halt zu finden und einen Moment verschnaufen zu können, packt er die Messinstrumente aus. Gegebenheiten, die anders, neu, überraschend sind, lösen bei ihm kein Schulterheben und "ist halt so", sondern einen Fragesturm aus, der zum Hissen aller möglichen Antwortsegel führt.

Eine schöne Beschreibung dieser Humboldt’schen Neugier und seine Verwunderung darüber, dass andere diese nicht teilen, findet sich in dem vom Potsdamer Humboldt-Doyen Ottmar Ette herausgegeben "Buch der Begegnungen" (Manesse Verlag), das eine Best-of-Auswahl aus Humboldts amerikanischen Reisetagebüchern versammelt.

Chimborazo mit Gletscherspalte. - © Machreich Chimborazo mit Gletscherspalte. - © Machreich

In einer dieser Geschichten wundert sich Humboldt: "Unbegreiflich, dass so viele reiche und fröhliche, unternehmend scheinende Menschen in Caracas täglich den Gipfel vor Augen haben, dass sie so abenteuerliche Hoffnungen vor allem hegen, was in dieser (ihrer Idee nach) ungeheuren Höhe zu finden und zu entdecken ist - und dass nie, nie eine Expedition dahin gewagt worden ist."

Unnötig zu sagen, dass Humboldt seinen Aufenthalt im heutigen Venezuela und den Neujahrstag 1800 für eine Besteigung der beiden Silla von Caracas nutzte. Nach den bisherigen Schilderungen seines geradezu obsessiven Vermessungsdrangs, den Daniel Kehlmann im Bestseller "Die Vermessung der Welt" auf die literarische Spitze treibt, überrascht es auch nicht wirklich, dass Humboldt und sein Reisebegleiter Aimé Bonpland die Nacht vor dieser Bergtour nicht schliefen, "weil wir 4 Jupiter-Bedeckungen zu beobachten hatten".

Gemeinsam mit dem französischen Arzt und Botaniker Bonpland hatte Humboldt am 5. Juni 1799 das Schiff "Pizarro" bestiegen. Vom spanischen La Coruña aus brachen sie in die Neue Welt und in ein neues Leben auf. Auch wenn Humboldt schon vorher in Europa viel unterwegs war und danach im Rahmen eine Expedition nach Russland und bis nach Sibirien kommt, seine Durchquerung der beiden Amerikas wird zur Reise seines Lebens.

Glücksgefühl#

Das Glücksgefühl ließ ihn auch die schlimmsten Strapazen überstehen, analysiert Ette die Verfassung des Forschungsreisenden im "Alexander von Humboldt-Handbuch" (J.B. Metzler Verlag): "Galt er in Kindheit und Jugend als eher schwächlich und hatte er noch im Bergdienst unter Krankheiten zu leiden, so erwies er sich physisch nun als ungeheuer resistent. In seiner Korrespondenz wie in seinen Veröffentlichungen mehren sich die Zeichen eines persönlichen Glückes, das ihn trug und noch lange tragen sollte."

Als Humboldt nach Amerika aufbrach, war er knapp 30 Jahre alt. Geboren wurde er 30 Tage nach Napoleon, am 14. September 1769, in Berlin Mitte als zweiter Sohn eines jovial-freundlichen preußischen Majors und dessen als kühl und streng beschriebenen Frau. Der Verweis auf den französischen Kaiser ist insofern relevant, als Humboldt von seinen Zeitgenossen als der bekannteste Mann der Welt nach Napoleon bezeichnet wurde.

Bereits als Kind interessierte sich Humboldt für Mineralien, Insekten, Pflanzen, legte in seinem Zimmer Sammlungen an, sortierte, beschriftete. Einen "Geist der Unruhe" sieht er bei sich von klein auf am Werk: "Aus dieser inneren Unruhe erkläre ich es mir, warum große körperliche Anstrengung mich so schnell aufheitert." Humboldts Vater verstarb früh, die Mutter blieb Witwe und für ihre Kinder unnahbar. "Wir waren uns von jeher fremd", begründete Humboldt sein Fernbleiben und das seines Bruders Wilhelm bei ihrem Begräbnis.

Was seitens der Eltern an familiärer Bindung fehlte, glichen Alexander und Wilhelm durch ihre brüderliche Beziehung aus, oder wie es das Metzler-Handbuch beschreibt: "Diese beiden Leben und diese beiden Werke gehören in ihrer gegenseitigen Bezugnahme aufs Innigste zusammen."

Alexander von Humboldts Bruder Wilhelm. Lithographie von Franz Krüger. Alexander von Humboldts Bruder Wilhelm. Lithographie von Franz Krüger.

Der um zwei Jahre ältere Wilhelm stand seinem Bruder an Forschergeist um nichts nach; seine anthropologischen und sprachwissenschaftlichen Studien gelten als Meilensteine in ihren Disziplinen; daneben profilierte er sich auch noch als Universitäts-Reformer und Diplomat.

Die von beiden favorisierte Forschungsmethode war das Reisen, und beider Bezugspunkt war die Idee einer alle "Gränzen, welche Vorurtheile und einseitige Ansichten aller Art feindselig zwischen die Menschen stellen", aufhebenden Menschlichkeit: "Indem wir die Einheit des Menschengeschlechtes behaupten, widerstreben wir auch jeder unerfreulichen Annahme von höheren und niederen Menschenracen."

Auf einem Plateau oberhalb der Carrel-Hütte, dem heutigen Stützpunkt für Chimborazo-Besteigungen, steht ein Steindenkmal für den südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar.

Freiheitsideal Bolívar#

Der Nationalheld vieler Länder in der Region soll es bis zu dieser Stelle knapp unterhalb von 5000 Metern geschafft und dabei trotz seinem - der Sauerstoffarmut geschuldeten - Schwindel Bedeutendes zur Befreiung vom spanischen Kolonialjoch gesagt haben.

Humboldt schaffte es am Berg bedeutend weiter hinauf. In ihrer gegenseitigen Wertschätzung standen beide aber auf derselben Stufe. Bolívar sah in Humboldt den eigentlichen Wiederentdecker Amerikas, dessen Wissen für Amerika mehr Gutes bewirkte als das aller Eroberer. Und Humboldt setzte sich seinem humanistischen Menschenbild und dem im Paris der Revolutionsjahre geprägten Freiheitsideal folgend für die Ziele Bolívars ein.

Mochten Humboldts Reisen auch primär einem naturwissenschaftlichen Interesse folgen, so interessierte er sich nicht minder für den "politischen Zustand" und die gesellschaftlichen Verhältnisse. Wobei der auf das Wohlwollen der jeweiligen Königshäuser, egal ob in Preußen oder Spanien, angewiesene Humboldt wusste, wo er seine Kritik äußern durfte, die in seinen Tagebuchaufzeichnungen deutlich schärfer zutage tritt als in seinen Reisewerken. Aber auch in der entschärften Form durften Humboldts "gefährliche Meinungen" in den amerikanischen Kolonien nicht immer gedruckt werden. Kein Wunder, zieht sich durch sein Werk doch wie ein roter Faden die Anprangerung der "Pest des Sklaventhums" und seine "moralische Abscheu" dagegen. Er stellte die Befreiung der Sklaven und die der Indianer auf dieselbe Stufe wie die von ihm verfochtene Emanzipation der Juden, heißt es im Humboldt-Handbuch. Im "Buch der Begegnungen" beklagt Humboldt in einem Text: "Die Indianer der Provinz von Quito werden übler misshandelt als die Neger auf den Inseln (ich spreche von denen auf den Haciendas); sie verfügen über keinerlei Besitz." Der Indianer müsse täglich zwölf Stunden arbeiten, prangert Humboldt die Lebenssituation der Indigenen in den Tälern unterhalb der von ihm bestiegenen Vulkane an.

Trotz der großen Arbeitsleistung schulde der Sklave am Ende des Jahres seinem Herrn noch Geld, schimpft der Verfasser dieser Anklage gegen die Indianer-Quälerei mit spürbarer Wut: "Man peitscht ihn aus, sogar im Gesicht, man träufelt mit Salz versetzten Urin in seine Wunde usw. Für seine Kinder hat man keinerlei Lebensmittel, und zu alledem wundert man sich darüber, dass die Indianer in der Provinz an Zahl abnehmen."

Indianer-Schinder#

Die Missionare, Padres und Mönche kommen in Humboldts Beschreibungen um nichts besser weg als die "weltlichen" Indianer-Schinder. Im Gegenteil, gerade ihr Widerspruch zwischen göttlichem Schein und teuflischem Sein ärgert Humboldt zutiefst: "Worüber soll man sich mehr wundern, über die tollkühne Dummheit der Pfaffen, welche, einen abgelegenen Teil der Welt regierend, sich ganz unabhängig glaubten, alles wagen zu können wähnen, als erreiche sie kein Arm - oder über den Gouverneur, der solche Pfaffen eben dahin zurückkehren lässt, wo sie solch ein ruchloses Beispiel des Ungehorsams und der Härte geben."

Aufgrund seiner extremen Reiseziele war Humboldt bei seinen Expeditionen auf die Unterstützung der Einheimischen angewiesen, ob er sich nun mit einem Schinakel den Orinoco-Fluss entlang durch den tiefsten tropischen Dschungel oder mit Maultieren und, weiter oben, mit Indianern als Trägern "seine" Vulkanriesen hinaufkämpfte. Dabei schalt der Chef zwar oft seine Mannschaft, Teamfähigkeit scheint nicht zu seinen herausragendsten Eigenschaften gezählt zu haben, doch Humboldt war sich auch nicht zu groß, besondere Fähigkeiten der Indianer zu loben:

"Wir amüsierten uns damit, zu zählen, wie oft jeder beim Gehen hinfiel. In weniger als drei Stunden zählte Don Vicente Aguirre, der hinter mir ging, bei mir 123 Stürze, ich bei dem Indianer, der vor mir ging, 34. Dies bedeutet also, dass die Geschicklichkeit eines Indianers im Vergleich zu einem Weißen sich wie 34 zu 123 verhält. Wir langten in Quito um 11 ½ Uhr nachts an. Ich war 15 Stunden auf den Beinen gewesen."

Große Ausbeute#

Buchcover
Buchcover

Dementsprechend groß war auch die wissenschaftliche Ausbeute von Humboldts Parforce-Expeditionen. Sein Bruder Wilhelm bemerkte, Alexanders Verstand "sei dafür gemacht, Ideen zu verbinden, Ketten von Dingen zu erblikken". Und genau diese Zusammenschau erreichte am Gipfelhang des Chimborazo einen Kristallisationspunkt, der den Welterforscher klarer als jemals zuvor die Zusammenhänge von allem mit allem erkennen ließ.

An diesem einsamen, ausgesetzten, nebelverhangenen Ort begann Humboldt "die Welt mit anderen Augen zu sehen", schreibt Andrea Wulf in ihrer zum Bestseller avancierten Biografie "Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur" (Penguin Verlag): "Die Erde erschien ihm als ein riesiger Organismus - eine mutige, neue Sicht der Natur, die noch immer beeinflusst, wie wir heute unsere Umwelt sehen und begreifen." Humboldt begriff, so Wulf, "die Natur als eine globale Kraft mit einander entsprechenden Klimazonen auf verschiedenen Kontinenten".

Wieder vom Berg herunten, pflegen Humboldts Begleiter ihre malträtierten Gliedmaßen. Der Expeditionsleiter hingegen beginnt sofort mit der Ausarbeitung seines berühmten ikonischen Höhen-Pflanzen-Diagramms "Tableau physique des Andes et pays voisins".

Dieses "Naturgemälde" zeigt den Chimborazo im Querschnitt und die Natur als ein Netz, in dem Flora und Fauna und alles rund herum miteinander verbunden sind. Ein interdisziplinäres wissenschaftliches Wimmelbild, das sich auch hervorragend für die Beschreibung von Alexander von Humboldts Leben eignet. Oder, wie er seinen Lebensmotor nach der Besteigung der Silla von Caracas beschrieb:

"Die Phantasie ist ein Balsam voll wundertätiger Heilkräfte, welche die Natur dem leidenden Menschen als unzertrennliche Begleiter verliehen, und sie heilt die Wunden des physischen Organismus wie die tiefen Wunden, welche eigene und fremde Vernunft schlägt."

Literatur zum Jubilar#

  • Einen Humboldt-Schnellkurs bietet Andreas Daum in seiner Biographie "Alexander von Humboldt" (C.H. Beck 2019, 128 S., 10,30 Euro). Wer es "in extenso" lieber mag, dem ist das an Ausführlichkeit kaum zu überbietende "Alexander von Humboldt-Handbuch" von Ottmar Ette (Metzler 2018, 331 S., 102,79 Euro) empfohlen.
  • Humboldt im O-Ton bietet, genial ausgewählt, "Das Buch der Begegnungen" (Hrsg. Ottmar Ette, Manesse 2018,416 S., 46,30 Euro) oder "Der Andere Kosmos - 70 Texte, 70 Orte, 70 Jahre" (Hrsg. Oliver Lubrich, Thomas Nerhlich, dtv 2019, 448 S., 30,90 Euro). Bei dtv sind kürzlich auch "Alexander von Humboldt: Sämtliche Schriften" in zehn Bänden erschienen (Hrsg. Oliver. Lubrich/Thomas Nehrlich, 6848 S., 257,10 Euro).
  • "Der Preuße und die neuen Welten" (Siedler, 2018, 288 S., 20,60 Euro) von Rüdiger Schaper besticht durch flotten Schreibstil. Und Andrea Wulfs "Die Abenteuer des Alexander von Humboldt" (C. Bertelsmann 2019, 272 S., 28,80 Euro) wird durch seinen Comic-Stil und der Opulenz in der Ausstattung dem Humboldt-Kosmos wunderbar gerecht.

Wolfgang Machreich, 1999-2010 Außenpolitik-Redakteur der Wochenzeitung "Die Furche". Derzeit freier Autor und Journalist, zuletzt erschienen: "EU-Gipfel – 28 Höhepunkte Europas, auf die man stehen muss" (traveldiary Reiseliteraturverlag).

Wiener Zeitung, 14.September 2019