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Kahlenberg#

Kahlenberg mit Weingärten, Sender, Kirche und Privatuniversität
Blick gegen Nordosten

Der fast 500 Meter (484 m) hohe Kahlenberg im 19. Wiener Gemeindebezirk liegt im nördlichen Wienerwald, an der Stadtgrenze zu Klosterneuburg. Die Aussicht reicht auf ganz Wien und bis zu den Kleinen Karpaten in der Slowakei. Ursprünglich hieß der Kahlenberg aufgrund der zahlreichen Wildschweine, die in den Eichenwäldern lebten, Sauberg oder Schweinsberg. Ferdinand II. erwarb ihn später vom Stift Klosterneuburg und nannte ihn fortan Josephsberg. Nachdem die von Leopold I. gestiftete Kapelle auf dem benachbarten Berg, der damals den Namen Kahlenberg trug, errichtet und 1693 dem Heiligen Leopold geweiht wurde, bekam dieser den Namen Leopoldsberg. Der Josephsberg wurde Kahlenberg genannt.

Seit 1935 führt die gepflasterte Höhenstraße auf den Kahlenberg. Wie alle Bauwerke in öffentlichem Besitz stand sie bis 2010 unter Denkmalschutz. Das Bundesdenkmalamt bemüht sich um eine Verlängerung und veranschlagt für eine fachgerechte Renovierung der Straße 8,6 Millionen Euro.

Der Wiener Hausberg wurde 1874-1920 durch eine Zahnradbahn erschlossen. Daran erinnert der Aussichtsturm der Stephaniewarte. Sie wurde 1887 von der Kahlenbergbahn-Gesellschaft nächst der Endstation errichtet und nach Kronprinzessin Stephanie, Gemahlin von Kronprinz Rudolf, benannt. Das vom Büro Fellner & Helmer geplante Bauwerk wird von den Döblinger Naturfreunden betreut und ist im Sommer zugänglich.

Neben der Stefaniewarte dient seit 1974 ein 165 m hoher Stahlrohrmast des ORF zur Verbreitung von TV- und UKW-Programmen sowie für Richtfunkzwecke .

Auf dem Bergplateau steht die kleine Kirche St. Josef, errichtet 1629-39, 1683 beschädigt und bis 1734 wiederhergestellt. Der dort ansässige Kamaldulenserorden wurde 1783 durch Joseph II. aufgehoben, seit 1906 gehört die Kirche den polnischen Resurrektionisten. In der Sakristei besteht seit 1930 die Sobieski-Kapelle als Erinnerung an den Polenkönig und die Entsatzschlacht der 2. Türkenbelagerung 1683.

Daneben wurde 2007 die Modul University Vienna, eine Privatuniversität der Wirtschaftskammer Wien etabliert. Sie bietet in Englisch abgehalte Studienprogramme aus den Bereichen Internationale Wirtschaft und Management, Neue Medientechnologie, Öffentliche Verwaltung und nachhaltige Entwicklung sowie Tourismus-, Hotel- und Dienstleistungsmanagement. Aktuell lehren und forschen knapp 30 Wissenschaftler und 30 internationale Gastvortragende hier. 450 StudentInnen aus mehr als 70 Nationen sind aktuell inskribiert, davon kommen etwa 40% aus Österreich und 60% aus Asien (meist China), Osteuropa, Afrika und Lateinamerika. Ein BBA-Studium dauert 3-4 Jahre, ein BSc-Studium 3 Jahre, ein MSc-Studium 2 Jahre und ein MBA-Studium 18-24 Monate.

Der Kahlenberger Waldfriedhof#

Kahlenberger Friedhof
Kahlenberger Friedhof - Foto: P. Diem
Kahlenberger Friedhof
Gruft Carl Josef Fürst Lignes - Foto: P. Diem

Der St. Josefs-Friedhof auf dem Kahlenberg (Kahlenberger Straße)wurde 1783 angelegt. Er weist einige beachtenswerte Grabmäler aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. Darunter ist das Grab von Karoline Traunwieser, die im Alter von 21 Jahren im Jahre 1815 auf der ruhelosen Suche nach ihrem in den Napoleonischen Kriegen verschollenen Verlobten erfror. Auf diesem Friedhof befindet sich auch die Gruft von Carl Josef Fürst de Ligne und das Grab des zu seiner Zeit sehr bekannten Caritas-Präsidenten Prälat Leopold Ungar. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verfiel der Friedhof. Im Jahre 1966 ließ ihn die Stadt Wien restaurieren und machte ihn wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Nur mehr die aus Polen kommenden Patres Resurrektiones, die die Kirche auf dem Kahlenberg betreuen, haben das Recht, auf diesem Friedhof bestattet zu werden.