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Thörl#

Thörl
Wappen von Thörl[1]

Bundesland: Steiermark Thoerl, Steiermark
Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Einwohner: 2.342 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 640 m
Fläche: 166,46 km²
Postleitzahl: 8621, 8622, 8623, 8624
Website: www.thoerl.gv.at
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Thörl mit
den Gemeinden Etmißl und Sankt Ilgen zusammengeschlossen. Die Gemeinde führt weiterhin den Namen Thörl.
[1] Durch die Gemeindezusammenlegung wurde das Wappen ab 1. 1. 2015 ungültig. Dieses muss von der Steiermärkischen Landesregierung neuerlich verliehen werden.


Die Marktgemeinde Thörl (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) liegt am Thörlbach, südlich von Aflenz an der Straße nach Mariazell.

Die Gegend war bereits früh besiedelt; erstmals urkundlich erwähnt wurde das Aflenztal 1103, Palbersdorf 1342 und Thörl (als toer in der aynoed = "Thörl in der Einöd") 1345.

Aus einer Wehranlage bzw. einer Straßensperre, die dem Ort den Namen gab, entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert allmählich das Schloss Thörl und wurde zu einem der prächtigsten Gewerkensitze der Obersteiermark. Die Burg Schachenstein wurde als eine der letzten Höhenburgen der Steiermark 1464 als Sommerresidenz und Herrensitz des Abtes Johann Schachner von St. Lambrecht erbaut und diente auch zu Sperrung der Durchgangsstraße. (Ende des 18. Jahrhunderts verlor sie ihre Funktion, wurde aufgegeben und verfiel zur Ruine.)

In der Geschichte der Gemeinde spielte die Eisenverarbeitung eine bedeutende Rolle: Thörl zählt zu den ältesten Eisenverarbeitungsorten der Steiermark - hier gab es bereits ab dem 14. Jahrhundert Eisenhämmer und ab 1469 Waffenschmieden. Mit der Eisenindustrie im Spätmittelalter und dem Ausbau der Hammerwerke durch die Gewerkenfamilien Fürst und Pengg im 19. und 20. Jahrhundert mussten die Werksanlagen vergrößert und Siedlungen für die Arbeiter errichtet werden. Da die Enge des Tales keine Siedlung zuließ, entwickelte sich Palbersdorf zur Werksiedlung.

Das "Alte Haus", über Jahrhunderte Sitz des Gewerken des "Oberen Hammers", das Schloss und die Villa Auheim prägen neben der Ruine Schachenstein das Ortsbild von Thörl.

Die Gemeinde Thörl, die 1994 zur Marktgemeinde erhoben wurde, ist auch heute noch Sitz metallverarbeitender Industrie (Joh. Pengg AG).

Sehenswert im Ort bzw. der Gemeinde sind u.a.

Thörl

  • Ruine Schachenstein (1471)
  • Schloss, ursprünglich als Straßensperre in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts angelegt, Zubauten um 1630 und um 1740, im Westturm die Barbarakapelle (errichtet 1740) mit Deckenfresko und 2 Altarbildern von J. A. Mölk, im Kern mittelalterlicher Torturm; heute in Privatbesitz
  • Gewerkenhaus (Pleyberger Haus / Altes Haus): das über 500 Jahre alte Haus diente einst als Fertigungsstätte für die Waffenherstellung und später als Wohnhaus für Hammerherren; heute ist es Stammsitz der 'Schachensteiner Landsknechte' und beherbergt eine Schauschmiede, eine Weberei, eine Rauchküche mit Steinbackofen
  • Pfarrkirche (1962/63)
  • Straßenkapelle mit spätgotischer geschnitzter Kreuzgruppe (um 1515)
  • Kapellen und Bildstöcke

Etmißl

  • Kirche hl. Anna (erb. 1862–65) mit 5 Glasmosaikfenstern (1998)
  • Franzosenkreuz

St. Ilgen

  • Barockkirche hl. Ägydius (18. Jh.) mit gotischem Kern, schönen Rokokoaltären, gotischer Pietà (2. Hälfte 15. Jh.) und mittelalterlicher Glocke (1475)

Die Gemeinde bietet ihren Besuchern sowohl im Sommer als auch im Winter ein weitläufiges Spazier- und Wanderwegenetz. Thörl ist aber auch Ausgangspunkt für Almwanderungen und Bergtouren - sehr beliebt ist die Wanderung 'Seewiesen-Florlhütte-Voisthalerhütte' bis hinauf zum Gipfel des Hochschwab (2.277 m).

Weiterführendes#

Literatur#

  • M. Loehr, Thörl. Geschichte eines steirischen Eisenwerkes vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart, 1952