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vom 23.04.2018, aktuelle Version,

13e régiment d’infanterie

Régiment de Nérestang
Régiment de Bourbonnais
13e régiment d’Infanterie


Verbandsabzeichen des 13e régiment d’Infanterie
Aktiv 1584 bis 1940
Land Frankreich
Streitkräfte französische Armee
Teilstreitkraft Infanterie
Typ Regiment
Stationierungsort Nevers
Spitzname Bandes de Montferrat
Schutzpatron Saint-Maurice d’Agaune
Motto Bourbonnais sans tache
Kommandeur
Wichtige
Kommandeure

Philibert, marquis de Nerestang

bis 1791 wurde immer nur diese Fahne verwendet

Das Régiment de Nérestang (zuletzt: 13e régiment d’infanterie; 13e RI)[1] war ein Verband der französischen Infanterie, der 1597 als „Régiment de Nérestang“ aufgestellt wurde. Das Regiment zeichnete sich in den Revolutionskriegen, in den Kämpfen des ersten Kaiserreichs und im Ersten Weltkrieg aus. Es existiert heute nicht mehr.

Es gehörte zu den Petits Vieux Corps.

Aufstellung und signifikante Änderungen

  • 1584: Formation eines Kampfverbandes, der Bandes de Montferrat.
  • 6. März 1597: Aufstellung des Régiment de Nérestang aus Teilen der Bandes de Montferrat
  • 1611: Umbenennung in: Régiment de Chappes
  • 1631: Umbenennung in: Régiment de Nérestang
  • 1646: Umbenennung in: Régiment de Sainte-Mesme
  • 1661: Umbenennung in: Régiment de Silly
  • 1667: Umbenennung in: Régiment de Castelnau
  • 1673: Umbenennung in: Régiment de Bourbonnais
  • 1776: Das Régiment de Bourbonnais wurde aufgeteilt.
    Die Fahnen und Uniformen wurden vom 2. und 4. Bataillon als Régiment de Bourbonnais weitergeführt. Das 1. und das 2. Bataillon formierten das Régiment de Forez.
  • 1. Januar 1791: Alle Regimenter verloren ihre Namen und wurden nur noch mit Nummern bezeichnet. Das Régiment de Bourbonnais wurde zum 13e régiment d'infanterie de ligne (ancien Bourbonnais)[2].
  • 1793: Erste Zusammenlegung (Premier amalgame) : Umbenennung in 13e demi-brigade de première formation [3]
  • 1796: Zweite Zusammenlegung (Deuxième amalgame) und Umbenennung in 13e demi-brigade de deuxième formation
  • 1803: Reorganisation der französischen Infanterieregimenter und Wiederaufstellung des 13e régiment d'infanterie de ligne
  • 1814: während der Ersten Restauration und der Herrschaft der Hundert Tage behielt das Regiment seine Nummer.
  • 16. Juli 1815: Das Regiment wurde, wie die gesamte napoleonische Armee entlassen.
  • 11. August 1815: Wiederaufstellung als Légion de la Dordogne
  • 1820: Umbenennung in: 13e régiment d’infanterie de ligne
  • 1870: Umbenennung in :13e régiment de marche
  • 1871: Umbenennung in : 13e régiment d’infanterie de ligne
  • 1882: Umbenennung in : 13e régiment d’infanterie
  • 1914: Aufstellung des 213e régiment d’infanterie als Reserveregiment durch das 13e régiment d'infanterie
  • Nach Kriegsende aufgelöst[4]

Uniformierung bis 1794

Regimentskommandanten

Mestre de camp war von 1569 bis 1661 und von 1730 bis 1780 die Rangbezeichnung für den Regimentsinhaber und/oder den tatsächlichen Kommandanten eines Infanterieregiments. Die Bezeichnung Colonel wurde von 1721 bis 1730, von 1791 bis 1793 und ab 1803 geführt. Sollte es sich bei dem Mestre de camp/Colonel um eine Person des Hochadels handeln, die an der Führung des Regiments kein Interesse hatte (wie z. B. der König oder die Königin) so wurde das Kommando dem „Mestre de camp lieutenant“ (oder „Mestre de camp en second“) respektive dem Colonel-lieutenant oder Colonel en second überlassen. Von 1793 bis 1803 verwendete man in der französischen Armee die Bezeichnung Chef de brigade. Ab 1791 gab es keine Regimentsinhaber mehr.

Das Regiment führte den Namen des jeweiligen Regimentsinhabers, bis am 1. Februar 1673 die bis 1791 gültige Bezeichnung „de Bourbonnais“ erhielt.

  • 6. März 1597: Der erste Mestre de camp des Regiments war Philibert, marquis de Nerestang.
  • 25. Februar 1611: Jacques d’Aumont, baron de Chappes
  • 6. Februar 1631: Jean Claude, marquis de Nerestang
  • 1639: Charles, marquis de Nerestang
  • 30. Juni 1645: Anne Alexandre de L’Hôpital, comte de Sainte-Mesme
  • Mai 1657: Jacques de Vipart, marquis de Silly
  • 1665: Michel, marquis de Castelnau
  • 20 April 1673: Pomponne, marquis de Reffuges
  • 2 März 1687: Louis Pierre Armand d’Aloigny, marquis de Rochefort
  • 15. Januar 1700: Louis de Brichanteau, marquis de Nangis
  • 1. Januar 1709: Louis Antoine de Gramont, comte de Lesparre
  • 1. Juli 1727: Joseph Marie de Boufflers
  • 21. Februar 1740: Antoine Antonin de Gramont, duc de Lesparre
  • 17. Februar 1746: Louis de Biran, comte de Gohas
  • 17. August 1747: Vincent Sylvestre de Thimbrune, comte de Valence
  • 20. Februar 1761: Joseph Roger de Verdusan, marquis de Miran
  • 3. Januar 1770: Louis Henri, marquis de Caupenne
  • 29. Juni 1775: Anne Alexandre Marie Sulpice de Montmorency, marquis de Laval[5]
  • 1. Juli 1783: Victor-François de Broglie
  • Französische Revolution und Erstes Kaiserreich
  • 23. November 1791: François Henri, baron de Poutet
  • 8. Mai 1792: Louis François Pierre, chevalier d’Arlandes de Salton
  • 1793: François-Henri Poulet
  • 1795: Antoine Alexandre Dejean
  • 1795: François-Joseph Delegorgue
  • 1799: Jacques Froment
  • 1809: Christophe Huin
  • 1809: Claude Larcilly
  • 1813: Jean-Guillaume Lucas
  • 1813: der Comte de Broche de la Paillole

Gefallene Kommandanten des 13e régiment d’infanterie de ligne:

  • Colonel Huin, am 6. Juli 1809
  • Colonel Larcilly, am 2. Mai 1813 an seinen Verwundungen verstorben

Offiziere in der Zeit von 1804 bis 1815 gefallen oder verwundet:

  • Gefallen: 21
  • an ihren Verwundungen verstorben: 13
  • Verwundet: 92

Gefechtskalender

Ancien Régime

Das Régiment de Nérestang, nahm unter dem Kommando von Maréchal Lesdiguières im Jahre 1600 am französisch-savoyardischen Konflikt teil, der mit dem Vertrag von Lyon beendet wurde.

Hugenottenkriege

Französisch-Spanischer Krieg (1635 bis 1659)

  • 1642: Im November lag es vor dem belagerten Schloss Torlone (Piémont), das am 25. in dem Moment kapitulierte als sich das Regiment zusammen mit dem Regiment de Limousin und dem Regiment de Villandry zum letzten Angriff sammelte.
15. Dezember 1650  : Schlacht bei Rethel

Holländischer Krieg

Ende August erfolgte die Teilnahme am Gefecht bei Ensheim. Gemäß der Schlachtordnung gehörte es neben dem Régiment d’Orléans, dem Régiment de Languedoc, dem Régiment de Churchill und dem Régiment de Montmouth zur Reserve. Als der Kampf kritisch zu werden begann, schickte Turenne die fünf Regimenter in den Wald an seiner rechten Flanke, in dem die Kaiserlichen Verschanzungen angelegt hatten. Nachdem ein Regiment nach dem anderen in den Kampf eingegriffen hatte und nach einem entsetzlichen Gemetzel, gelang es die Oberhand zu behalten. Es wurden sechs Kanonen erbeutet.

Spanischer Erbfolgekrieg

Österreichischer Erbfolgekrieg

  • 1742: Am 27 Mai erfolgte ein Angriff auf Deggendorf, der von „Bourbonnais“ und den Regimentern Champagne, La Marck und Royal-Comtois nach schweren Kämpfen abgewehrt wurde.

Siebenjähriger Krieg

Das Régiment de Bourbonnais lag in den Jahren 1768 und 1769 in Toulon und in Korsika in Garnison. In der Zeit stand der «Pierre Goullard, chevalier d'Arçais», aus dem Poitou, Capitaine im Regiment, wegen seiner Schulden mehrfach im Mittelpunkt von Beschweren seiner Vorgesetzten und der Finanzverwaltung in Korsika.

Während der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten lag das Regiment wieder in Korsika, das es im gleichen Jahr verließ. Nachdem im Jahre 1779 zwischen Großbritannien und Frankreich der offene Konflikt ausgebrochen war (Frankreich unterstütze massiv die Rebellen und hatte auch bereits die Unabhängigkeit anerkannt), wurde das Regiment in die Bretagne verlegt. Einige Zeit war es in Rennes stationiert, verlegte dann nach Brest und wurde am 7. Juli 1780 auf Schiffe verladen um nach Amerika gebracht zu werden. Es war eines der vier Regimenter, die dort unter dem Kommando von Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau eingesetzt waren. Die kleine Unterstützungsarmee traf im Juli in Newport ein, wo sie von den Amerikanern sogleich zur Bewachung an der Küste von Rhode Island gegen die Stellungen des britischen General Clinton eingesetzt wurden. Die Briten hatten allerdings die Stellungen am vorhergehenden Tag verlassen, da sie sie sich zu einer umfangreichen Expedition sammelten.

Das Regiment Bourbonnais verbrachte den Winter in festen Quartieren bis sich im Juni 1781 die Armee von Rochambeau mit der amerikanischen Armee vereinigte. Die beiden Armeen machten sich dann auf den Weg nach Yorktown. Am 21. Juli bestand die Armee von Rochambeau aus insgesamt 2500 Mann, den Regimentern de Bourbonnais, Royal-Deux-Ponts und einem Bataillon, gebildet aus den Elitekompanien des Régiment de Soissonnais, (kommandiert von François Jean de Chastellux). Eine gewaltsame Aufklärungsaktion nach Kingsbridge zwang die Briten zurück in ihre befestigten Stellungen. Nach einem Gewaltmarsch, den auch die große Hitze nicht beeinträchtigen konnte, erschienen die französischen Truppen am 15. August vor Philadelphia in dem sie enthusiastisch empfangen wurden. Kurz danach erschien die Flotte des comte de Grasse in der Chesapeake Bay und nahm einige Kompanien an Bord. Der Rest der Truppe marschierte nach Baltimore und Annapolis, wo Transportkähne bereitstanden. Insgesamt standen die Regimenter:

mit zusammen 7500 Mann zur Verfügung, die ab dem 28. September an der Schlacht bei Yorktown beteiligt waren.

Cornwallis kapituliert bei Yorktown

Die Franzosen kämpften auf dem linken Flügel und das Regiment Bourbonnais konnte am 7. Oktober 1781 in die Gräben der Engländer eindringen. Am 15. Oktober konnte es einen Ausfall zurückschlagen. Am 10 Oktober kapitulierte Cornwallis und das Regiment besetzte alle Stellungen, die es zuvor abgegriffen hatte. Die Regimenter, die für die Antillen bestimmt waren, wurden am 4. November auf die Schiffe verladen, die Regimenter von Rocheambeau bezogen Quartiere Williamsburg. Sie blieben noch bis März 1782 dort und verlegten dann nach Rhode Island, um von dort mit der Flotte des Louis-Philippe de Vaudreuil nach Frankreich zurückzukehren.

Nach seiner Ankunft in Frankreich wurde das Regiment Bourbonnais nach Metz in Garnison gelegt. Hier verlor es auch am 1. Januar 1791 seinen Namen und wurde von nun an als „13e régiment d'infanterie de ligne“ bezeichnet.

Kriege der Revolution und des Ersten Kaiserreichs

1797: in Verona
21. Juli 1798: Schlacht an den Pyramiden
1799: Belagerung von Saint-Jean-d'Acre
1800: Schlacht bei Heliopolis und bei Kairo
  • 1805:
Schlacht bei Caldiero
Schlacht bei Austerlitz
20. und 21. Mai: Schlacht bei Bautzen
16. bis 19. Oktober: Völkerschlacht bei Leipzig
30. und 31. Oktober: Schlacht bei Hanau
9. und 10. November: Schlacht bei Hochheim am Main

1815 bis 1852

  • 1830: Mit Anordnung vom 18. September wurde ein viertes Bataillon aufgestellt, das Regiment war jetzt 3000 Mann stark.[6]
  • 1849: Teilnahme am Feldzug gegen die Römische Republik, und an der Belagerung von Rom im gleichen Jahr.

Zweites Kaiserreich

  • Per Dekret vom 2. Mai 1859 musste das Regiment eine Kompanie zur Aufstellung des 102e régiment d'infanterie de ligne abgeben.

1872 à 1914

(Für diese Zeit gibt es keine Informationen)

Erster Weltkrieg

  • 1914: In Nevers und Decize kaserniert, gehörte das Regiment mit seinen drei Bataillonen zur 32e brigade d'infanterie, 16e division d'infanterie, 8e corps d'armée.

Von Januar 1917 bis zum Kriegsende gehörte es zur 169e division d'infanterie

Abwehrkämpfe in Lothringen bei Domèvre-sur-Avière, Sarrebourg, Trouée de Charme.
  • 1915
  • Kämpfe in Lothringen im Bois d'Ailly, und im Wald von Apremont.
  • 1916
  • Schlacht um Verdun, bei Tavannes, Fumin-Wald, Woëvre.
  • 1917
  • Kämpfe in den Argonnen bei La Verrue, Moronvilliers, Mont Cornillet.
  • 1918
  • Kämpfe in der Champagne und an der Somme bei Assainvillers, Faverolles, Le Cessier, Les Loges, Angriffskämpfe bei Nesle-Ham, Essigny le grand.

Zweiter Weltkrieg

Im Jahre 1939 als 13e régiment d'infanterie motorisée (RIM) unter dem Befehl von Colonel Maurice Barthe wiederaufgestellt, bestand es aus drei Bataillonen und einer motorisierten Pionierkompanie. Es gehörte zur 9e division d'infanterie.

Das Regiment kämpfte im Rahmen seiner Möglichkeiten und löste sich nach dem Waffenstillstand von Compiègne auf. Es wurde nicht wieder aufgestellt.

Tradition

Devise

Bourbonnais sans tache
(Bourbonnais ohne Makel)

Fahne und Auszeichnungen

Fahne des 13e RI in der Kathedrale von Nevers

Inschriften auf der Rückseite der Fahne

  • VERONE 1797
  • HELIOPOLIS 1800
  • WAGRAM 1809
  • BAUTZEN 1813
  • VERDUN 1916
  • MONTDIDIER 1918
  • SAINT-QUENTIN 1918

Das Fahnenband ist mit dem:

  • Croix de guerre 1914–1918 mit zwei Palmenzweigen für lobende Erwähnungen im Armeebericht, und mit einem versilberten Stern für eine lobende Erwähnung im Bericht des Armeekorps,
  • der Fourragère in den Farben des Croix de guerre 1914–1918 dekoriert.
  • Der Oberkommandierende verlieh dem 13e R.I. nach zweimaliger lobender Erwähnung im Armmebericht für dessen verdienstvolle Haltung vor dem Feind am 18. Dezember 1918 das Recht, die Fourragère in den Farben des Croix de guerre zu tragen.[7][8]

Literatur

Fußnoten

  1. dt.: 13. Infanterieregiment
  2. so der vollständige Name. Ancien heißt ehemalig
  3. Die sogenannte „Premier amalgame“ (Erste Zusammenlegung) wurde durchgeführt, um Einheiten der unausgebildeten Freiwilligen der Revolutionsarmee ein Gerüst zu geben. Sie wurden mit Teilen der altgedienten Regimenter zusammengelegt. Ein Bataillon erfahrene Soldaten und zwei Bataillone Freiwilliger bildeten eine Halbbrigade
  4. Zeitpunkt nicht bekannt
  5. oder am 18. April 1776 ?
  6. Histoire de l'infanterie en France de Victor Louis Jean François Belhomme Vol 5 page 151
  7. Bestimmung n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT vom 14. September 2007 über das Aussehen der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Truppenkörper des Heeres, des Sanitätsdienstes und der Treibstoffversorgungsbranche. Veröffentlicht mit dem offiziellen Armeebulletin Nr. 27 vom 9. November 2007
  8. Auftrag AFN 1952–1962 über die Zuweisung der Inschriften auf den Fahnen und Standarten der Formationen der Armee und der Dienste vom 19. November 2004 (A) NORDEF0452926A Michèle Alliot-Marie