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vom 24.04.2018, aktuelle Version,

53e régiment d’infanterie

Régiment d’Alsace
53e régiment d’infanterie


Internes Verbandsabzeichen
Aktiv Mai 1656 bis 1. Januar 1920
Land Frankreich
Streitkräfte Französische Streitkräfte
Teilstreitkraft Armée française de terre
Truppengattung Infanterie
Typ Régiment d’infanterie
Unterstellung 163e division d’infanterie (163. Infanteriedivision)
Stationierungsort Perpignan
Schutzpatron Maurice d'Agaune
Motto „Plutôt mourir que faillir“ - „Lieber sterben als scheitern“ (nach 1757 : „En avant, quand même“ ! - „Vorwärts, egal wie“)
Auszeichnungen Croix de guerre 1914–1918 mit zwei Palmenzweigen
Christian III. von Zweibrücken-Birkenfeld, Regimentsinhaber 1696.

Das 53e régiment d’infanterie, zeitweilig auch 53e régiment d’infanterie de ligne, war als „Régiment d'Alsace“ aufgestellt und ein aus Ausländern bestehendes Fremdenregiment (Régiment étrangère) der Französischen Armee.

Aufstellung und signifikante Änderungen

Da das Regiment nach einer Region und nicht nach seinem Inhaber benannt war, änderte sich der Name bis zur französischen Revolution nicht.

  • Mai 1656: Aufstellung des Regiments als Régiment d’Alsace, es war ein sogenanntes „Deutsches Regiment“ (Régiment allemand) und bestand hauptsächlich aus Deutschen, bzw. deutschsprachigen Soldaten.
  • 1760 : Das deutsche „Régiment de Bergh“ wurde eingegliedert
  • 26. April 1775 : Das 3. Bataillon wurde zur Aufstellung eines 2. Bataillons an das Régiment de Bouillon abgegeben.
  • 1. Januar 1791 : Umbenennung in 53e régiment d’infanterie de ligne
  • 16. Juni 1795 : Das 1. Bataillon wurde durch Aufstockung zur 105e demi-brigade d’infanterie de bataille
    • Das 2. Bataillon wurde mit Teilen von Kolonial-Regimentern aus Cayenne verschmolzen und bildete die 106e demi-brigade d’infanterie de bataille
  • 1870 : Aus Teilen des Regiments wurde ein Reserveregiment, das (Régiment de marche), das „53e régiment de marche“ aufgestellt
  • 1914 : Bei der Mobilisierung wurde aus dem Regiment der Stamm seines Reserveregiments errichtet, das „253e régiment d’infanterie“
  • 1. Januar 1920: Das Regiment wurde aufgelöst.

Regimentskommandanten

Mestre de camp war von 1569 bis 1661 und von 1730 bis 1780 die Rangbezeichnung für den Regimentsinhaber und/oder den tatsächlichen Kommandanten eines Infanterieregiments. Die Bezeichnung Colonel wurde von 1721 bis 1730, von 1791 bis 1793 und ab 1803 geführt. Sollte es sich bei dem Mestre de camp/Colonel um eine Person des Hochadels handeln, die an der Führung des Regiments kein Interesse hatte (wie z. B. der König oder die Königin) so wurde das Kommando dem „Mestre de camp lieutenant“ (oder „Mestre de camp en second“) respektive dem Colonel-lieutenant oder Colonel en second überlassen. Von 1793 bis 1803 verwendete man in der französischen Armee die Bezeichnung Chef de brigade. Ab 1791 gab es keine Regimentsinhaber mehr.

[...]

  • 27. Juli 1809 – Ende 1811 : Pierre André Grobon

[...]

  • 1870 : Lieutenant-Colonel Brémens

[...]

  • 1914 : Colonel Alfred-Louis-Achille Arbanère[1]

[...]

Garnisonen und Gefechtskalender

Ancien Régime

Devolutionskrieg (1667 – 1668)

Hauptartikel: Devolutionskrieg

Pfälzischer Erbfolgekrieg (1688–1697)

Hauptartikel: Pfälzischer Erbfolgekrieg
1690: Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges, verlegte das Regiment in die Basse-Provence, um zusammen mit der Miliz, das von den Piemontesen belagerte Zitadelle von Seyne zu entsetzen. Es kam dabei zu keinen Kampfhandlungen, da die Belagerer vorher abgezogen waren. [2]

Spanischer Erbfolgekrieg (1701–1713)

Hauptartikel: Spanischer Erbfolgekrieg
1705: Am 18. Juli verteidigte das Regiment im Brigadeverband mit dem Régiment de La Marck die „Lignes de Flandre“

Polnischer Thronfolgekrieg (1733–1738)

Hauptartikel: Polnischer Thronfolgekrieg
1733: Am 12. November marschiert es mit dem Régiment de Pons, dem Régiment de La Marine und dem Régiment de Royal-Bavière in die Markgrafschaft Baden um hier die Arbeiten an den Erdwerken abzuschließen, die die Brücke über den Rhein decken sollten.

Österreichischer Erbfolgekrieg (1740–1748)

1741: Verteidigung von Písek. Am 18. Dezember unternahmen die Österreicher einen plötzlichen Angriff auf den Vorort vor dem Budweiser Tor. Sie drangen durch die geöffneten Barrieren in die Vorstadt ein, wo sie von den „l’Alsace“ und den Regimentern La Marine und La Reine mit mörderischem Abwehrfeuer aus den Häusern empfangen wurden. Die Angreifer zogen sich im Schutz der Nacht zurück. Am nächsten Morgen schickte der Maréchal de Broglié eine Truppe zur Beobachtung der Österreicher aus, die aus 300 Kavalleristen und vier Grenadierkompanien (zwei von „La Marine“, eine von „La Reine“ und eine von „l’Alsace“) bestand. Diese Truppe ging sehr leichtsinnig vor, wurde von der österreichischen Nachhut eingekesselt und vernichtet

Siebenjähriger Krieg (1756–1763)

Hauptartikel: Siebenjähriger Krieg
1760: Schlacht bei Kloster Kampen
Fahne des königlichen Regiments bis 1760
Fahne des königlichen Regiments 1760–1791

Revolutionskriege und Erstes Kaiserreich

1815–1848

  • 1840: Kommandiert nach Algerien stand das Regiment während der nächsten neun Jahre unter dem Befehl der späteren Marschälle Saint-Arnaud und Bosquet. Es erwarb sich den Respekt des Gegners, der Männer von Abd el-Kader
    • 16. August 1844: Schlacht von Isly

Zweite Republik

Zweites Kaiserreich

1871–1914

Erster Weltkrieg

Unterstellt:

  • 124e division d’infanterie (124. Infanteriedivision) von Juni 1915 bis November 1916
  • 163e division d’infanterie (163. Infanteriedivision) von November 1916 bis November 1918 1918

1914

Der Regimentskommandeur, Colonel Alfred-Louis-Achille Arbanère, verstarb am 20. August 1914 an seiner Verwundung, die er in den Kämpfen um Rorbach-lès-Dieuze erhalten hatte.

1915

  • Kämpfe am fortin de Beauséjour, (Schlacht in der Champagne)
Stellungsgräben in der Champagne 1915

1916

1917

  • Kämpfe bei Les Éparges, bei Mont-Haut und im Caurières-Wald

1918

Besondere Ehrung
  • Befehl n° 17.356 D4 du GQG vom 15. Mai 1919.

Bataille Germain, Adjudant-chef der Reserve in der 2. Kompanie des 53. Infanterieregiments, Elite-Unteroffizier und Ausbilder, hatte während der schweren Kämpfe am 15. Juli 1918 spontan an der Spitze einiger seiner Männer eine vom Feind gehaltenen Position genommen. Bei dieser Aktion wurde er schwer verwundet und verlor sein rechtes Auge. Er wurde zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

Nachkriegszeit

Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 verblieb das Regiment für einige Tage in den Ardennen und verlegte dann an die Belgisch-französische Grenze. Im März 1919 befand es sich in Compiègne und begann mit der Reduzierung des Personals. Der größte Teil der Reservisten wurde bereits entlassen. In Hazebrouck wurde dann in einer militärischen Zeremonie der Regimentsfahne die ruhmreichen Namen der Schlachten von der Champagne, Verdun und Noyon hinzugefügt. Außerdem erhielt die Einheit die Fourragère mit den farben des Croix de guerre 1914-1918 zugeteilt.

Nachdem das Regiment noch einige Zeit in Tarn in Garnison gelegen hatte, wurde es nach Perpignan zurückbeordert und dort von der Bevölkerung triumphal empfangen.

Letztendlich wurde es ein Opfer der Reduzierung der Streitkräfte und am 1. Januar 1920 aufgelöst.

Regimentsfahne

Die Regimentsfahne trägt, in goldenen Lettern, die Namen der Schlachten, in denen das Regiment ruhmreich gekämpft hat. [3] :

Dekorationen

  • Das Fahnenband ist mit dem Croix de guerre 1914–1918 mit zwei Palmenzweigen dekoriert (Zweifache lobende Erwähnung im Armeebefehl)
  • Die Angehörigen haben das Recht, die Fourragère in den Farben des Croix de guerre 1914–1918 zu tragen.

Bekannte Angehörige des Regiments

  • Pierre Hugues Victoire Merle
  • 1790 : Général Nicolas Dahlmann
  • 1830 : Général de division Eugène Casimir Lebreton (1791–1876)
  • (André) Georges Schimberg, Pfarrer in Mailly-Champagne, als Regimentsgeistlicher gefallen für Frankreich am 4. November 1918.[4]

Uniformen des Ancien Régime

Offizier des Régiment d’Alsace im Jahre 1770.

Literatur

  • À partir du Recueil d’Historiques de l’Infanterie Française (Général Andolenko – Eurimprim 1969).

Fußnoten

  1. Fiche sur geneanet. Abgerufen am 5. März 2013.
  2. Guy Silve, « Seyne-les-Alpes et sa citadelle », in Amis des forts Vauban de Colmar et Association Vauban, Vauban et ses successeurs dans les Alpes de Haute-Provence, Association Vauban, Paris, 1992, p. 82
  3. Décision n°12350/SGA/DPMA/SHD/DAT du 14 septembre 2007 relative aux inscriptions de noms de batailles sur les drapeaux et étendards des corps de troupe de l'armée de terre, du service de santé des armées et du service des essences des armées, Bulletin officiel des armées, n°27, 9 novembre 2007
  4. Eine Erinnerungsplakette befindet sich im Kloster Saint Sixte in Reims.